Veratrum Album: Das homöopathische Arzneimittelbild

Mittelherkunft und arzneiliche Wirkung von Veratrum

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Veratrum album wird aus den getrockneten Wurzeln des weißen Nieswurz gewonnen. Diese Pflanze, die in Mittel- und Südeuropa sowie in Nordasien auf Feuchtwiesen wächst, enthält starke Nerven- und Muskelgifte. Typische Vergiftungserscheinungen sind Muskelkrämpfe, Blutdruckabfall mit Kreislaufschwäche, Erbrechen, Schwitzen und choleraartige Durchfälle.

Kern des Mittels in der Homöopathie

Vor allem kollapsartige Zustände werden mit Veratrum album behandelt. Typisch sind eine geistige und körperliche Ruhelosigkeit, ausgeprägter Mangel an Lebenswärme, starke Schwäche, Dehydration und intensive Ausscheidungen.

Allgemeine Symptome

Veratrum-Patienten sind häufig drahtige Typen mit knochigem Gesicht und gerader Nase. Sie sind sehr ruhelos und immer beschäftigt. Extremer Redefluss, aber auch schweigsames Schmollen ist typisch. Auch Geisteskrankheiten kommen häufig vor. Die Symptomatiken treten plötzlich und heftig auf. Den Patienten ist sehr kalt. Trotzdem haben sie großes Verlangen nach Kaltem, aber auch nach Saurem und Salzigem.

Körperliche Symptome

Kopf und Gesicht

  • Blutandrang zum Kopf
  • Kältegefühl am Kopf
  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Schwindel
  • Meningitis
  • kranker Gesichtsausdruck
  • heftige Gesichtsschmerzen
  • kaltes Gesicht
  • Schweiß auf der Stirn
  • durchdringender Blick
  • sehr trockene Augen
  • schwere Augenlider
  • Nachtblindheit
  • eiskalte Nasenspitze
  • Gefühl, als sei die Nase innerlich ausgetrocknet
  • Nasenbluten
  • Taubheit
  • Kältegefühl im Mund
  • reichlicher Speichelfluss
  • galliger Geschmack im Mund
  • blasse, kühle Zunge
  • Zähne fühlen sich schwer an
  • heftige Zahnschmerzen

Hals

  • Trockenheit und Kratzgefühl im Hals
  • Zusammenschnürungsgefühl
  • Kehlkopfentzündung
  • Luftröhrenentzündung

Atmung

Herz und Kreislauf

Verdauung

Harnorgane

weibliche Geschlechtsorgane und Schwangerschaft

  • ausgeprägte Dysmenorrhoe
  • zu frühe und zu reichliche Menstruation
  • Uteruskrämpfe
  • Gebärmutterentzündung
  • Fehlgeburten

Bewegungssystem

Haut, Haare, Nägel

Sonstiges

  • periodisch auftretende Neuralgien
  • reichliche Absonderungen
  • Dehydratation
  • ausgeprägte Kälte bei gleichzeitigem heißem Kopf

Psychische Symptome

Veratrum-Patienten neigen zu Psychosen und zum Wechsel von manischen und depressiven Phasen. Sie sind ruhelos und gereizt, können aggressiv und gewalttätig sein. Besonders Menschen, die sie für ihr Scheitern verantwortlich machen, werden zum Ziel ihrer Aggressionen. Häufig sind Depressionen und hysterische Tendenzen.

Die Patienten sind ehrgeizig, aber auch stur und hochmütig. Sie beharren auf ihren Vorstellungen und neigen zu Dogmatismus. Sie wirken oft abwesend und brüten dumpf vor sich hin. Häufig sind Wahnvorstellungen, Zwangsstörungen oder andere psychotische Symptome. Nach außen hin sind die Patienten überzogen selbstsicher und fallen durch unangemessen lautes Reden auf. Sie sind häufig um ihr Seelenheil und um ihre gesellschaftliche Stellung besorgt. Alkoholismus und andere Drogensüchte kommen häufig vor.

Symptomatiken verschlimmern sich...

  • gegen 4.00 Uhr morgens
  • im Frühjahr und im Herbst
  • während des Stuhlgangs
  • vor der Monatsblutung
  • durch Kälte
  • durch Bettwärme
  • durch kalte Getränke
  • durch körperliche oder psychische Belastung
  • durch Bewegung und Anstrengung

Besserung gelingt...

  • nach dem Genuss von Fleisch und Milch
  • durch Wärme
  • durch heiße Getränke oder Speisen
  • im flachen Liegen
  • durch Umhergehen

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 16.01.2014 aktualisiert

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