Medorrhinum: Das homöopathische Arzneimittelbild

Mittelherkunft und arzneiliche Wirkung von Medorrhinum

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Medorrhinum wird aus gonorrhoischem Eiter gewonnen. Gonorrhoe, oder auch Tripper, ist die häufigste venerische Erkrankung. Sie führt zu eitrigem Ausfluss, Harnröhrenentzündungen mit nachfolgender Verengung, Eileiterproblemen, Bartholini-Abszess, Fehlgeburten und Unfruchtbarkeit, Arthritiden, Herzklappendefekten und anderen schweren Symptomen.

Das homöopathische Modell von Medorrhinum

Medorrhinum wird in der Homöopathie vor allem bei Extremen und Hyperfunktionen auf allen Ebenen angewandt. Dazu können sexuelle Exzesse, Verschwendung, Verlangen nach Abenteuer, Grausamkeit vs. Güte, Depression vs. Euphorie und andere Extreme gehören. Auch bei großer Unruhe oder Hast ist Medorrhinum angezeigt, ebenso wie bei chronischen Unterleibserkrankungen.

Allgemeine Symptome

Krankheiten, die auf Medorrhinum hindeuten, spielen sich immer in Extremen ab. Sie haben entweder zu viele oder zu wenige Symptome. Viele Patienten sind androgyn, haben ein breites Gesicht, lange Wimpern und starke Behaarung. Sie neigen sowohl körperlich als auch psychisch zu Extremen. Am besten geht es ihnen nachts. Die Patienten schlafen bevorzugt auf dem Bauch. Sie haben großen Hunger und Durst. Ihr Schlaf ist häufig unruhig, der Tagesbeginn schwer.

Körperliche Symptome

Psychische Symptome

Medorrhinum-Patienten haben extreme Stimmungsschwankungen und sind unberechenbar. Sie können überdreht und impulsiv sein, aber auch eine starke innere Leere und Verzweiflung spüren. Sie sind häufig unentschlossen und zögerlich. Sie sind leicht reizbar und hypersensibel. Gleichzeitig zeichnen sie sich aber durch Beharrlichkeit und Hartnäckigkeit aus.

Realitätsverlust und Wahnideen können vorkommen. Häufig sind die Patienten geistesabwesend, vergessen viel und können sich nicht gut konzentrieren. Ihr Selbstbild ist egozentrisch und eitel. Die Patienten wollen alle möglichen Erfahrungen machen und Abenteuer erleben und meiden dabei die Verantwortung. Ihre Kontaktfähigkeit ist ausgeprägt, sie gehen gerne auf fremde Menschen zu.

Aber auch Sprachstörungen kommen vor. Viele Patienten sind rücksichtlos und grausam, vor allem gegen Tiere. Aber auch große Tierliebe ist typisch. Medorrhinum-Patienten haben häufig unheilvolle Erwartungen. Sie sind ängstlich und haben oft schlechte Träume, in denen Tote und Gespenster vorkommen. Die Patienten haben großes sexuelles Verlangen.

Symptomatiken verschlimmern sich...

  • vormittags, tagsüber
  • ab 2.00 Uhr nachts
  • durch Kälte und Feuchtigkeit
  • durch Sturm und Gewitter
  • durch Bettwärme
  • im Gebirge
  • durch Drandenken
  • durch Berührung
  • nach dem Wasserlassen

Besserung gelingt...

  • abends und nachts
  • durch frische Luft
  • am Meer
  • bei feucht-warmem Wetter
  • durch Absonderungen
  • durch Liegen auf dem Bauch

 

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 02.05.2013 aktualisiert

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