Arsenicum Album

Mittelherkunft und arzneiliche Wirkung von Arsenicum Album

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Arsenicum wird aus Arsenik (oder auch Arsen(III)-oxid) gewonnen, der wichtigsten Verbindung von Arsen. Arsenik ist als Mordgift bekannt, geringe Dosen wirken stimulierend. Früher wurde Arsenik in kleinsten Dosen zur Festigung der Haare, für glänzendes Haar, gegen Malaria und zur Kräftigung der Zähne verwendet. Heute wird es aufgrund seiner Giftigkeit nicht mehr angewandt.

Kern des Mittels in der Homöopathie

Unsicherheit und Ängste sind Mittelkern von Arsenicum Album in der Homöopathie. Die Patienten haben einen starken Mangel an Lebenswärme und fühlen sich körperlich und materiell sehr unsicher.

Auch wund machende Absonderungen, brennende Beschwerden und kolikartige Durchfälle sprechen für Arsenicum. Außerdem ist es eines der Hauptmittel bei Augenbeschwerden.

Allgemeine Symptome

Arsenicum-Patienten haben oft einen festen, sehnigen Körper mit einem knochigen Gesicht. Sie sind unruhig, lebhaft und sensibel. Sie lieben Ordnung (bis hin zur Pedanterie) und sind ehrgeizig.

Selbstsucht und entschiedenes Auftreten sind typisch. Fast immer haben sie einen großen Mangel an Lebenswärme und fühlen sich sehr frostig. Die Beschwerden treten periodisch auf, zum Beispiel jede Nacht nach Mitternacht, alle 14 Tage oder jedes Jahr um die gleiche Zeit. Die Patienten sind schwach bis hin zur Entkräftung.

Essensbedürfnisse und -abneigungen spielen eine große Rolle. In akuten Zuständen haben die Patienten großen Durst, in chronischen Zuständen sind sie durstlos. Gegen Essen im Allgemeinen besteht eine Abneigung. Gemüse, Getreide, Obst, Alkohol und Tabak werden nicht gut vertragen.

Körperliche Symptome

Kopf und Gesicht

  • Blutandrang zum Kopf
  • brennende, pulsierende Kopfschmerzen
  • Gefühl, als würde ein heißer Draht durch den Kopf gezogen
  • Gefühl eisiger Kälte im Kopf
  • Schwindel
  • krustige Ausschläge am Kopf und im Gesicht
  • Haarausfall
  • Meningitis
  • kranker, ängstlicher Gesichtsausdruck
  • brennender Schmerz und neuralgische Beschwerden im Gesicht
  • Krebs im Gesichtsbereich
  • gerötete, wunde Augen
  • starke Augenlidschwellungen
  • Photophobie
  • Bindehautentzündung
  • brennende Schmerzen in der Nase
  • Nasenbluten
  • Niesen
  • Geruchsempfindlichkeit
  • scharfer, wund machender Fließschnupfen
  • chronische Rhinitis
  • Heuschnupfen
  • Überempfindlichkeit gegen Geräusche
  • Ohrgeräusche
  • brennender, trockener Mund
  • Mundgeruch
  • belegte, glatte und trockene Zunge
  • neuralgische Zahnschmerzen
  • leicht blutendes Zahnfleisch
  • Zahnungsbeschwerden bei Kleinkindern

Hals

Atmungsorgane

Herz und Kreislauf

Verdauungsorgane

Harnorgane


männliche Geschlechtsorgane

  • schmerzhafte Entzündungen mit Neigung zu Ulceration
  • Hodenkrebs

weibliche Geschlechtsorgane und Schwangerschaft

  • brennende oder ziehende Unterbauchbeschwerden
  • Dysmenorrhoe
  • Hypermenorrhoe
  • wund machender Ausfluss
  • Gebärmutterkrebs
  • heftige Kindsbewegungen in der Schwangerschaft
  • Ohnmachtsneigung in der Schwangerschaft

Bewegungssystem

Haut, Haare, Nägel

Psychische Symptome

Arsenicum-Patienten sind sehr ängstlich und unsicher, andererseits aber pedantisch, zornig und fanatisch. Sie versuchen, einer vermeintlich feindlichen Welt Widerstand entgegenzusetzen und in ihrer Umgebung Ordnung zu schaffen. Sie ärgern sich oft über ihre Umwelt, können das aber nicht frei ausleben, sondern halten ihren Zorn zurück.

Die Patienten sind wählerisch, korrekt, zwanghaft, ordnungsliebend und sehr stark auf Sauberkeit und Sicherheit orientiert. Sie wollen Kontrolle ausüben, kritisieren andere und vertrauen ihren Leistungen nicht. Ihre Anordnungen müssen penibel befolgt werden, sie erlauben sich und anderen keine Fehler.

Sie haben den Anspruch, besser zu sein als andere. Ihren Ängsten und Unsicherheiten begegnen die Patienten durch verstärkte Kontrolle, Gewohnheiten und Fanatismus. Sie neigen zum Sammeln und Horten. Die täglichen Routinen, die Ernährung und die Stuhlgewohnheiten sind zwanghaft. Die Patienten sind sehr ruhelos, erwachen nachts, gehen unruhig hin und her und wechseln ständig den Platz. Sie sind unzufrieden, hoffnungslos und oft depressiv, sie kommen mit ihren Ängsten und fremden sowie eigenen Fehlern nicht zurecht.

Arsenicum-Patienten haben eine Suizidneigung. Wenn sie sich selbst töten, wählen sie das Erhängen. Ihr Selbstbild ist egoistisch, selbstkritisch und selbstbezogen.

Anderen Menschen begegnen sie mit Misstrauen und Argwohn. Sie sind verlässlich und loyal, aber auch sehr einsam. Die Ängste von Arsenicum-Patienten sind vielfältig und quälend. Angst vor Krankheiten, vor dem Tod, vor dem Alleinesein, vor Verarmung, Verlusten und Vernichtung sind häufig. Insgesamt vermeiden die Patienten Gefahren. Die Ängste können ihnen nicht ausgeredet werden und reichen bis hin zu Panikattacken und zwanghafter Besessenheit.

Symptomatiken verschlimmern sich...

  • - nachts, vor allem nach Mitternacht
  • - durch Kälte in jeder Form
  • - durch Anstrengung
  • - durch Ruhe
  • - durch Druck, Berührung, Einengung
  • - durch Alleinsein
  • - durch Unordnung
  • - durch Obst, Gemüse, Wein, harte Alkoholika
  • - am Meer

Besserung gelingt...

  • - durch Wärme in jeder Form
  • - durch leichte Bewegung
  • - durch Schwitzen
  • - durch Anheben und Höherlegen des Kopfes
  • - durch Gesellschaft
  • - durch kleine Schlucke kalten Wassers
  • - durch Milch

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 05.11.2013 aktualisiert

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