Handauflegen - Ansätze, Wirkung und
Nutzen
Jeder kennt solche Situationen: Man hat sich verletzt oder muss sein verletztes Kind trösten und legt ganz
instinktiv die Hand auf die entsprechende Stelle. Die wärmende Hand vermittelt zwischenmenschliche Nähe und
beruhigende Sicherheit. Generell handelt es sich bei der Fähigkeit, mit Hilfe der Hände heilend zu wirken, um eine
Eigenschaft, die in mehr oder weniger großer Ausprägung bei allen Menschen zu finden ist.
Das Handauflegen ist eine der ältesten Heilmethoden überhaupt und kommt im Rahmen unterschiedlichster
alternativmedizinischer Heilverfahren wie beispielsweise Reiki zur Anwendung. Doch bereits
zu Beginn des 20. Jahrhunderts entdeckte der italienische Mediziner Guiseppe Calligari Zusammenhänge
zwischen Reflexzonen der Haut, Organismus und psychischer Befindlichkeit. Wird eine bestimmte Hautregion
stimuliert, kann eine reflexartige Verbindung zum Unterbewusstsein angenommen werden.
Massage oder Therapeutic Touch wiederum bilden zum Beispiel spezielle Methoden, die mit dem Effekt
unterschiedlichster Berührungsformen arbeiten.
Verschiedene Ansätze
Der Begriff sagt es bereits: Handauflegen ist keine Massage. Rituelle Heilberührungen finden sich in der
Geschichte jeder Kultur. Sie standen und stehen im Dienste von spiritueller wie physischer Ganzheit, eines
Zustandes, der durch Heilung aller Art erreicht werden kann.
Heiler verstehen sich daher als einfühlsame, zugewandte Mittler, die andere mit universeller Heilenergie
versorgen, um die sie vorher Gott oder eine andere übergeordnete Instanz gebeten haben. Viele Handaufleger
begreifen sich als Kanal heilender Energien aus göttlicher Quelle: Sie helfen, diese in Richtung des
feinstofflichen Körpers des Patienten zu lenken. So betrachtet, hat das Handauflegen hier etwas Gebetsartiges.
Aus esoterischer Perspektive dagegen senden die Hände auserwählter, heilbegabter Personen wirksame Energieströme
aus, die wiederum Teil von deren spezifischer Aura sind. Derart Begabte, so wird vermutet, sind imstande, mittels
bloßer Berührung Wunderheilungen auf magnetischem Wege zu vollziehen. Da hier die Vitalität des Heilers auf den
Behandelten übergeht, lassen solche Sitzungen den Therapeuten entsprechend erschöpft zurück. Findet dieser nicht zu
seinem Energiepotential zurück, riskiert er, selbst zu erkranken.
Wann Handauflegen wirkt
Krankheiten entstehen durch einen Stau negativer Energien und den unsensiblen und unvernünftigen Umgang mit
Körper und Psyche. Die Methode wird u. a. zur Behandlung von Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Schuppenflechte, aber auch bei Gürtelrose eingesetzt. Je nach Beschwerdeform kann mehr als
eine Behandlung notwendig werden: Akutes spricht schneller auf das Handauflegen an als Chronisches. Außerdem
profitieren Menschen, denen es gelingt, sich körperlich und seelisch entspannt auf die Heilarbeit einzulassen,
deutlich besser. Zeichen dieser Entspannung sind neben tiefem und langsamem Atmen eine gelöste Muskulatur sowie
angenehm warme Hände und Füße.
Handauflegen erschöpft sich nicht in bloßen Auflegetechniken: Die innere Einstellung des Therapeuten ist
entscheidend. Je entspannter und intuiver er arbeitet, desto effektiver der Energiefluss. Hände werden (wie beim
Reiki oder auch beim Besprechen) direkt auf den Körper
gelegt oder sollen (wie beim Therapeutic Touch) lediglich die Aura des Behandelten erreichen. Störfelder im Körper
werden aufgespürt und beseitigt.
Hinsichtlich der Wirksamkeit des Handauflegens stehen wissenschaftliche Belege allerdings noch aus. Die
Erfahrung zeigt jedoch, dass Zusammenhänge zwischen dieser Praxis und gewissen Heilerfolgen nicht von der Hand zu
weisen sind. Handauflegen kann bei jeder Krankheit ergänzend und heilungsunterstützend eingesetzt werden.
Heiler und Scharlatane
Alle Methoden im Bereich des Handauflegens bedingen ein Einlassen auf den geistigen Weg: Ohne spirituelle
Entwicklung des Heilenden steht auch dessen Heilpotential in Frage. Ein guter Heiler befindet sich in einem
kontinuierlichen Prozess der Selbstreflexion. Um als Kanal Zugang zu so genannten immer feineren Energien zu
erhalten, sind regelmäßige Meditationen unabdingbar. Erst dann, wenn es dem Heiler gelingt, sich selbst zu erkennen
und zu sich selbst zu finden, ist er in der Lage, auch anderen zu helfen.
Und: Seriöse Heiler machen keine Heilversprechen. Niemand, der nicht Arzt oder Heilpraktiker ist, darf von
Rechts wegen klinische Diagnosen stellen oder Heilmittel verordnen. So informieren Mitglieder des Deutschen
Heilerverbandes ihre Patienten in schriftlicher Form, dass ein Handauflegen durch sie den Besuch bei Arzt oder
Heilpraktiker nicht ersetzen kann.
verwandte Heilverfahren: Reiki - Geistheilung -
Besprechen
Handauflegen hat nichts zu tun mit: Atemtherapie - Biofeedback - Entspannungsverfahren - Hypnose - Psychotherapie - Selbsthypnose - Shiatsu
|