Beim Kauf von Eiscreme auf genaue Bezeichnung achten

30. Mai 2010 | Von | Kategorie: Ernährung

Mit dem Sommer kommt auch die „Eiszeit“, bei Kindern wie auch bei Erwachsenen. Mehr als acht Liter Speiseeis schleckt jeder Deutsche pro Jahr. Wer Kinder hat, kennt die Frage „Kann ich ein Eis haben?“ Viele Eltern können nicht nein sagen. Guten Gewissens verabreichen sie den lieben Kleinen eine Extraportion Milch, so glauben sie. Doch in vielen Eissorten findet sich gar keine Milch mehr.

Speiseeis ohne Milchbestandteile mag ein Segen für Menschen mit Laktoseunverträglichkeit sein. Der Großteil der Verbraucher erwartet jedoch von Eiscreme, dass es Milch enthält. Tatsächlich aber wird das Milchfett bzw. Butterreinfett immer häufiger durch pflanzliche Öle und Fette ersetzt. Die Hersteller begründen das mit gestiegenem Gesundheitsbewusstsein der Verbraucher, die „leichtere“ Eissorten bevorzugen.

Verbraucherschützer wie Andrea Danitschek von der Verbraucherzentrale Bayern werten dies als Mogelpackung, die vertuschen soll, dass Pflanzenfett billiger ist als Butterreinfett, Sahne oder Joghurt. Umweltorganisationen kritisieren die immense Verwendung von Palmöl als Rohstoff für Lebensmittel, Kosmetika und „Biosprit“, da für Palmplantagen intakte Regenwälder in Indonesien und Südamerika abgeholzt werden.

Wer Eissorten mit Palmfett meiden möchte, muss nicht einmal die kleingedruckten Zutatenlisten studieren. Er sollte nur diejenigen Packungen in der Kühltheke lassen, auf denen lediglich EIS steht. Diese Produkte fallen nicht in die Kategorien der Deutschen Lebensmittelverordnung für Speiseeis.

Es gibt klare Regelungen was in Deutschland in der Eispackung drin sein darf

Wer also sicher gehen will, Eiscreme zu kaufen, greift zu Sorten, wo das auch draufsteht. Denn nur Eis mit mindestens 10 % Milchfett darf den gesetzlich geschützten Namen Eiscreme oder Eiskrem tragen. Noch gehaltvoller ist Cremeeis oder Eierkremeis, denn das muss 50% Milch und pro Liter 270 Gramm Vollei bzw. 90 Gramm Eigelb enthalten. Milcheis besteht bis zu 70 % aus Milch. Bei Rahm- oder Sahneeis muss das Milchfett aus echter Sahne stammen und einen Anteil von wenigstens 18 % ausmachen.

Wer auf Milch verzichten muss oder möchte, greift zu Fruchtsorbet, das keine Milchbestandteile enthält, jedoch mindestens 25 % Fruchtanteil haben muss. Fruchteis besteht zu 20 % aus Früchten. Für Fruchteiscreme ist der Milchfettanteil mit 8 % vorgeschrieben. Die Vorgabe zur Fruchtmenge bleibt mit einem „deutlich wahrnehmbaren Fruchtgeschmack“ vage. Als Wassereis werden Sorten bezeichnet, die weder Milcheis, Fruchteis noch Sorbet sind und weniger als 3 % Fett enthalten. Definiert ist die Trockenmasse mit einem Mindestanteil von 12 % aus geschmacksgebenden Zutaten und/oder Süßungsmitteln (Leitsätze des Deutschen Lebensmittelbuches für Speiseeis und Speiseeishalberzeugnisse“).

Im Zweifelsfall: Lieber selbst machen

Da die Definition von Wassereis auf eine Reihe von Zusatzstoffen schließen lässt, empfiehlt sich Selbermachen. Das ist denkbar einfach und der Renner bei jedem Kindergeburtstag. Man füllt dafür Fruchtsaft in Eiswürfelbehälter, gibt in jedes Fach eine Erdbeere, Kirsche oder Himbeere, steckt ein Stäbchen hinein und stellt das Ganze einige Stunden ins Gefrierfach. Eiscreme hingegen ist etwas schwieriger selbst herzustellen. Wer sich die Mühe sparen will, geht in die nächste Eisdiele. Denn die meisten „Gelatieri“ zaubern ihre kühlen Köstlichkeiten traditionell aus Milch oder Sahne.

The following two tabs change content below.
René Gräber - Heilpraktiker & Sportpädagoge mit eigener Praxis. Sie finden mich unter anderem auch auf Google+, facebook, Xing oder Twitter. Ich schreibe und berichte regelmäßig zu den Themen Medizin, Fitness und Gesundheit. Wenn Sie dies interessiert, dürfen Sie gerne (siehe Box hier unten), meinen persönlichen Gesundheits-Newsletter anfordern. In den ersten 5 Teilen berichte ich über meine "5 Lieblings-Wundermittel".

Tags: , , ,

2 Kommentare
Hinterlasse einen Kommentar »

  1. Hallo Herr Gräber, ich mache seit Jahren unser Milcheis selbst. Es ist ein ganz einfaches Rezept und man benötigt keine Eismaschine.
    Man nehme: Einen Beutel gefrorene Früchte z.B. Himbeeren. Gibt diese in eine Küchenmaschine und lässt die Früchte klein häckseln. Dann gibt man je nach Geschmack Puderzucker, Milch und/ oder Sahne und/ oder Natur Jogurt dazu. Evtl. auch ein Schuss Sekt. Und lässt das Ganze gut durch rühren. Wenn man das Eis sofort danach verzehrt ist es wunderbar cremig und sehr lecker. Falls ein Rest übrig bleibt, kann man es einfrieren. es ist aber dann erst mal sehr fest. Ich lasse es dann kurz antauen, bis es wieder seine cremige Konsistenz angenommen hat.

  2. Ich habe mir zum ersten Mal eine Eismaschine gekauft und bin im Prinzip ganz zufrieden. Je nach Konsistenz der Vormasse, dauert die Herstellung 15-25 Minuten. Die Reinigung funktioniert super schnell. Das vorherige einfrieren des Gerätes ist manchmal nur nervig, aber das ist bei allen Geräten so. Die Rührleistung ist gut und das Ergebnis schön cremig.

Schreibe einen Kommentar