Akupunktur in der Schmerztherapie

Wissenschaftlich gesicherte Erfolge in der Schmerztherapie bei Kopfschmerzen, Migräne, Menstruationsbeschwerden und Rückenschmerzen 

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

Wie wirkt Akupunktur bei Schmerzen?

Erklärungsversuche für die Wirkung aus neuerer wissenschaftlicher Sicht gibt es viele. Am bekanntesten ist derjenige, der von der Ausschüttung körpereigener Endorphine ("Glückshormone") ausgeht. Dieses Erklärungsmodell erklärt aber nicht die gezielte Wirkung auf bestimmte Körperregionen.

Die chinesische Medizin und die Akupunktur haben ein sehr komplexes eigenes Erklärungs- und Regelsystem. Dieses System besteht vor allem in einer Sicht des Menschen, der alle Veränderungen gleichermaßen auf körperlicher, geistiger und emotionaler Sicht begreift.

Die Lebensenergie "Qi" hält uns nach chinesischer Ansicht im Gleichgewicht

Schmerzen jeder Art werden in der traditionellen Chinesischen Medizin auf Störungen im Fluss der Lebensenergie "Qi" zurückgeführt. Dieses "Qi" wird vom Körper entweder selbst erzeugt oder über die Nahrung und Atmung aufgenommen und verwertet. Es zirkuliert zeitlebens in einem System von "Kanälen" oder Leitbahnen (Meridianen).

Wenn Sie von Qi noch nie etwas gehört, werden Sie wahrscheinlich (genauso wie ich am Anfang) denken: Was soll das denn sein? Hört sich ja verrückt an. Aber: Je länger ich mich mit dieser Vorstellungswelt und mit Erkrankungen beschäftige, weiß ich, dass das mit dem Qi hat und Fuß hat.

Normalerweise spürt man von diesem zirkulierenden Qi nichts. Gerät jedoch der Organismus aus irgendeinem Grunde in ein Ungleichgewicht, zeigen sich die "Schwachstellen" des Systems und der Körper reagiert mit Symptomen:

Das Qi stockt an irgendeinem Ort und die entstehende "Stauung" oder Blockade macht sich dann als Schmerz bemerkbar. Dieser Schmerz kann die unterschiedlichsten Charakteristiken haben: Brennen, Stechen, Drücken, Ziehen, mal als dumpfes oder bohrendes, zuckendes oder krampfendes Gefühl - je nachdem, wodurch die Störung verursacht wurde.

Die auslösenden Faktoren können innerlicher (ernährungs- oder psychisch-emotional bedingt) oder äußerlicher (Wetter, Verletzung, Impfung, Infektion usw.) Natur sein.

So wird bei der Akupunktur vorgegangen...

Bei der Akupunktur wird bei einer Störung des Qi-Flusses folgendermaßen verfahren:
Nach der Vorstellung, dass der gleichmäßige Fluss im Leitbahnsystem (Meridianen) wiederhergestellt werden muss, um so die Schmerzen dauerhaft zu beseitigen, werden die auf diesen Leitbahnen liegenden Akupunkturpunkte mit dünnen Nadeln stimuliert.

Diese ausgesuchten Akupunktur-Punkte liegen über den Körper verteilt, und ein geübter Akupunkteur macht sich die Kenntniss der Regeln und der Punkte zunutze, indem er zum Beispiel weit von der schmerzenden Stelle entfernt Nadeln sticht.

Neben den Nadeln werden verschiedene andere Instrumente zur Reizung des Akupunkturpunkte benutzt: häufiger ist auch die Erwärmung mit glimmenden Kräutern ("Moxibustion"), das Schröpfen mit speziell angefertigten Gläsern und bestimmte Massagetechniken.

Ziel der Behandlung ist die Wiederherstellung eines Gleichgewichtes

Die Beseitigung einer lokalen Blockade ist eine Sache, die andere ist herauszufinden, warum es an dieser Stelle zu einer Störung gekommen ist. Wo und wann der Organismus aus seinem harmonischen Gleichgewicht geraten ist und somit die Voraussetzung für die Schmerzen zu finden sind.

Hierzu bedarf es einer ausführlichen Diagnostik. In einem ausführlichen Gespräch wird mit anschließender Zungen- und Puls- und ggf. Bauchdiagnose herausgefunden, welche Mechanismen zu der Störung geführt haben. Diese können zum teil sehr lange zurückliegen - wie z.B. Impfungen, durchgemachte schwere Erkrankungen, Operationen und Stresssituationen.

Auf Grundlage dieser Befunde wird ein Therapiekonzept erstellt, das sowohl die aktuellen Schmerzen als auch die diesen zugrunde liegende Störung mit einbezieht. Letztlich ist es das Ziel eines klassischen Akupunkteurs, alle Aspekte des kranken Menschen im wahrsten Sinne des Wortes "auf den Punkt zu bringen".

Gibt es Nebenwirkungen?

Gravierende Nebenwirkungen gibt es nicht, wohl aber gelegentlich nicht erwartete Wirkungen. Dieses ist der Fall, wenn beispielsweise der Organismus anfängt nach jahrzehntelanger Blockade von Körperfunktionen wieder in Fluss gerät und sich anfängt zu "wehren".

Wichtig ist es , dass die grundlegende Heilung Schritt für Schritt erfolgt und eine gewisse Zeit braucht - je nachdem, wie tiefgreifend und lange die Störung vorhanden ist.