Das altersgerechte Zuhause

Die Wohnungsanpassung: zugeschnitten auf die Bedürfnisse von Senioren

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Es gibt viele Möglichkeiten, eine Wohnung baulich an die Bedürfnisse von Senioren anzupassen.

Viele Umzüge in ein Heim oder eine andere Pflegeeinrichtung können durch einen Umbau vermieden werden.

Die Grundvoraussetzung einer altersgerechten Wohnung ist die Barrierefreiheit, die Sicherheit und der Komfort.
Der Wohnraum muss an die abnehmende körperliche Beweglichkeit im Alter angepasst sein, damit das eigene Umfeld nicht zum ständigen Hindernis im Alltag wird.

Übrigens werden eine Reihe von Umbaumaßnahmen durch Kredite der KfW- Bank finanziell gefördert

Kriterien für seniorengerechtes Wohnen

An erster Stelle steht, dass die Wohnung entweder ebenerdig liegt oder durch ein Aufzug zu erreichen ist. Der Zugang zum Haus sollte keine Stufen aufweisen. Mit dem Anbau einer Rampe lässt sich aber auch dieses Problem leicht lösen. Weitere Lösungen um Treppen zu überwinden wären:

Handläufe im Flurbereich bieten weitere Sicherheit im Flur und Treppenhaus - auch dort, wo sie nicht durch Stufen vorgeschrieben sind.

Die Beseitigung von Schwellen und Stolperfallen im Haus und im Außenbereich ist die oberste Priorität.

Die Räume in der Wohnung sollten eine ausreichende Bewegungsfreiheit auch für Rollstuhlfahrer oder Benutzer von Gehhilfen bieten.

Die Türen müssen breit genug sein, damit sie mit einem Rollstuhl durchfahren werden können, also mindestens 80 cm. Die Bodenbeläge sollten fest verlegt, rutschhemmend, und geeignet für Rollstühle sein.

Größere Bewegungsflächen vor Türen, in Toilette und Bad, sowie Betten und Schränken müssen vorhanden sein.

Ein barrierefreies Bad umfasst einen Duschplatz, der mit einem Rollstuhl befahrbar ist. Das Waschbecken sollte sich in einer geringen Höhe befinden. Die Sitzhöhe des WC- Beckens muss 48cm haben. Natürlich müssen alle Armaturen im sanitärem Bereich leicht bedienbar und in einer passenden Höhe für den älteren Menschen angebracht sein.

Auch eine barrierefreie Küche bietet heute enorme Erleichterungen und Vorzüge.

Die Fenster in Seniorenwohnungen sollten übrigens niedrig genug sein, dass sie auch in Sitzhöhe den Ausblick ermöglichen.

Bedienungselemente wie Türgriffe, Schalter und Steckdosen sollten auf einer Höhe von 85 cm angebracht sein.

Die Maße des Menschen und seiner Gehhilfen in Bezug auf die täglichen Verrichtungen und der Größe der Wohnung sind die Basis für die Berechnung des optimalen Platzbedarfs.
Sitz- oder Schlafgelegenheiten mit einer Aufstehhilfe sind nicht nur Komfort, sondern eine praktische Lösung für das selbständige Leben, um nicht fortwährend auf fremde Hilfe angewiesen sein zu müssen.

Die Infrastruktur rund um die Wohnung- ist genauso wichtig wie die Wohnung selbst

Denn auch mit einer Verminderung in der Mobilität sollte das tägliche Leben außerhalb der Wohnung barrierefrei und schnell zu erreichen sein.

  • Es sollten ohne eigenes Auto alle erforderlichen und gewünschten Orte ohne Probleme erreicht werden können.
  • Das Gefälle der eigenen Straße und der näheren Umgebung sollte 6% nicht überschreiten.
  • Wie sieht es mit der Anbindung zum öffentlichen Nahverkehr aus?
  • Wie lang ist der Fußweg zur nächsten Haltestelle und wie oft fahren Bus und Bahn?
  • Welche Einrichtungen für die Deckung des täglichen Bedarfs liegen in der Nähe?
  • Kann der Senior von seinem privatem Lebensmittelpunkt aus den Supermarkt, den Bäcker, den Arzt, aber auch soziale und kulturelle Einrichtungen problemlos erreichen?

Die Unterstützung im Haushalt und die pflegerische Hilfe kann bei Bedarf von mobilen Pflegediensten in Anspruch genommen werden. Denn auch wenn die Kräfte und die Mobilität nachlassen, muss das kein Grund für einen Umzug sein. In jeder Stadt gibt es heute ein breites Angebot an mobilen sozialen Diensten.

Weitere Alternativen für das "Wohnen im Alter" finden Sie im Beitrag: Wohnen im Alter - Möglichkeiten und Lösungen

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 19.07.2012 aktualisiert