Angsttherapie der einfachen Art: Palmtherapie – Handflächentherapie

Wie Phobien einem Händedruck weichen...

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten kommt mal wieder Unmögliches herüber. Da wo Heerscharen an Psychiatern, Psychologen und Psychoanalytikern in Kleinstarbeit über längeren Zeitraum an mentalen Ausnahmezuständen schrauben und drehen, reicht ein einfacher amerikanisch-israelischer Händedruck, um zu den Ergebnissen zu kommen, die die Fachwelt sehnlichst herbeiarbeitet.

Gemeint ist die Therapie von Phobie, die in verschiedenen Farben und Gewändern ihr Unwesen treibt.

Flugphobie, Katzenphobie, Spinnen- und Insektenphobie, die Liste ist unendlich.

Statt Psycho-Studium also nur noch ein 2-Minuten Händedruck?

Wir kennen ja die 5-Minuten Terrine, die einen ganzen Kochlehrgang ersetzt.

Jetzt haben wir also nach amerikanischem Fast-Food auch noch eine amerikanische Fast-Phobia-Solution.

Who is afraid of Dr. Zwang?

Es ist ein in den Staaten praktizierender israelischer Naturarzt, Dr. Moshé Zwang, der die Handflächen-Therapie gegen Phobien verbreitet hat. Entstanden ist die Idee aus seinem Hobby, dem Handlesen. Ihm zufolge gibt es zahlreiche Parallelen zwischen Handlinien und Charaktereigenschaften der Menschen. Diese Annahme ließ ihn vermuten, dass Charaktereigenschaften nicht nur in der Lage sind, Handlinien zu formen, sondern dass man umgekehrt über die Handlinien Einfluss nehmen kann auf die Charaktereigenschaften, bzw. Teile dieser Eigenschaften. Eine genaue Ausführung seiner Theorie hat er in einem Buch mit dem Titel „Palm Therapy“ zusammengefasst. Was Zwang entdeckte, waren zwei Punkte auf der Handfläche, die durch Drücken einen sofortigen hypnotischen Zustand provozieren. Daraus entwickelte der Schweizer Hans-Peter Zimmermann das Handflächen-Phobiemodell, was wie folgt aussieht:

Hände und Linien

Um das Modell zu verstehen, muss man die drei bedeutendsten Linien der Hand identifizieren können: Die Herz-, Kopf- und Lebenslinie. Die Herz- und die Kopflinie werden uns dabei besonders interessieren. Da aber die Lebenslinie und die Kopflinie bei vielen Personen zwischen Daumen und Zeigefinger sich vereinen und ca. bis zu zwei Zentimeter zusammen verlaufen, bevor sie sich trennen, hat dies Konsequenzen für die Druckpunktfindung. Etwas anders sieht es aus bei den Personen, bei denen beide Linien scharf voneinander getrennt sind und keine gemeinsamen Verläufe aufzeigen.

Die Druckpunkte

Der erste Druckpunkt liegt auf der Herzlinie. Es spielt hier keine Rolle, ob Kopf- und Lebenslinie sich vereinen oder nicht. Die genaue Lokalisierung liegt auf der Herzlinie zwischen dem kleinen Finger und dem Ringfinger. Man drückt mit leichtem Druck auf den Mittelhandknochen (Metacarpal Nr. 5) des kleinen Fingers.

Der zweite Druckpunkt liegt auf der Kopflinie. Dieser befindet sich etwa einen halben Zentimeter hinter dem Beginn der Kopflinie auf Zeigefingerhöhe. Der Druckpunkt rutscht allerdings ein wenig handeinwärts wenn der Ursprung der Lebens- und Kopflinie zusammenfallen. Man sollte auf keinen Fall die Lebenslinie beim Drücken mit einbeziehen.

Die praktische Druckanwendung

Auf diese Art und Weise versprechen Herr Zimmermann und Dr. Zwang ein Verschwinden der Phobie nach nur zwei Minuten Drucktherapie.

  1. Man soll durch Fragen feststellen, ob die betroffene Person wirklich bereit ist, ihre Phobie loszuwerden. Personen, die eine Phobie als interessanten Charakterzug pflegen, sind für diese Form der Behandlung nicht geeignet.
  2. Dann soll die Person die Augen schließen und sich auf ihre Phobie konzentrieren.
  3. Die nächsten Fragen an die Person betreffen körperliche Symptome und deren Bewertung auf einer Skala von 1 bis 10, wobei 1 ganz schwach und 10 extrem stark ist. Wichtig ist auch die Frage, wo im Körper die Gefühle auftreten.
  4. Nach der Notierung der Symptome und deren Bewertung wird die linke Hand der Person genommen und die beiden Druckpunkte an den beschriebenen Stellen gedrückt. Dies geschieht mit den Daumennägeln. Die Person muss dabei noch gedanklich bei der Phobie verharren.
  5. Nach weiteren 10 Sekunden soll die Person die Augen öffnen. Der Druck auf die Druckpunkte bleibt dabei für weitere zwei Minuten bestehen, wobei die Person in eine belanglose Konversation verwickelt wird. Diese Vorgehensweise lenkt die Person vom eigentlichen Geschehen ab.
  6. Nach diesen zwei Minuten wird der Druck aufgehoben und die Person gefragt, nochmals die Augen zu schließen und sich in die Phobie zurückzuversetzen. Sie soll dabei mit allen Mitteln bemüht sein, die körperlichen Symptome zu reproduzieren.

Zu diesem Zeitpunkt ist die Phobie bei vielen Personen nicht mehr existent. Sollten aber dennoch „Rezidive“ auftreten, wird die Prozedur nochmals mit der rechten Hand wiederholt.

Was geht hier vor?

Was im Einzelnen hier bei dieser Behandlungstechnik passiert, ist weitestgehend unbekannt. Dr. Zwang behauptet, dass der Druck einen sofortigen hypnotischen Zustand bedingt (Zwangs-Hypnose?). Aber auch ohne Trance Zeichen und Suggestion, so behauptet es Herr Zimmermann, funktioniert diese Technik.

Seine Vermutungen beziehen sich auf Impulse, die von den Druckpunkten aus an das limbische System geliefert werden. Diese Impulse könnten Auslöser für angelernte, phobische Informationen sein, die zum neurotischen Verhaltensmuster beitrügen.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 24.07.2012 aktualisiert