Klinische Homöopathie
Die Richtung der "klinischen Homöopathie"
In der klinischen Homöopathie ist der grundlegende Ansatzpunkt wie auch in der Komplexmittelhomöopathie die
Krankheitsdiagnose, wobei jedoch bei der klinischen Homöopathie im Gegensatz zur Komplexmittelhomöopathie keine Mittelgemische eingesetzt werden.
Bei der klinischen Homöopathie finden vorzugsweise Mittel der Homöopathie in tiefen Potenzen Anwendung. Die
Potenzen liegen zwischen D1 bis D12.
Bei der Mittelwahl spielt die Ähnlichkeit der Symptome der Erkrankung mit dem Mittel selbst eine Rolle. Dieses
Prinzip wird in der Homöopathie als Ähnlichkeitsprinzip bezeichnet. Als
problematisch ist bei der klinischen Homöopathie der begrenzte Blick auf ganzheitliche Zusammenhänge zu sehen.
Der Heilmittelansatz beschränkt sich ausschließlich auf die klinische Diagnose und öffnet sich nicht den weiten
Möglichkeiten der Homöopathie. Die Homöopathie findet bei der klinischen Homöopathie hauptsächlich innerhalb
der schulmedizinischen Denkansätze Anwendung, die sich vorwiegend auf die lokale Symptombehandlung stützt.
Dennoch: auch diesem Denkansatz entsprechend finden in der klinischen Homöopathie gute
Heilerfolge statt. Ein Hauptvertreter dieser Richtung war der österreichische Arzt Dr. Mathias Dorcsi, Begründer
der Wiener Schule der Homöopathie.

Kritiker werfen der klinischen Homöopathie vor, dass diese gegenüber der klassischen Homöopathie jedoch nur
"oberflächlich" wirke und noch nicht die optimale Wirkungsweise eines ganzheitlichen Heilungsansatzes zeige,
die die klassische Homöopathie zu bieten hat.
Die Blickrichtung erweitert sich hier über die lokale Erkrankung hinaus auf das ganze körperliche System.
Bezieht ein anwendender Homöopath alle körperlichen und psychischen Symptome in seine Mittelwahl mit ein, könnten
die Möglichkeiten der Homöopathie umfassend genutzt werden.
In der Homöopathie wird unter dem Begriff Heilung neben einem Verschwinden der
Krankheitssymptome auch das gesamte Wohlbefinden des Patienten verstanden, das natürlicherweise mit der Heilung
einhergeht.
Zu beobachten sind die Heilerfolge in den Heringschen Regeln: Nach allgemein
verbessertem Zustand findet die Heilung von innen nach außen, von oben nach unten statt und neueste Symptome lösen
sich als erste auf. Hering hatte erkannt, dass bei einer anderen Heilungsreihenfolge die zugrundeliegende Krankheit
lediglich unterdrückt wird. In den Heringschen Regeln liegt die Überprüfung einer Heilung klar auf der Hand.
Wenn man es genau nimmt orientiert sich dieses Homöopathie-Lexikon an der klinischen Homöopathie, weil eine
klinische (schulmedizinische) Diagnose im Vordergrund steht. Bei den in Frage kommenden Mitteln sehen sie dann,
welche Probleme einem die Wahl des richtigen Mittels machen kann...


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