Abrechnungsbetrug: Wenn Ärzte tote Patienten behandeln…
21. Dezember 2009 | Von Rene Gräber | Kategorie: FeaturedÄrzte sind den Umgang mit dem Tod gewöhnt – mehr oder weniger. Besonders makaber wird es aber, wenn Ärzte bereits verstorbene Patienten weiter behandeln…
Wie das gehen soll? Ganz einfach:
In mehreren Fällen wurden bereits verstorbene Patienten behandelt und Kosten für Untersuchungen und Behandlungen geltend gemacht.
Die Abrechnung mit Verstorbenen ist kein Einzelfall – die kassenärztlichen Vereinigungen stellen dieses Vorkommnis allerdings gerne als Einzelfall dar.
Also nennen wir doch mal Fakten zum Abrechnungsbetrug:
Panorama berichtete am 6. Februar 2003: Im Jahr 2002 ermittelten die Krankenkassen gegen über 6500 Ärzten wegen gefälschter Abrechnungen.
Dann noch die Sache mit den toten Patienten, die noch abgerechnet wurden…
Frau Dorothee Meusch von der Techniker Krankenkasse gegenüber Panorama:
“Wir haben rund 240 Fälle ermittelt, in denen der Patient (…) bereits verstorben war (…)”
Frau Anette Rogalla, kaufmännische Krankenkasse Hannover:
Wir haben in 271 Fällen den begründeten Verdacht, dass Ärzte abgerechnet haben, obwohl die Patienten bereits tot waren (…).
Bei der DAK wurde ebenfalls geprüft wie viele Patienten anscheinend noch als leibhaftige Geister bei Ihren ehemaligen Ärzten auftauchten. Jörg Bodanowitz von der DAK: “(…) das in 600 Fällen die Patienten bereits verstorben waren.”
Und die Kassen gehen von noch weit höheren Dunkelziffern aus.
Fraglich ist hierbei, warum solche Vorgehensweisen notwendig sind. Sind Ärzte unterbezahlt und vom Staat ungerecht behandelt oder sind die kriminellen Machenschaften aus purer Profitgier entstanden?
Da stellt man sich doch als Patient die Frage, warum man nicht jede Leistung beim Arzt oder in der Klinik unterschreiben muss?
Man könnte auch überlegen, ob Ärzte nicht eine Rechnung an die Patienten verschicken – genauso wie bei Privatpatienten. Diese Rechnung wird dann von den Patienten bei der zuständigen Kasse eingereicht. Damit wären sicher eine Menge der Betrügereien sofort gestoppt.
Ach ja: wir haben das Jahr 2009! Und was ist bisher passiert?
Die Kassenärztlichen Vereinigungen prüfen immer noch die Abrechnungen. Ärzte prüfen Ärzte.
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Es ist unverschämt betrügerlich und kriminell. Nochmehr kriminell ist, dass solche Fälle versteckt bleiben. Komplimente Herr Gräber für Ihr Mut, dass Sie alles veröffentlichen. Dass mussen wir alle Menschen machen damit sich was bewegt.
Es wäre doch zu überlegen, warum und für wen die Krankenkassen eingerichtet wurden. Irgendwo und vor längerer Zeit, glaube ich einmal gelesen zu haben, dass man die Krankenkassen, nicht wie irrtümlich gemeint, für den Patienten, sondern für den Arzt eingerichtet hat, um dessen regelmäßiges Einkommen zu sichern. Seitdem schaue ich genauer hin und glaube deshalb auch zu wissen, wie sprichwörtlich: ” Der Hase läuft”!
Egal, wie man es auch nimmt und in welcher Branche man sich auch befindet: “Es ist des Menschen Gier, der wiederum sprichwörtlich: “Das Faß zum Überlaufen bringt”!
Wohlgemerkt, die einen tun das, obwohl sie es wissen, die anderen tun es, weil sie es nicht besser wissen!
Wie aber stellt man so etwas ab? Wie kann man so eine Unverhältnismäßigkeit ins Gleichgewicht bringen?
Hierzu ein weiteres Gedicht
das für mich spricht
will ich doch nicht ganz verhelen
dass ich das Geld auch ganz gerne sehe
könnte ich doch eine Menge kaufen
die mir sonst keiner erlaubet
drum sehe ich mir an
und wünsche dann
ob es in Erfüllung geht
oder noch in den Sternen steht
auch darf ich nicht ausruhn
sondern muss etwas dafür tun.