Handauflegen - Ansätze, Wirkung und Nutzen

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Jeder kennt solche Situationen: Man hat sich verletzt oder muss sein verletztes Kind trösten und legt ganz instinktiv die Hand auf die entsprechende Stelle. Die wärmende Hand vermittelt zwischenmenschliche Nähe und beruhigende Sicherheit. Generell handelt es sich bei der Fähigkeit, mit Hilfe der Hände heilend zu wirken, um eine Eigenschaft, die in mehr oder weniger großer Ausprägung bei allen Menschen zu finden ist.

Das Handauflegen ist eine der ältesten Heilmethoden überhaupt und kommt im Rahmen unterschiedlichster alternativmedizinischer Heilverfahren wie beispielsweise Reiki zur Anwendung. Doch bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts entdeckte der italienische Mediziner Guiseppe Calligari Zusammenhänge zwischen Reflexzonen der Haut, Organismus und psychischer Befindlichkeit. Wird eine bestimmte Hautregion stimuliert, kann eine reflexartige Verbindung zum Unterbewusstsein angenommen werden.

Massage oder Therapeutic Touch wiederum bilden zum Beispiel spezielle Methoden, die mit dem Effekt unterschiedlichster Berührungsformen arbeiten.

Verschiedene Ansätze

Der Begriff sagt es bereits: Handauflegen ist keine Massage. Rituelle Heilberührungen finden sich in der Geschichte jeder Kultur. Sie standen und stehen im Dienste von spiritueller wie physischer Ganzheit, eines Zustandes, der durch Heilung aller Art erreicht werden kann.

Heiler verstehen sich daher als einfühlsame, zugewandte Mittler, die andere mit universeller Heilenergie versorgen, um die sie vorher Gott oder eine andere übergeordnete Instanz gebeten haben. Viele Handaufleger begreifen sich als Kanal heilender Energien aus göttlicher Quelle: Sie helfen, diese in Richtung des feinstofflichen Körpers des Patienten zu lenken. So betrachtet, hat das Handauflegen hier etwas Gebetsartiges.

Aus esoterischer Perspektive dagegen senden die Hände auserwählter, heilbegabter Personen wirksame Energieströme aus, die wiederum Teil von deren spezifischer Aura sind. Derart Begabte, so wird vermutet, sind imstande, mittels bloßer Berührung Wunderheilungen auf magnetischem Wege zu vollziehen. Da hier die Vitalität des Heilers auf den Behandelten übergeht, lassen solche Sitzungen den Therapeuten entsprechend erschöpft zurück. Findet dieser nicht zu seinem Energiepotential zurück, riskiert er, selbst zu erkranken.

Wann Handauflegen wirkt

Krankheiten entstehen durch einen Stau negativer Energien und den unsensiblen und unvernünftigen Umgang mit Körper und Psyche. Die Methode wird u. a. zur Behandlung von Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Schuppenflechte, aber auch bei Gürtelrose eingesetzt. Je nach Beschwerdeform kann mehr als eine Behandlung notwendig werden: Akutes spricht schneller auf das Handauflegen an als Chronisches. Außerdem profitieren Menschen, denen es gelingt, sich körperlich und seelisch entspannt auf die Heilarbeit einzulassen, deutlich besser. Zeichen dieser Entspannung sind neben tiefem und langsamem Atmen eine gelöste Muskulatur sowie angenehm warme Hände und Füße.

Handauflegen erschöpft sich nicht in bloßen Auflegetechniken: Die innere Einstellung des Therapeuten ist entscheidend. Je entspannter und intuiver er arbeitet, desto effektiver der Energiefluss. Hände werden (wie beim Reiki oder auch beim Besprechen) direkt auf den Körper gelegt oder sollen (wie beim Therapeutic Touch) lediglich die Aura des Behandelten erreichen. Störfelder im Körper werden aufgespürt und beseitigt.

Hinsichtlich der Wirksamkeit des Handauflegens stehen wissenschaftliche Belege allerdings noch aus. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass Zusammenhänge zwischen dieser Praxis und gewissen Heilerfolgen nicht von der Hand zu weisen sind. Handauflegen kann bei jeder Krankheit ergänzend und heilungsunterstützend eingesetzt werden.

Heiler und Scharlatane

Alle Methoden im Bereich des Handauflegens bedingen ein Einlassen auf den geistigen Weg: Ohne spirituelle Entwicklung des Heilenden steht auch dessen Heilpotential in Frage. Ein guter Heiler befindet sich in einem kontinuierlichen Prozess der Selbstreflexion. Um als Kanal Zugang zu so genannten immer feineren Energien zu erhalten, sind regelmäßige Meditationen unabdingbar. Erst dann, wenn es dem Heiler gelingt, sich selbst zu erkennen und zu sich selbst zu finden, ist er in der Lage, auch anderen zu helfen.

Und: Seriöse Heiler machen keine Heilversprechen. Niemand, der nicht Arzt oder Heilpraktiker ist, darf von Rechts wegen klinische Diagnosen stellen oder Heilmittel verordnen. So informieren Mitglieder des Deutschen Heilerverbandes ihre Patienten in schriftlicher Form, dass ein Handauflegen durch sie den Besuch bei Arzt oder Heilpraktiker nicht ersetzen kann.

verwandte Heilverfahren: Reiki - Geistheilung - Besprechen

Handauflegen hat nichts zu tun mit: Atemtherapie - Biofeedback - Entspannungsverfahren - Hypnose - Psychotherapie - Selbsthypnose - Shiatsu

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 24.07.2012 aktualisiert