Akupunktur in der Schmerztherapie
Wissenschaftlich gesicherte Erfolge in der Schmerztherapie bei
Kopfschmerzen, Migräne, Menstruationsbeschwerden und Rückenschmerzen
Wie wirkt Akupunktur bei Schmerzen?
Erklärungsversuche für die Wirkung aus neuerer wissenschaftlicher Sicht gibt es viele. Am bekanntesten ist
derjenige, der von der Ausschüttung körpereigener Endorphine ("Glückshormone") ausgeht. Dieses Erklärungsmodell
erklärt aber nicht die gezielte Wirkung auf bestimmte Körperregionen.
Die chinesische Medizin und die Akupunktur haben ein sehr komplexes eigenes Erklärungs- und Regelsystem. Dieses
System besteht vor allem in einer Sicht des Menschen, der alle Veränderungen gleichermaßen auf körperlicher,
geistiger und emotionaler Sicht begreift.
Die Lebensenergie "Qi" hält uns nach chinesischer Ansicht im Gleichgewicht
Schmerzen jeder Art werden in der traditionellen Chinesischen Medizin auf Störungen im Fluss der Lebensenergie
"Qi" zurückgeführt. Dieses "Qi" wird vom Körper entweder selbst erzeugt oder über die Nahrung und Atmung
aufgenommen und verwertet. Es zirkuliert zeitlebens in einem System von "Kanälen" oder Leitbahnen (Meridianen).
Wenn Sie von Qi noch nie etwas gehört, werden Sie wahrscheinlich (genauso wie ich am Anfang) denken: Was soll
das denn sein? Hört sich ja verrückt an. Aber: Je länger ich mich mit dieser Vorstellungswelt und mit Erkrankungen
beschäftige, weiß ich, dass das mit dem Qi hat und Fuß hat.
Normalerweise spürt man von diesem zirkulierenden Qi nichts. Gerät jedoch der Organismus aus irgendeinem Grunde
in ein Ungleichgewicht, zeigen sich die "Schwachstellen" des Systems und der Körper reagiert mit Symptomen:
Das Qi stockt an irgendeinem Ort und die entstehende "Stauung" oder Blockade macht sich dann als Schmerz
bemerkbar. Dieser Schmerz kann die unterschiedlichsten Charakteristiken haben: Brennen, Stechen, Drücken, Ziehen,
mal als dumpfes oder bohrendes, zuckendes oder krampfendes Gefühl - je nachdem, wodurch die Störung verursacht
wurde.
Die auslösenden Faktoren können innerlicher (ernährungs- oder psychisch-emotional bedingt) oder äußerlicher
(Wetter, Verletzung, Impfung, Infektion usw.) Natur sein.
So wird bei der Akupunktur vorgegangen...
Bei der Akupunktur wird bei einer Störung des Qi-Flusses folgendermaßen verfahren:
Nach der Vorstellung, dass der gleichmäßige Fluss im Leitbahnsystem (Meridianen) wiederhergestellt werden muss, um
so die Schmerzen dauerhaft zu beseitigen, werden die auf diesen Leitbahnen liegenden Akupunkturpunkte mit dünnen
Nadeln stimuliert.
Diese ausgesuchten Akupunktur-Punkte liegen über den Körper verteilt, und ein geübter Akupunkteur macht sich die
Kenntniss der Regeln und der Punkte zunutze, indem er zum Beispiel weit von der schmerzenden Stelle entfernt Nadeln
sticht.
Neben den Nadeln werden verschiedene andere Instrumente zur Reizung des Akupunkturpunkte benutzt: häufiger ist
auch die Erwärmung mit glimmenden Kräutern ("Moxibustion"), das Schröpfen mit speziell angefertigten Gläsern und
bestimmte Massagetechniken.
Ziel der Behandlung ist die Wiederherstellung eines Gleichgewichtes
Die Beseitigung einer lokalen Blockade ist eine Sache, die andere ist herauszufinden, warum es an dieser Stelle
zu einer Störung gekommen ist. Wo und wann der Organismus aus seinem harmonischen Gleichgewicht geraten ist und
somit die Voraussetzung für die Schmerzen zu finden sind.
Hierzu bedarf es einer ausführlichen Diagnostik. In einem ausführlichen Gespräch wird mit anschließender Zungen-
und Puls- und ggf. Bauchdiagnose herausgefunden, welche Mechanismen zu der Störung geführt haben. Diese können zum
teil sehr lange zurückliegen - wie z.B. Impfungen, durchgemachte schwere Erkrankungen, Operationen und
Stresssituationen.
Auf Grundlage dieser Befunde wird ein Therapiekonzept erstellt, das sowohl die aktuellen Schmerzen als auch die
diesen zugrunde liegende Störung mit einbezieht. Letztlich ist es das Ziel eines klassischen Akupunkteurs, alle
Aspekte des kranken Menschen im wahrsten Sinne des Wortes "auf den Punkt zu bringen".
Gibt es Nebenwirkungen?
Gravierende Nebenwirkungen gibt es nicht, wohl aber gelegentlich nicht erwartete Wirkungen. Dieses ist der Fall,
wenn beispielsweise der Organismus anfängt nach jahrzehntelanger Blockade von Körperfunktionen wieder in Fluss
gerät und sich anfängt zu "wehren".
Wichtig ist es , dass die grundlegende Heilung Schritt für Schritt erfolgt und eine gewisse Zeit braucht - je
nachdem, wie tiefgreifend und lange die Störung vorhanden ist.
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