Cantharis Officinalis - Das homöopathische Arzneimittelbild

Mittelherkunft und arzneiliche Wirkung von Cantharis Officinalis

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Cantharis wird aus einem getrockneten und pulverisierten Käfer gewonnen. Lytta vesicatoria, der Pflaster- oder Blasenkäfer, kommt in Mittel- und Südeuropa vor. Ein weiterer Name ist "Spanische Fliege". Unter diesem Namen ist er als Potenzmittel bekannt, eine Wirkung, die dem enthaltenen Wirkstoff Cantharidin unterstellt wird. Allerdings können bereits geringe Giftmengen tödlich sein.

Der Kern des Mittels in der Homöopathie

Heftige, schnell verlaufende und zerstörende Entzündungszustände sind Kern von Cantharis. Oft sind die Harnorgane (mit-)betroffen. Außerdem sprechen heftige psychische Reaktionen und brennende, schneidende Schmerzen sowie sexuelle Manie für Cantharis.

Allgemeine Symptome

Cantharis-Patienten sind leicht verwirrt und können sich nicht gut konzentrieren. Sexuell betonte delirante Zustände und manische Tendenzen können auftreten. Patienten sind sehr durstig, haben aber Schluckbeschwerden, die einen Widerwillen gegen Getränke auslösen. Sie sind appetitlos und verweigern die Nahrungsaufnahme. Wenn sie essen wollen, dann haben sie oft großes Verlangen nach Fleisch.

Körperliche Symptome

Kopf und Gesicht

  • brennende, drückende, schneidende oder klopfende Kopfschmerzen, die den Patienten gequält aussehen lassen
  • Kopfschuppen
  • Meningitis
  • Gesichtsschmerzen
  • brennende Augenentzündungen mit Schmerzen, die nachts stärker werden
  • Nasenbluten
  • Brennen im Mund
  • unangenehm süß schmeckender Speichel
  • Stomatitis/Mundfäule
  • Glossitis/Zungenentzündung

Hals und Rachen

  • Trockenheit im Rachenraum mit Schluckbeschwerden und zähem, wund machendem Schleim
  • brennende, scharlachartige Hals- und Rachenentzündungen

Brust und Atmung

- trockener, bellender Kitzelhusten
- brennende oder stechende Schmerzen in der Brust
- Schwächegefühl, das aus dem Brustbereich zu kommen scheint

Herz und Kreislauf

  • Herzbeutelentzündung mit Erguss
  • Neigung zu Synkopen
  • Karditiden

Verdauung

Niere, Blase, Harnröhre

  • Harnblasenentleerungsstörungen mit starken schneidenden oder brennenden Schmerzen
  • Hämaturie; dunkler, eventuell blutiger Urin mit weißlichem Sediment
  • Entzündungen der Harnorgane
  • Harnwegssymptome, die auch die anderen Beschwerden begleiten

Geschlechtsorgane

  • Hodenhochstand
  • schmerzhafte Überempfindlichkeit der Geschlechtsorgane
  • genitaler Juckreiz
  • Masturbationsneigung

Bewegungssystem

Haut, Haare und Nägel

  • Überempfindlichkeit auf Berührungsreize
  • urinartig riechender Schweiß
  • Hautreaktionen mit Blasenbildung durch Verbrennungen, Sonnenbrand oder Insektenstiche
  • Hautausschläge und Ekzeme

Allgemein

  • Plötzlich auftretende, heftig verlaufende Entzündungsvorgänge

Psychische Symptome

Typisch für Cantharis-Patienten ist die ruhelose Reizbarkeit, die sich bis zur Manie steigern kann. Sexuelle Erregbarkeit ist häufig. Insgesamt wirken die Patienten sehr nervös. Sie befinden sich in heftiger Erregung, teils in deliranten Zuständen. Gleichzeitig sind sie unzufrieden, werden immer wieder melancholisch. Wahrnehmungsstörungen, fixe Ideen und Halluzinationen kommen vor. Die Patienten haben ein großes Verlangen nach sexueller Bestätigung und Masturbation. Nymphomanie und Dauererektionen kommen vor. Sie fürchten sich vor glitzernden Gegenständen, zum Beispiel vor Spiegeln, und haben Angst in der Nacht.

Symptomatiken verschlimmern sich...

- nachts
- durch Hitze (Wärme verbessert die Probleme allerdings)
- durch Kälte, durch Trinken von kaltem Wasser
- während des Geschlechtsverkehrs
- beim Urinieren
- durch Kaffee
- durch helle, glänzende Gegenstände

Besserung gelingt durch...

- Wärme
- sanfte Massagen
- Ruhe, Liegen
- Aufstoßen und Abgehen von Blähungen


 

 

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René Gräber