Therapuetische Hyperthermie gegen Krebs

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Erhöhte Körpertemperatur hat in der Natur eine zentrale Bedeutung bei der Bekämpfung von Krankheiten. Jeder hat schon einmal Fieber gehabt.

Dies ist oft eine Reaktion auf eine Infektion, die der Körper durch die Erhöhung seiner Kerntemperatur zu bekämpfen versucht. Denn die in den Organismus eingedrungenen Erreger verlieren ihre Vitalität in einer wärmeren Umgebung. Sie sterben ab oder aber sind nicht mehr in der Lage, sich zu vermehren, was dem Immunsystem hilft, die Erreger schneller und effektiver zu eliminieren.

Die Hyperthermie macht sich dieses Prinzip zunutze bzw. imitiert die Natur in ihrem Vorgehen gegen Erkrankungen. Allerdings wird bei der Hyperthermie, auch Überwärmungstherapie genannt, im Gegensatz zum Fieber nicht die Kerntemperatur des Körpers erhöht. Vielmehr wird hier seine Wärmeabgabe künstlich herabgesetzt. Dies erfolgt z.B. durch Wärmewickel, Bäder usw.

Lokal begrenzte Hyperthermie benutzt Infrarotstrahler, um eine Temperaturerhöhung in begrenzten Arealen zu erreichen.

Ein weitestgehend unbekanntes Einsatzgebiet der Hyperthermie ist die Therapie von Krebserkrankungen. Dies ist umso erstaunlicher als diese Therapieform keine neue Variante ist.

Denn die Anwendung von Hitze bei der Tumorbehandlung hat eine lange Geschichte. Die alten Griechen, Ägypter und Römer setzten schon Hitze ein, um Knoten in der Brust zu behandeln. Mediziner im alten Indien setzten Ganzkörperbehandlungen oder lokale Behandlungen mit Hyperthermie ein. Während des 19. Jahrhunderts gab es die ersten Fallberichte, wo Tumore an Größe verloren, als der Betroffene an einer Infektion erkrankte, die mit hohem Fieber verbunden war. Es handelte sich hier um Weichteilsarkome, die schrumpften als die Patienten an Erysipel erkrankten, eine akute Hautinfektion mit Streptokokken. „Vater der Fiebertherapie“ ist Julius Wagner von Jauregg, ein österreichischer Psychiater, der 1927 den Nobelpreis für Medizin bekam für die Behandlung von Lues mit Hilfe der Fiebertherapie. Bei dieser speziellen Indikation verlor die Hyperthermie allerdings an Bedeutung als die ersten Antibiotika zum Einsatz kamen.

Bei der Behandlung von Krebserkrankungen jedoch sieht die Lage etwas anders aus. Es ist offensichtlich, dass es für die Behandlung von Krebserkrankungen noch kein Medikament gibt, das ähnlich wirksam ist wie ein Antibiotikum gegen eine Infektion.

In den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde diese Therapieform bei der Krebsbehandlung „wiederentdeckt“. Seit diesem Zeitpunkt häufen sich die wissenschaftlichen Untersuchungen zu diesem Thema. Da die Fiebertherapie potentiell gefährlich ist, wurde die heute verwendete Hyperthermietherapie entwickelt. Die Fiebertherapie im vorletzten Jahrhundert wurde oft mit infektiösen Erregern betrieben, die nur die Aufgabe hatten, ein Fieber auszulösen.

Die Infektion selbst stellte oft ein eigenständiges Risiko für den behandelten Patienten dar, nicht zuletzt, da es zu der damaligen Zeit noch keine Antibiotika gab. Heute gibt es Geräte, die den ganzen Körper und Teile des Körpers einer kontrollierten Temperaturerhöhung aussetzen können, ohne dass der Patient zusätzliche Risiken in Kauf zu nehmen hat.

Hyperthermie und Krebsbehandlung

Obwohl die Hyperthermie nicht unbedingt als der „Renner“ in der Behandlung von Krebserkrankung angesehen werden kann, zeigt sich die Schulmedizin unerwartet offen gegenüber dieser Alternative. Lokal begrenzte Hyperthermie für bestimmte kleinere Tumore wird durchaus als akzeptabel angesehen.

Eine Ganzkörper-Hyperthermie wird allgemein als eine mehr experimentelle Angelegenheit betrachtet. Auch steht die Hyperthermie in dem Ruf, nicht für jede Form von Krebs geeignet zu sein. Von daher ist ihr Anwendungsbereich eingeschränkt. Die Schulmedizin betrachtet die Hyperthermie als akzeptabel, wenn sie in Kombination mit den anerkannten Verfahren, also Bestrahlung und Chemotherapie, zum Einsatz kommt. Grund dafür ist die Beobachtung, dass durch die Hyperthermie eine bessere Wirkung der schulmedizinischen Maßnahmen zustande kommt. Dies resultiert in entweder einer Verringerung von Chemotherapeutika, was wiederum die Nebenwirkungen senkt, oder aber in einem schnelleren Ansprechen auf die Therapie und einem schnelleren Schrumpfen der Tumore.

Heute erklärt man sich die Effekte der Hyperthermie auf folgende Weise: die Hyperthermie ist in der Lage, Tumorzellen abzutöten oder zumindest abzuschwächen. Eine Temperaturerhöhung hat dagegen praktisch keine negativen Effekte auf gesunde Zellen. Da gesunde Zellen einen normalen Wärmeaustausch auch bei erhöhten Temperaturen beibehalten können, bleiben sie von der Behandlung unbeeinflusst.

Grund für die Hitzeempfindlichkeit ist die unorganisierte und kompakte Zellstruktur von Tumorzellen, die nicht in der Lage sind, Hitze bedarfsgemäß abzugeben. Es kommt also zu einer Art Hitzestau in den Tumorzellen. Dieser Hitzestau „taut“ die Zellstrukturen auf und es kommt zur Apoptose. Dieses „Tauen“ beruht auf einer Denaturierung und Koagulation (Zusammenkleben) von Zellproteinen, die die Zelle funktionsunfähig machen, was die Apoptose auslöst. Hierfür sind keine extremen Temperaturerhöhungen notwendig, sondern nur wenige Grade reichen schon aus, besonders wenn sie über einen längeren Zeitraum einwirken können. Eine geringfügige Temperaturerhöhung kann schon die Einschränkung der Teilungsfähigkeit der Tumorzelle zur Folge haben. Die Erhöhung der Temperaturen bei einer Hyperthermie liegt zwischen ca. 2 und 5 Grad, in Abhängigkeit, ob eine Ganzkörperbehandlung oder nur eine lokale Behandlung zur Anwendung kommt.

Eine „brandheiße“ Veröffentlichung aus Japan (Mai 2012) hat einen weiteren Mechanismus bei der Hyperthermie entdecken können: Die japanischen Forscher beobachteten eine signifikant erhöhte ROS (freie Sauerstoffradikale) Produktion in Krebszellen nach Erhöhung der Temperatur, was in normalen Zellen nicht stattfand. Demnach lässt sich vermuten, dass die Eigenproduktion von freien Radikalen die Krebszelle vernichtet bzw. ernsthaft in ihrer Funktion stört.

("Effect of ascorbic acid on reactive oxygen species production in chemotherapy and hyperthermia in prostate cancer cells" – http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22392350).

Bei einer moderaten Hyperthermie werden Tumorzellen auf eine Temperatur von 40 bis 42 Grad Celsius aufgeheizt und damit größtenteils direkt zerstört. Gleichzeitig werden die Tumorzellen für eine Behandlung mit Strahlen und Medikamenten sensibilisiert. Man vermutet, dass die Hitzeeinwirkung die Durchlässigkeit der Zellmembran der Tumorzellen erhöht, was das Eindringen von größeren Molekülen an Chemotherapeutika erleichtert. Die meisten lokalen Hyperthermiebehandlungen verwenden diesen Temperaturbereich. Besonders hohe Temperaturen, über 50 Grad, werden für die Ablation (Wegbrennen) von Tumoren eingesetzt. Hier wird eine „Heizstange“ direkt in den Tumor eingeführt. Diese Vorgehensweise grenzt an einen chirurgischen Eingriff, wo statt Skalpell der „Heizstab“ zum Einsatz kommt.

Aber neben dem über 50 Grad warmen Heizstab kommen andere Techniken zur Anwendung, die weniger auf eine chirurgisch ausgerichtete Behandlung abzielen. Wärmequellen können sein: Ultraschall, Infrarotsauna, Mikrowellen, Induktionswärme, magnetische Hyperthermie, Infusionen mit warmen Flüssigkeiten, die sich für eine lokale Therapie eignen, aber auch die eben erwähnten Wärmewickel oder eine traditionelle Sauna für die Ganzkörpertherapie.

Hyperthermie und wissenschaftliche Untersuchungen

Bis auf 2 Ausnahmen habe ich mich auf neuere Veröffentlichungen „gestürzt“.

Denn an älteren und neueren Arbeiten zum Thema Hyperthermie und Krebs besteht kein Mangel. Wie etabliert diese Therapieform bei einigen Onkologen zu sein scheint, belegt eine etwas ältere Veröffentlichung aus dem Jahr 2001:

Falk MH, Issels RD.
Medizinische Klinik III, Klinikum Grosshadern, Munich, Germany.
„Hyperthermia in oncology.“
Int J Hyperthermia. 2001 Jan-Feb;17(1):1-18.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11212876

Die beiden Autoren liefern eine Übersicht, inwieweit Hyperthermie und konventionelle Behandlungsformen in Kombination bei Krebserkrankungen zum Einsatz kommen. Laut ihrer Einschätzung ist die klinische Anwendung der Hyperthermie, mit Erhöhungen der Gewebetemperatur auf 40 bis 44 Grad Celsius, bereits ein integraler Bestandteil einer multimodalen Behandlungsstrategie von Krebserkrankungen.

Dieser Beitrag beschreibt ausgewählte Phase-I- oder -II- (n = 17) und Phase-III-Studien (n = 16), die die Wirkung von Hyperthermie in Kombination mit einer Strahlentherapie (10 Studien), Chemotherapie (15 Studien) oder beidem (8 Studien) bei mehr als 2200 Patienten untersucht. Die Arbeiten wurden mit Kindern und Erwachsenen durchgeführt, die eine Reihe von verschiedenen Tumorformen aufwiesen (z.B. Melanome, Kopf- und Hals-Krebs, Brustkrebs, Krebs des Magen, Darmkrebs- oder Urogenitaltrakts, Glioblastome, Sarkome).

Laut Meinung der Autoren hat eine fundierte wissenschaftliche Forschung die Grundlage geschaffen für einen gleichzeitigen Einsatz von Hyperthermie und konventionellen Behandlungsformen. Die Hyperthermie wird mehr und mehr im klinischen Alltag akzeptiert und eingesetzt, nicht zuletzt auch durch eine Reihe von technischen Verbesserungen bei der Wärmeerzeugung und Anwendung. Diese erlauben eine selektive Wärmeapplikation in ausgewählten Arealen, oberflächlich oder im tieferen Gewebe.

Zur Zeit (2001) laufen eine Reihe von klinischen Studien zur Effizienz von Hyperthermie und Chemotherapie bzw. Strahlentherapie, um die Kontrolle von Tumoren zu erhöhen und die Lebenserwartung ohne Rezidive zu verlängern.

Ein Jahr später (2002) erschien eine Veröffentlichung aus der Charité, Berlin, die im Wesentlichen den vorherigen Artikel bestätigen konnte. Auch hier wird die Kombinationstherapie befürwortet und deren Effektivität unterstrichen ("Hyperthermia in combined treatment of cancer" – http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12147435).

Garcia et al.
Laboratório de Farmacologia e Biocompatibilidade Celular, Faculdade de Medicina Dentária, Universidade do Porto (FMDUP), Porto, Portugal.
„Acute and long-term effects of hyperthermia in b16-f10 melanoma cells.“
PLoS One. 2012;7(4):e35489.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22532856

Bei dieser Arbeit handelt es sich um eine Laborstudie, die den Einfluss von Wärme auf Melanomzellen untersucht und beurteilt. Die Zellen wurden einmalig für die Dauer von 30 Minuten auf 45 Grad Celsius aufgewärmt und danach bei 37 Grad Celsius für die Dauer von 14 Tagen aufbewahrt. Eine weitere Zellkultur wurde ohne vorherige Aufwärmung für 14 Tage bei 37 Grad Celsius aufbewahrt. Sie diente als Kontrollkultur. Nach 14 Tagen wurden beide Kulturen auf Hitzeschockreaktionen untersucht.

Unmittelbar nach der Wärmeeinwirkung zeigte die Zellen Anzeichen eines rapiden Zerfalls. Nach 24 Stunden zeigte die Kultur eine deutlich verminderte Lebensfähigkeit, Veränderungen in der Zellmorphologie und der Organisation des Zellskeletts. Die Zahl der aneinander haftenden Zellen war signifikant rückgängig und viele der Zellen waren in einem Zustand der apoptotischen Spätphase. Zudem war die Genaktivität in diese Zellen signifikant verändert.

 Die Untersuchung nach 14 Tagen zeigte eine geringe Lebensfähigkeit der verbliebenen Zellen und eine geringe Zahl an zusammenhängenden Zellverbänden. Die übrig gebliebenen Zellen zeigten zudem Zeichen einer frühen Apoptose. Dennoch enthielt die mit Wärme behandelte Kultur immer noch eine kleine, aber relativ konstante Menge an Zellen, die sich in der Teilungsphase S und G(2)/M befanden, was auf einen funktionstüchtigen Metabolismus dieser Zellen schließen lässt. Die Zellteilung verläuft generell in verschiedenen Phasen.

Die S-Phase ist die Synthesephase, wo die Verdoppelung der DNA stattfindet. Die anschließende G(2)-Phase ist die prämitotische Phase, wo die Zelle auf die eigentliche Teilung, die Mitose, vorbereitet wird. In der dann folgenden M-Phase erfolgt die Teilung der Chromosomen, des Zellkerns und der Zelle. In dieser Phase ist die Zelle von Nachbarzellen losgelöst, was auch in den mit Wärme behandelten Zellen beobachtet werden konnte.

Die Autoren schlossen aus diesen Beobachtungen, dass die Melanomzellen empfindlich auf eine einmalige Wärmebehandlung von 45 Grad Celsius reagieren. Diese Behandlung brachte signifikante Akut- und Langzeiteffekte mit sich. Jedoch verbleibt eine geringe, aber dafür konstante Zahl an metabolisch aktiven Zellen, die unter Umständen der Grundstock für ein neues Aufleben des Tumors dienen können.

Nachdem das Labor die Effektivität der Hyperthermie hat zeigen können und zugleich auch deren mögliche Begrenzung, ist es an der Zeit, sich einmal die klinische Seite dieser Therapieform anzuschauen.

Spiliotis et al.
J BUON. 2011 Jan-Mar;16(1):74-9.
„The role of cytoreductive surgery and hyperthermic intraperitoneal chemotherapy in the management of recurrent advanced ovarian cancer: a prospective study.“
Department of Surgery-A, Metaxa Cancer Hospital, Piraeus, Greece.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21674853 

Die Autoren dieser Studie untersuchten die Möglichkeit, ob die Hyperthermie und Chemotherapie eine relevante Alternative bei der Behandlung von Eierstockkrebs darstellt. In diese Studie wurden 48 Patienten aufgenommen, die an einem fortgeschrittenem Stadium von Eierstockkrebs litten (Stadium III und IV), bei denen ein Rezidiv nach einer vorausgegangenen Behandlung aufgetreten war.

Diese Behandlung bestand in einer operativen Entfernung des Tumors oder Strahlen- bzw. Chemotherapie. Die Patientinnen wurden in zwei Gruppen aufgeteilt mit jeweils 24 Teilnehmerinnen pro Gruppe. Gruppe A wurde mit operativen Eingriffen und einer Kombination von Hyperthermie und lokaler Chemotherapie plus anschließender systemischer Chemotherapie behandelt. Die Vergleichsgruppe wurde operativ und mit systemischer Chemotherapie behandelt, erhielt aber keine Hyperthermiebehandlung.

Die Resultate zeigten, dass die mittlere Überlebenszeit für Gruppe A bei 19,4 Monaten lag. Die der Vergleichsgruppe lag bei 11,2 Monaten. Die 1-Jahres-Überlebensrate war 85 Prozent für Gruppe A, aber nur 35 Prozent für Gruppe B. Die 3-Jahres-Überlebensrate für Gruppe A lag bei 50 Prozent, die der Gruppe B bei 18 Prozent.

Also schlossen die Autoren, dass der Einsatz einer Hyperthermie in Zusammenhang mit einer lokalen Chemotherapie die Lebenserwartung dieser Patientinnen signifikant verbessern kann.

Ohguri et al.
Department of Radiology, University of Occupational and Environmental Health, Kitakyushu, Japan.
„Re-irradiation plus regional hyperthermia for recurrent non-small cell lung cancer: A potential modality for inducing long-term survival in selected patients.“
Lung Cancer. 2012 Mar 23.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22445656 

Die Autoren gaben an, mit dieser Arbeit die Toxizität und Effektivität von Nachbestrahlung und lokaler Hyperthermie bei rezidivierendem, nicht kleinzelligem Lungenkrebs zu untersuchen. Außerdem wollten sie die Faktoren ermitteln, die sich für eine Voraussage für die Langzeitüberlebensrate eigneten.

Insgesamt waren 33 Patienten in diese Studie aufgenommen worden. Sie alle zeigten ein rezidivierendes, nicht kleinzelliges Lungenkarzinom (NSCLC), das mit Nachbestrahlung und einer lokalen Hyperthermie behandelt wurde. Die daraus gewonnenen Daten wurden im Nachhinein neu analysiert. Insgesamt wurden 5 Hyperthermiebehandlungen zeitgleich mit der Bestrahlungstherapie durchgeführt.

Es wurden während der Therapie keine höhergradigen Toxizitätserscheinungen notiert. Die mittlere Überlebenszeit lag bei 18,1 Monaten. 8 Patienten erzielten eine langfristige Überlebenszeit von 3 und mehr Jahren nach der Nachbestrahlung. 4 der Patienten unterzogen sich einer erneuten (dritten) Nachbestrahlung aufgrund von wieder aufgetretenen Tumoren.

Die statistische Analyse zeigte, dass ein Tumor mit einer Größe von weniger als 4 cm und der Abwesenheit von entfernt gelegenen Metastasen ein wichtiger Voraussagefaktor war für eine bessere Überlebenswahrscheinlichkeit. In einer Teiluntersuchung der Daten von 23 Patienten, die mit Hyperthermie behandelt worden waren, bei der Elektroden mit einem Durchmesser von 30 cm zum Einsatz gekommen waren, zeigte sich, dass die Anwendung von höheren Radiofrequenzen mit einer besseren Prognose in Bezug auf die Tumorkontrolle assoziiert war.

Die Autoren folgerten demnach, dass die Nachbestrahlung plus lokale Hyperthermie bei diesem Krankheitsbild eine vernünftige Behandlungsalternative darstellt. Die Toxizität war weitestgehend verringert. Und es zeigte sich die Tendenz, dass durch diese Behandlung das Langzeitüberleben der Patienten ohne entfernt gelegene Metastasen und mit kleineren Tumoren deutlich verbessert wird.

Fazit

Die Hyperthermiebehandlung bei Krebserkrankungen scheint sich langsam und sicher in der Schulmedizin „einzubürgern“. Ob sie dabei das ganze Potential dieser Behandlungsform ausschöpft, bleibt zur Zeit noch ein Rätsel. Denn in der Schulmedizin ist man sich einig, das diese Therapie bestenfalls eine Zusatztherapie sein kann. Aber auch hier fehlen wieder die vergleichenden Studien, die die konventionelle Therapie mit der alternativen vergleicht in Bezug auf Wirkung und Nebenwirkung. Auf der anderen Seite ist das Einbeziehen der Hyperthermie ein erster, wichtiger Schritt in der Schulmedizin, auch weniger profitträchtige Anwendungsformen bei der Therapie von Krebserkrankungen zu berücksichtigen. Zumindest können sich die Überlebensraten im Vergleich zu den Überlebensraten bei ausschließlich eingesetzter Chemotherapie sehen lassen. Erinnert sei hier an den Jubel über die lebensverlängernde Wirkung von Avastin, dass für teures Geld die Patienten im Durchschnitt keine 5 Monate länger leben lässt (http://naturheilt.com/blog/angiogenese-oder-essen-gegen-krebs/). Und so ein Medikament galt lange als „Durchbruch“ in der Therapie von Lungenkrebs.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 24.07.2012 aktualisiert