Allgemeines Verständnis des Ayurveda

Ayurveda ist die tragende Säule und somit das Zentrum der Medizin in Indien

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Für viele Inder ist die jahrtausende alte Heilmethode Ayurveda „echte Medizin", die sie zum Teil von schweren chronischen Krankheiten befreit und die nicht selten sogar Leben rettet.

In Indien arbeiten mehr als 300.000 ayurvedische Ärzte. Sie versorgen etwa zwei Drittel der Bevölkerung Indiens. Über neun Jahre dauert ihre Ausbildung. Viele Ayurveda-Therapeuten in Europa haben dagegen oft nur einen „Ayurveda-Schnellkurs” an einigen Wochenenden absolviert.

Selbstverständlich wird in Indien auch nach den Prinzipien der westlichen Schulmedizin behandelt. Doch die ist oft nur bei akuten Notfällen gefragt. Dagegen gehören chronische Krankheiten eindeutig zur Domäne des Ayurveda.

Doch Ayurveda orientiert sich an der Gesundheit des Menschen und nicht ander Krankheit:

„Ein Mensch wird gesund genannt, dessen Doshas (Körpersäfte) im Gleichgewicht sind,
der über eine ausgewogene Verdauung verfügt, bei dem die Gewebe richtig aufgebaut und die Abfallstoffe ausgeschieden werden, dessen Seele und Geist sich in einem Zustand dauerhaften, inneren Glücks befinden.“
(Caraka, ayurvedischer Arzt um 1000 v. Chr.)

Die "Ayurveda-Szene" ist in Deutschland relativ unüberschaubar. Ayurveda ist kein geschützter Begriff und wird im wesentlichen als "Wellness Kur" angeboten. 

Gute und ausgebildete Therapeuten gibt es hingegen relativ wenige. Dies hat verschiedene Gründe:

Zum einen gibt fast keine Ayurveda - Lehrer oder Schulen in Deutschland.

Zweitens: Die Verfahren des Ayurveda finden wir (fast) alle auch in der "klassischen" Naturheilkunde westlicher Medizin: Einläufe, abführen, entgiften... das haben auch wir alles im Programm - zumindest jeder Heilpraktiker, der auch nur halbwegs während der Ausbildung aufgepasst hat, kennt diese Verfahren.

"Wie finde ich einen geeigneten Ayurveda Therapeuten?"

Das ist in Deutschland nicht einfach. Denn hier hat sich eine Ayurveda-Richtung etabliert, die mit dem ursprünglichen Verfahren nur noch wenig gemein hat: das so genannte Maharishi-Avurveda.

Die Bezeichnung geht auf den in den 70er Jahren als Guru der Beatles bekannt gewordenen Maharishi Mahesh Yogi zurück. Er propagiert zusammen mit dem Ayurveda auch die Transzendentale Meditation (TM) - eine Meditationstechnik, durch die selbst das Fliegen möglich sein soll.

Maharishi und seine Anhänger haben im Jahr 1985 Ayurveda für ihre Ziele entdeckt und sich den Namen „Maharishi-Ayurveda” als Marke schützen lassen. Kritiker sehen darin lediglich das Bestreben, durch die Ayurveda-Therapien und den Verkauf selbst entwickelter Medikamente die TM-Bewegung zu fördern und zu finanzieren.

Die Ausbildung eines Maharishi-Ayurveda Therapeuten beschränkt sich oft nur auf wenige Wochenenden.

Es spricht auch nichts dagegen, diese Angebote wahrzunehmen. Klar sollte jedoch sein, dass dem Ayurveda hier lediglich eine Wellness- oder Entspannungskomponente beigemessen wird. Lassen Sie sich durch Therapeuten nicht (gegen Ihren Willen) zum Beitritt in die TM-Sekte drängen.

Selbst vielen Medien sind diese Verbindungen zwischen etlichen deutschen Ayurveda-Angeboten und der "Maharishi-Sekte" offensichtlich unbekannt. Oft werden in Berichten über Ayurveda als Ansprechpartner nur die „Deutsche Gesellschaft für Ayurveda” in Berlin oder die „Ayurveda-Klinik Parkschlösschen” in Traben-Trabach genannt. Beide Organisationen sind dem „Maharishi-Ayurveda” zuzurechnen.


 

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 24.07.2012 aktualisiert