Nicht-steroidale Antiphlogistika können bei herzkranken Patienten tödlich sein

22. Dezember 2012 | Von | Kategorie: Medikamente

Herzkranken Patienten wird oft empfohlen, NSAP (nicht-steroidale Antiphlogistika), auch NSAR (nicht-steroidale Antirheumatika) genannt, langfristig einzunehmen, um einen Herzinfarkt bzw. Zweitinfarkt zu verhindern. Wie es aussieht, ist dieser Ratschlag nicht nur falsch, sondern kann vom Patienten teuer bezahlt werden – mit seinem Leben. Inzwischen wird allen Ärzten dringend empfohlen, diese Medikamente bei ihren Herz-Patienten abzusetzen.

Die üblichen Schmerzmittel aus der NSAP-Familie – wie z. B. Ibuprofen und Naproxen, und auch verschreibungspflichtige Substanzen wie Celebrex®, einem COX-2-Hemmer – sind in der Lage, einen tödlichen Herzinfarkt auszulösen, selbst Jahre nach dem ersten Herzinfarkt.

Zu dieser Erkenntnis kam Anne-Marie Schejrning Olsen vom Kopenhagen Universitätshospital in Gentofte, Dänemark (Link zur Studie: Long-Term Cardiovascular Risk of NSAID Use According to Time Passed After First-Time Myocardial Infarction: A Nationwide Cohort Study)

Von daher rät sie, dass es sehr wichtig ist, diese Erkenntnis rasch den Ärzten zu vermitteln, die Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen betreuen und immer noch NSAP einsetzen. Sie und ihr Team machten diese verstörende Beobachtung, während sie den Krankheitsverlauf von 99.187 über 30 Jahre alten Patienten mit Erstinfarkt zwischen 1997 und 2009 nachverfolgten. Von diesen Fällen nahmen 44 Prozent NSAP ein. Die Einnahme des Medikaments erhöhte danach das Risiko eines Todesfalls im ersten Jahr nach dem Infarkt um 59 Prozent. Über die nächsten 5 Jahre stieg das Risiko sogar auf 63 Prozent.

Aber auch das Risiko für einen Folgeinfarkt erhöhte sich im ersten Jahr nach Infarkt um 30 Prozent. Das Folgeinfarktrisiko für die nächsten 5 Jahre stieg auf 41 Prozent. Normalerweise sinkt das Risiko eines Zweitinfarkts innerhalb der ersten paar Jahre, wenn keine anderen Risiken während der 5 Jahre gegeben sind.

In einer Arbeit aus dem Jahr 2011 stellte das Forscherteam sogar fest, dass Langzeit- und sogar
Kurzzeittherapien mit NSAP bei Herz-Patienten deren Risiko für einen tödlichen Folgeinfarkt signifikant ansteigen lassen. Auch hier rieten die Wissenschaftler von einer Kurz- und Langzeitbehandlung mit NSAP ab. (Link zur Studie: Duration of treatment with nonsteroidal anti-inflammatory drugs and impact on risk of death and recurrent myocardial infarction in patients with prior myocardial infarction: a nationwide cohort study.)

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René Gräber - Heilpraktiker & Sportpädagoge mit eigener Praxis. Sie finden mich unter anderem auch auf Google+, facebook, Xing oder Twitter. Ich schreibe und berichte regelmäßig zu den Themen Medizin, Fitness und Gesundheit. Wenn Sie dies interessiert, dürfen Sie gerne (siehe Box hier unten), meinen persönlichen Gesundheits-Newsletter anfordern. In den ersten 5 Teilen berichte ich über meine "5 Lieblings-Wundermittel".

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2 Kommentare
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  1. Ein neues Medikament ist auf dem Markt: Ibuprofen für Kinder – und genau das hat heute der Kinderarzt für ein 2 1/2 jahre altes Kind verschrieben. Wo ist der Artikel darüber zu finden?
    Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen
    Renate

  2. Gilt dies aus für Rheumapatienten mit leichter Herzinsuffizienz? Ich nehme in unregelmäßigen Abständen ‚Celebrex

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