Der Salz – Mythos

15. Februar 2012 | Von | Kategorie: Ernährung, Featured

Salz ist als Nährstoff lebenswichtig für die Regulation des Blutdruckes, den Nährstofftransport in und aus Zellen, den Ionenaustausch und die Kommunikation zwischen Gehirn und Muskeln. Dennoch hält sich hartnäckig der Mythos, zu viel Salz könne schaden, und es werden regelmäßig salzarme Diäten empfohlen. Dieser Mythos hat jedoch eine Geschichte.

Funktion von Salz im Körper

Für menschliches und tierisches Leben ist Salz unabdingbar – Tiere lecken an Salz, wenn es ihnen fehlt. Es ist normalerweise in natürlichen Lebensmitteln enthalten, wenn diese in ausgewogenen Mengen verzehrt würden – was heute nicht mehr geschieht. Also wird es in aufbereiteter Form den Speisen zugefügt, und diese Verwendung des Salzes hat nicht umsonst eine lange Geschichte. In früheren Zeiten wurde Salz sehr teuer gehandelt, teilweise wurde die Unze Salz mit einer Unze Gold aufgewogen. Das englische Wort für Verkaufen – „Sale“ – hat seinen etymologischen Stamm aus dem lateinischen Wort „salis“ für Salz, denn unter anderem die Römer wurden auch in Salz bezahlt.

Natürliches, nicht raffiniertes Salz findet sich in vielen biologischen Prozessen, es ist im Blutplasma, den Lymphen und der extrazellulären Flüssigkeit enthalten. Es transportiert Nährstoffe und reguliert den Blutdruck, im Gehirn beeinflusst es das Wachstum und die Funktion von Gliazellen, die für Planung und Kreativität zuständig sind. Das Gehirn kommuniziert mit den Muskelzellen über den Natrium-Kalium-Ionenaustausch.

Salz, Fructose und kardiale Risiken

Seit Jahrzehnten versucht die Forschung die Vorteile einer salzarmen Ernährung zu belegen, bislang ohne Ergebnis. Im Gegenteil können die entsprechenden Diäten sogar das kardiale (= das Herz betreffende) Risiko erhöhen. US-amerikanische Autoren vermuten, dass der Salz-Mythos aufgrund einer falschen Auswertung von frühen salzarmen Diäten entstanden ist. Bei diesen Diäten ernährten sich die Probanden, um auf raffiniertes Salz zu verzichten, vornehmlich oder ausschließlich von Obst und Gemüse, Vollkorn, fettarmen Milchprodukten und magerem Eiweiß. Die ersten dieser Diäten stammten aus den 1970er und 1980er Jahren. Im Jahr 1997 wurde in den USA eine Studie durchgeführt (DASH-Natrium-Studie), welche die bisherigen Annahmen über eine salzarme Ernährung verifizieren sollte.

Dabei wurde sehr schnell ermittelt, dass der Vorteil der beschriebenen Ernährung, ihre positiven Auswirkungen auf Herz und Kreislauf, nicht in der Reduktion von Salz, sondern in der von Fructose (Fruchtzucker) lagen. Denn diese fördert viel eher den Bluthochdruck als Salz. Da man jedoch etwa zwanzig Jahre lang versucht hatte, das Salz für Bluthochdruck und kardiale Risiken verantwortlich zu machen, war bei den beteiligten Forschern offensichtlich eine gewisse Betriebsblindheit ausgelöst worden. Andere Faktoren wie der Fructose-Anteil der Nahrung, der nachgewiesenermaßen unter anderem Diabetes Typ II fördern kann, wurden bei der Betrachtung ausgeblendet.

Der Salz-Mythos ist dabei durchaus nicht harmlos für diejenigen, die daran glauben und ihre Salzzufuhr auf ein Minimum reduzieren: Zu wenig Salz kann für den Körper sehr schädlich sein.

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René Gräber - Heilpraktiker & Sportpädagoge mit eigener Praxis. Sie finden mich unter anderem auch auf Google+, facebook, Xing oder Twitter. Ich schreibe und berichte regelmäßig zu den Themen Medizin, Fitness und Gesundheit. Wenn Sie dies interessiert, dürfen Sie gerne (siehe Box hier unten), meinen persönlichen Gesundheits-Newsletter anfordern. In den ersten 5 Teilen berichte ich über meine "5 Lieblings-Wundermittel".

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Ein Kommentar
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  1. Danke lieber René,

    schön, dass du darauf hinweist. Allerdings ist Salz nicht gleich Salz. Wirklich schädlich ist unser sog. Kochsalz, also NaCl, welches einfach Wasser bindet und keine Mineralien oder Spurenelemente mehr aufweist, wie es natürliches, nicht-raffiniertes Salz, wie z.B. Meersalz, Ursalz, Himalaya Salz tun. Diese über 80 Mineralien und Spurenelemente sind nur in einem kleinen Anteil vertreten, aber sind genau die sog. „Salze“, die unser Körper für die von Dir aufgeführten Funktionen benötigt.

    Mehr zum Thema Bluthochdruck und Salz auf meinem blog. Gerade bei Bluthochdruck gibt es eine Vielzahl von Angriffspunkten, diesen nachhaltig auf natürliche Weise zu senken.

    Mit sonnigen Grüßen

    Ellen

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