Stramonium: Das homöopathische Arzneimittelbild

Mittelherkunft und arzneiliche Wirkung von Stramonium

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Stramonium wird aus dem weißen Stechapfel hergestellt, einer Pflanze, die aus Amerika stammt, aber inzwischen auch in Asien und Europa heimisch ist. Stechapfel ist giftig und hat eine betäubende Wirkung, weshalb er auch als Rauschmittel missbraucht wird. Stramonium wurde früher als Mittel gegen Zahnschmerzen und als Narkotikum verwendet.

Kern des Mittels in der Homöopathie

Angstzustände und heftige, beängstigende Erregungszustände sind Mittelkern von Stramonium. Auch Schüttelkrämpfe, choreatische Bewegungsmuster und eine schmerzlose Unterbindung von Entleerungen sprechen für Stramonium.


Allgemeine Symptome

Patienten in Stramonium-Zuständen reagieren heftig und wütend und haben ausgeprägte Angstzustände. Häufig befinden sie sich in psychiatrischen Kliniken. Auch Störungen des Nervensystems sind häufig. Es besteht eine allgemeine Übererregung. Die Patienten haben extremen Durst und gesteigerten Appetit, verlangen nach Saurem. Der Schlaf ist angstbeherrscht, deshalb schlafen viele Patienten bei Licht.

Körperliche Symptome

  • Kopfkongestionen
  • Kopfrollen
  • Gefühl, als würde der Kopf nach hinten gezogen
  • heftige pulsierende Kopfschmerzen
  • Schwindelgefühl beim Gehen
  • Sonnenstich
  • Gehirnerschütterung
  • Meningitis
  • Apoplexie
  • erhitztes, rotes, fleckiges, aufgedunsenes Gesicht
  • erschreckter Gesichtsausdruck
  • periorale Blässe
  • Gesichtsschmerzen
  • hervortretende, glänzende Augen
  • starrer Blick
  • Lichtstarre der Pupillen
  • Lichtempfindlichkeit
  • Sehstörungen
  • Schielen
  • Bindehautentzündung
  • eingebildete Geruchswahrnehmungen
  • Nasenbluten
  • Ohrenschmerzen
  • Patient hört Stimmen
  • Taubheit
  • rote, trockene, wunde Mundschleimhaut
  • salzig schmeckender Speichel
  • Zähneknirschen, krampfartige Mundbewegungen
  • Zungenlähmung
  • Zahnschmerzen
  • Zusammenschnürungsgefühl
  • trockene Schleimhäute
  • Heiserkeit
  • angestrengtes Sprechen bis hin zu Sprachstörungen
  • Erstickungsgefühl
  • krampfartiger, erstickender Husten
  • Asthma
  • Angstgefühl in der Magengrube
  • Übelkeit, Erbrechen
  • krampfartige, kolikartige Beschwerden vor dem Stuhlgang
  • schwarzer, nach Aas stinkender Stuhl
  • Verstopfung
  • männliche Kinder halten ihre Genitalien fest
  • starke, dunkle, klumpige Regelblutung
  • Dysmenorrhoe
  • perimenstruell übler Körpergeruch
  • prämenstruell verstärkte Geschwätzigkeit
  • steife Glieder
  • Hüftschmerzen
  • Nackenschmerzen
  • Hypermobilität der Muskeln
  • Krämpfe
  • Koordinationsstörungen
  • kalte Extremitäten im Fieber
  • Lähmungen
  • Konvulsionen
  • Epilepsie
  • Morbus Parkinson
  • Apoplexie
  • heiße Schweiße
  • Folge von unterdrückten Hautausschlägen

Psychische Symptome

Stramonium-Patienten haben eine Verbindung zu tiefen, beängstigenden Bereichen des Unbewussten. Die Symptome von Stramonium-Zuständen sind immer heftig ausgeprägt.

Die Patienten haben eine große Beziehung zu Gewalt. Sie sind stark erregt, zornig oder verwirrt und zeigen eine ziellose Hyperaktivität. Typisch sind obszöne Reden. Der Patient verfällt in plötzliche Destruktivität, Gewalttätigkeit und rasende Wut. Er zerstört Gegenstände oder wirft mit ihnen, schlägt um sich, will jemanden (auch sich selbst) ermorden. Später hat er wegen seiner Aggressivität Gewissensbisse. Typisch ist außerdem eine große Redseligkeit, Geschwätzigkeit und schauspielerische Begabung. Viele Patienten sind verwirrt und haben akustische Halluzinationen. Im Wahn entwickeln sie ungeahnte Kräfte. Auch Zwangsstörungen, Neurosen, Manie oder Schizophrenie passen zu Stramonium. Die Patienten wollen nicht alleine sein, brauchen Gesellschaft und haben große Sehnsucht nach liebevoller Behandlung. Sie empfinden sich häufig als Außenseiter. Sie haben ausgeprägte Angstzustände und Panikattacken, die vor allem nachts auftreten. Sexuell sind die Patienten übererregbar, schamlos, teilweise auch nymphoman. Sie neigen zu sexuellen Gewaltfantasien.

Symptomatiken verschlimmern sich...

  • morgens
  • durch Kälte
  • im Dunkeln
  • durch grelles Licht
  • durch den Anblick glänzender Gegenstände
  • durch Berührung
  • durch Schreck
  • beim Schlafen
  • durch die Unterdrückung von Sekretionen
  • durch Alleinsein

Besserung gelingt durch...

  • Wärme
  • Licht
  • Gesellschaft
  • Absonderungen


 

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 23.05.2013 aktualisiert

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