Opium: Das homöopathische Arzneimittelbild

Mittelherkunft und arzneiliche Wirkung von Opium

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Opium wird aus dem Schlafmohn gewonnen. Man verwendet den Milchsaft aus den unreifen Fruchtkapseln. Schlafmohn enthält verschiedene Alkaloide, die eine sehr starke Wirkung entfalten. Die wichtigsten sind Morphin, Codein, Noscapin, Papaverin und Thebain.

Codein und Morphin werden als starke Schmerzmittel eingesetzt. Aber auch Drogenabhängige nutzen sie, zum Beispiel in Form von Heroin.

Beide Alkaloide machen körperlich und geistig abhängig. Sie dämpfen auch den Atem, sodass bei leichter Dosierung Husten unterdrückt wird, bei Überdosierung aber die Atmung aussetzt. Der Anbau von Schlafmohn ist in vielen Ländern verboten. Auch in Deutschland ist dazu eine Sondergenehmigung nötig, selbst wenn es sich nur um wenige Pflanzen handelt.

Kern des Mittels in der Homöopathie

Opium hat in der Homöopathie eine stark polarisierende Wirkung. Einerseits sind Opium-Zustände durch Übererregung gekennzeichnet, andererseits kann es zu einem Lähmungszustand kommen, in dem der Patient nur schwer auf Therapieversuche reagiert. Ein Rückzug nach Schock ist ein typischer Opium-Zustand. Aber auch Somnolenz und Schnarchen gehören zum Mittelkern.

Allgemeine Symptome

Typisch für einen Opium-Zustand in der Homöopathie ist der Rückzug aus oder nach einer belastenden Situation. Zunächst wirkt der Patient überreizt, dann gelähmt. Er fühlt sich schwach und kraftlos, hat eine schlaffe Muskulatur und kann im Extremfall sogar in komatöse Zustände geraten. Opium-Patienten haben Durst, wollen aber zunächst nichts essen. Sie haben ein Verlangen nach Bier, Wein oder Schnaps. Sie können trotz Schläfrigkeit nicht einschlafen, fallen dann aber in tiefen, komatösen Schlaf, aus dem sie kaum zu wecken sind.

Körperliche Symptome

Kopf und Gesicht

  • Blutandrang im Kopf
  • herabhängender Unterkiefer
  • halb geschlossene Augen, hängende Lider
  • Flimmern vor den Augen, Lichtempfindlichkeit
  • einerseits Geruchsempfindlichkeit, andererseits Geruchsverlust
  • häufige Niesanfälle, verstopfte Nase
  • Geräuschempfindlichkeit
  • Ohrgeräusche
  • rote Ohren
  • Blutung aus den Ohren
  • Zungenlähmung
  • Schluckbeschwerden
  • Sprachstörungen

Atmungsorgane

Herz und Kreislauf

Verdauungs- und Harnorgane

  • harter, geblähter Bauch, Meteorismus
  • heftige Koliken
  • Koterbrechen
  • Darmverschluss
  • Bauchfellentzündung
  • fehlender oder trockener und knolliger Stuhl
  • Durchfall
  • einerseits Harninkontinenz, andererseits Blasenlähmung
  • Bettnässen
  • Nierenkoliken

Bewegungssystem und Motorik

  • kalte Extremitäten
  • Gliederzittern als Folge von Schreck
  • Krämpfe

Temperaturhaushalt

  • einerseits Frösteln, Frieren
  • andererseits Hitzewallungen

Sonstiges

Psychische Symptome

Opium-Patienten ziehen sich aus oder nach einer belastenden Situation zurück. Sie sind einerseits erregt, unruhig, nervös und schreckhaft, strahlen Ungeduld und Eile aus, suchen Streit und sind leicht zornig. Andererseits wirken sie wie gelähmt, sind freudlos, traurig und nicht aufzumuntern.

Sie haben häufig das Gefühl, wie in einem Traum zu sein, sind gleichgültig und benommen. Andererseits sind sie geistig erregt, formulieren gut und phantasieren viel, bis hin zu Wahnvorstellungen. Sie sind besorgt und ängstlich, haben Todesangst, gleichzeitig aber auch Todesverachtung.

Symptomatiken verschlimmern sich...

  • durch Wärme, Hitze
  • während und nach dem Schlaf
  • durch psychische Belastungen, Schreck und Schock

Besserung gelingt durch...

  • Abkühlen, Kälte
  • Umhergehen
  • nachts

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 20.03.2013 aktualisiert

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