Craniosacrale Therapie - Wesen und Wirkung

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Die auch in Deutschland zunehmend angewendete, alternativmedizinische Cranio-Sacral-Therapie (cranio-sacral für Schädel-Kreuzbein) hat ihre Wurzeln in der Osteopathie. Der Osteopathische Ansatz beinhaltet, dass Blockaden und Einschränkungen der Bewegung von Faszien wie Gelenken Symptome innerhalb weiterer Organe und Körperbereiche initiieren.

Mittels bestimmter manuelle Techniken widmen sich Osteopathen unterschiedlichsten Krankheitsbildern wie beispielsweise Bluthochdruck oder Migräne.

Die Cranio-Sacral-Therapie selbst wurde von dem US-Amerikaner und Mediziner William Garner Sutherland, Ziehsohn des Osteopathiebegründers Andrew Still, angeregt und durch den Osteopathen John E. Upledger in den 1980er Jahren zu einer modernen, zehnschrittigen Therapieform weiterentwickelt.

Upleger ging dabei von der Existenz so genannter Energiezysten aus, innerhalb derer sich bestimmte Traumata im Gewebe manifestierten und erweiterte den ursprünglichen Ansatz um Verfahren alternativer Psychotherapie. Auch der Brite Franklyn Sills sowie der Amerikaner Hugh Milne entwickelten eigene, individuelle Konzepte mit biodynamischen bzw. schamanistischen Elementen. Nationale und internationale private Institute bilden gegenwärtig zum Cranio-Sacral-Therapeuten aus, - und folgen dabei den jeweiligen, spezifischen konzeptuellen Ausrichtungen.

Die manuelle Therapie arbeitet mit Handgriffen im Schädel- und Kreuzbeinbereich. Die Cranio-Sacral-Therapie geht von einem sich auf Gewebe und Knochenapparat transferierenden, rhythmischen und gezeitengeleiteten Pulsieren der Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit aus, dem Cranio-Sacralen-System, dessen Effekte manuell ertastbar sind, wobei vorausgesetzt wird, dass einzelne Knochen der Schädelkalotte gegeneinander beweglich sind.

Die Craniosakrale Körpertherapie setzt voraus, dass Rückenmark und Gehirn quasi in einer Flüssigkeit mit eigenem Rhythmus von sieben bis vierzehn Zyklen in der Minute, dem Liquor, schwimmen. Je nach (Gesundheits-)Zustand und Schwingung des Liquor (laut Sutherland der „Atem des Lebens“) lassen sich Aussagen über mentales und körperliches Wohlbefinden eines Menschen machen.

Über ein sanftes Ertasten und anatomisch genaues Berühren von Schädel, Rücken und Becken verschafft sich der Therapeut ein umfassendes Bild existierender Blockaden und Stockungen der Funktion bzw. des individuellen Cranio-Rhythmus. Die manuelle, ressourcengelenkte Therapie wirkt dabei auch mittelbar auf Schädelmembranen, Bindegewebe und Hirnhaut ein. Zur Stärkung und Harmonisierung werden so genannte Stillpunkte gesetzt.

Das Ziel: Energien fließen und psychische Traumata werden mittels Somato-Emotionaler-Prozessarbeit gelöst bzw. Traumata aus dem Gedächtnis der Zellen entlassen. Bestimmte Emotionen und Denkmuster vorheriger Blockaden treten an die Oberfläche. Eine tiefe Entspannung tritt ein, die Selbstheilungskräfte des Körpers sowie das Immunsystem werden reaktiviert bzw. ein optimales Funktionieren des vegetativen Nervensystems erreicht.

Die Cranio-Sakrale-Therapie wirkt sich bei eine Reihe von Krankheitsbildern wie Schmerzzuständen, Migräne, Rückenbeschwerden und Verspannungen und psychosomatischen Beschwerden sowie Störungen des Zentralen Nervensystems wie Parkinson, Multipler Sklerose, Cerebral Parese und Apoplex positiv heilend aus. Auch hyperaktive oder Kinder mit Teilleistungsstörungen sprechen gut auf diese Behandlungsform an. Gute Erfolge lassen sich außerdem bei Schwangerschaftsbeschwerden, Geburtstraumata und postoperativen Einschränkungen beobachten.

Die Craniosacrale Methode versteht sich als ganzheitlicher, nicht direktiver Ansatz. Ihre Verfahren sprechen sowohl strukturelle als auch emotionale und psychologische Aspekte an, - sinnvolle Ergänzungen durch weitere Therapieverfahren und Ansätze sind nicht nur unproblematisch, sondern ausdrücklich erwünscht. Zusatzqualifikationen hinsichtlich der Verfahren Cranio-Sakraler-Therapie erweisen sich daher sowohl für Mediziner und Heilpraktiker als auch Psychologen und Psychotherapeuten als sinnvolle Ergänzung.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 24.07.2012 aktualisiert