Erhöhter Blutdruck doch nicht schädlich fürs ältere Herz

27. Juni 2012 | Von | Kategorie: Krankheit

Ein erhöhter Blutdruck, der nur leicht erhöht ist bzw. sich im „Borderline“-Bereich befindet, wird mit zunehmendem Alter weniger zum Risiko für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Der Glaube an ein altersunabhängiges generalisiertes Risiko herrscht dagegen (bis heute noch) in der Schulmedizin. Aus diesen neueren Erkenntnissen folgt die Forderung, dass blutdrucksenkende Mittel nur bei Patienten eingesetzt werden sollten, die jünger als 60 Jahre alt sind. Dies behaupten zumindest die Forscher des „Prevention of Metabolic Disorders Research Centers“ (Forschungszentrum zur Prävention von Stoffwechselerkrankungen) in Teheran, Iran.

Dagegen gibt es immer wieder Belege, dass ein erhöhter Blutdruckwert bei Menschen im mittleren Alter zu schweren gesundheitlichen Problemen führen kann, so die Wissenschaftler. Diese Aussagen gewannen sie aus einer größeren Studie mit 6273 Probanden im Alter von 30 Jahren und älter, die alle an verschiedenen Schweregraden von Hypertonie litten. Diese große Zahl an Probanden wurde über einen Zeitraum von 9 Jahren beobachtet und nachverfolgt.

Sieht man sich die Webseite der World Heart Federation einmal an, wo die Studie vorgestellt und diskutiert worden ist (http://www.world-heart-federation.org/press/press-releases/detail/article/cardiovascular-disease-risk-of-high-normal-blood-pressure-decreases-in-old-age/), dann fällt auf, dass wohl die alten Ergebnisse der Framingham Studie, die seinerzeit mit dazu beitrugen, den Glauben an einen „altersgerechten Bedarfshochdruck“ zu begraben, nicht ganz auf den Müllplatz der schulmedizinischen Geschichte zu werfen sind.

So bemerkt auch der Leiter des Forscherteams Dr. F. Hadaegh:

“These results reinforce the fact that high blood pressure is a serious risk for CVD in all age groups. However, the results also suggest that when looking to manage high normal blood pressure resources should be focused on those individuals that are in middle age.”
(auf deutsch: Die Resultate bestärken die Tatsache, dass der Bluthochdruck ein ernstzunehmendes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in ALLEN  (Hervorhebung von mir)  Altersgruppen darstellt. Jedoch zeigen diese Resultate auch, dass beim Betrachten der Hochdruckbehandlung die Ressourcen auf die Patienten fokussiert werden sollten, die in einem mittleren Lebensalter stehen.)

Damit kann man abschließend festhalten, dass die neue Studie zeigen konnte, dass Patienten in mittleren Lebensjahren besonders stark von einer antihypertensiven Therapie profitieren. Keineswegs aber ist der Schluss zulässig, dass Patienten über 60 Lebensjahre vollkommen risikofrei sind und daher keinerlei Therapie bedürften.

Originalarbeit: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22217674

 

The following two tabs change content below.
René Gräber - Heilpraktiker & Sportpädagoge mit eigener Praxis. Sie finden mich unter anderem auch auf Google+, facebook, Xing oder Twitter. Ich schreibe und berichte regelmäßig zu den Themen Medizin, Fitness und Gesundheit. Wenn Sie dies interessiert, dürfen Sie gerne (siehe Box hier unten), meinen persönlichen Gesundheits-Newsletter anfordern. In den ersten 5 Teilen berichte ich über meine "5 Lieblings-Wundermittel".

Tags:

4 Kommentare
Hinterlasse einen Kommentar »

  1. Mein Blutdruck, ich bin 63 J., entgleist manchmal. Ursache: Polyzystische Nierenerkrankung, Leberzysten(MRI 09/06), Niereninsuffizienz im Stadium III;
    Ich hatte einen Kuraufenthalt, den ersten in meinem Leben, der war wunderbar und daraus erfolgt der Vorsatz, besser auf mich zu achten. Ich ernähre mich – ich hatte jahrelang nicht mehr für mich gekocht – ausgewogen, zummindest, wie ich es verstehe und nehme die Blutdrucksenker Zanidip 20mg 1-0-1 und abends 1 Nomexor 5 mg dazu. Mit den anderen Massnahmen hab ich den Druck trotz erheblichem Übergewicht, im Griff.
    Die Kur war vom 30.5. – 20.6.12

  2. Ich bin 56 Jahre alt und habe seit einiger Zeit hohen Blutdruck im Bereich von 140-160 zu 95-111. Auch ist mein Puls viel zu hoch, in Ruhe über 100.

    Ich leide seit mehreren Jahren auch an andauernden Blasen- und Nierenentzündungen.
    Antibiotika helfen nicht mehr. Was kann man da machen?

  3. Das grosse Kräuter Heilbuch als Ratgeber für gesunde und kranke Tage des Kräuterpfarrers Johann Künzle befasst sich ausführlich mit dem Blutdruck:
    Der normale Blutdruck soll betragen: das Alter minus 15 + 100 am Oberarm gemessen.
    Also bei 50-jährigen 135 mmHg; bei 60-jährigen 145 mmHg; bei 70-jährigen 155 mmHg; bei 80-jährigen 165 mmHg; bei 90-jährigen 175 mmHg, weil im Alter die Arterien etwas enger werden.
    In der Arztpraxis hatte ich in jungen Jahren regelmässig einen hohen Blutdruck infolge der Arztgehilfin und in späteren Jahren infolge meinem Ärger mit dem Schulmediziner, welcher mich bedrängte, denn zu Hause hatte ich regelmässig einen normalen Blutdruck.
    Dann schickte mich mein Hausarzt zu einem Kreislaufspezialisten, und ich musste Velofahren. Nach der Untersuchung klopfte mir der Arzt auf die Schultern und sagte: „Ihr Herz ist vollkommen O.K.“ Nach einer Mumps Infektion stellten sich ein paar Wochen lang Aussetzer des Herzens ein, sogenannte Arrhythmie, aber mit etwas Schonung hat sich das wieder normalisiert.
    Seit ich nicht mehr zum Schulmediziner gehe, bin ich gesund und spare eine schöne Stange Geld für ausreichend erholsame Ferien an frischer Luft und mit einem durchgehenden tiefen Schlaf.

  4. Sehr geehrter Herr Gräber,
    Ich bin 80 Jahre alt, habe immer versucht mich weitgehendst gesund zu ernähren, da ich 1952 Dr. Bruker kennen lernte. Ich bin immer noch ein großer Fan von ihm. Seit einiger Zeit beunruhigt mich mein mein wechselnder, meistens erhöhter, Blutdruck, der bei Aufregung meistens sehr ansteigt. Leider ist mein Leben jetzt im Alter problembehaftet, was ich nicht gut abstellen kann. Durch meine Anspannung merke ich auch, dass mein Gedächtnis nachlässt, was mich zusätzlich beunruhigt.
    Nun bin ich im Internet über die beeindruckenden Berichte über Strophantin gestoßen. Im Emmanuel Krankenhaus in Berlin wird ja diese Therapie angewendet. Aber als Kassenpatient habe ich keine Möglichkeit zur Untersuchung. Kann ich es wagen, Strophantin oral ein zu nehmen? Können Sie mir einen Therapeuten nennen, an den ich mich wenden kann?
    Für eine Antwort bin ich Ihnen sehr dankbar.
    Mit freundlichen Grüßen
    Rosemari Felger

    Antwort René Gräber:
    In meinem Beitrag zu Strophantin: http://www.naturheilt.com/medikamente/strophantin.html finden Sie ganz am Ende einen Link zu Therapeuten, die das auch oral verordnen. Alles Gute!

Schreibe einen Kommentar