Sensomotorische Körpertherapie – Behandlung für chronische Beschwerden

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Nach eigenen schlimmen Erfahrungen mit chronischen Schmerzen hat die deutsche Ärztin Dr. Helga Pohl ein neues Programm entwickelt, um Menschen mit chronischen Beschwerden zu helfen. Sie kombiniert dabei verschiedene körpertherapeutische und psychotherapeutische Verfahren zu einer effektiven Methode und hilft damit vor allem Menschen, deren Beschwerden als psychosomatisch eingestuft werden.

Chronische Beschwerden durch Daueranspannung

Durch ihre eigene Leidensgeschichte, ihre verschiedenen Ausbildungen und die Behandlung vieler Patienten machte Frau Dr. Pohl vor allem eine wichtige Erfahrung: Alle Patienten mit „psychosomatischen“ Beschwerden zeigten auch körperliche Symptome in Form von dauerhaften Verspannungen. Das große Problem dabei: Die Muskeln und Faszien, die schon seit langer Zeit angespannt und damit unbeweglich sind, senden an das Gehirn kaum noch Bewegungsinformationen und werden damit ausgeblendet. Das bedeutet, dass die betroffenen Patienten ihre Fehlhaltungen, schlechten Angewohnheiten und verkrampften Muskeln gar nicht mehr wahrnehmen, geschweige denn die Muskeln bewusst entspannen können. Die sensomotorische Körpertherapie soll die Betroffenen wieder dazu befähigen, ihren Körper besser wahrzunehmen und bewusst an der Auflösung der Verspannungen mitzuwirken.

Verschiedene Verfahren bilden die sensomotorische Körpertherapie

Ziel der sensomotorischen Körpertherapie ist es, dem Patienten wieder zu einem besseren Körpergefühl zu verhelfen und dafür zu sorgen, dass er die Fehlhaltungen und schlechten Gewohnheiten ablegen kann, die zu den Problemen geführt haben. Im ersten Schritt werden dazu körperliche Verfahren angewandt, um die Muskeln zuerst einmal manuell zu lockern und beweglicher zu machen. Dadurch und durch die direkte Erfahrung von Druck und Bewegung an den verkrampften Stellen lernt der Patient die betroffenen Körperregionen wieder wahrzunehmen. Danach wird er zunehmend stärker beteiligt und soll lernen, genau zu spüren, was im Körper passiert. In Gesprächen mit dem Therapeuten soll herausgefunden werden, wo die Ursachen für die Daueranspannung liegen und in welchen Situationen sie verstärkt werden. Der Patient lernt den eigenen Körper ganz neu kennen und versteht plötzlich Zusammenhänge zwischen seinen Alltagshandlungen und seinen Beschwerden. Schlechte Gewohnheiten können so langsam abgebaut, die auslösenden Umstände verbessert werden. Um diese Ziele zu erreichen, werden verschiedene Verfahren kombiniert:

  • Körperbewusstseinstraining (das zentrale Element, das bei allen anderen Verfahren eine wichtige begleitende Rolle spielt)
  • sehr achtsame sensomotorische Übungen
  • Triggerpunkt-, Schmerzpunkt und Myogelosenbehandlung der Muskeln und Faszien
  • manuelle Bindegewebsbehandlungen
  • Pandiculations nach Thomas Hanna, eine Technik, bei der es um aktives Bewegen und Spüren geht

Wichtig ist, dass die verschiedenen Verfahren eng miteinander verzahnt werden. So entsteht ein individueller Behandlungsplan für jeden Patienten.

Für wen ist die sensomotorische Körpertherapie geeignet?

Ganz unterschiedliche Beschwerden können mit der sensomotorischen Körpertherapie verbessert oder sogar ganz aufgelöst werden, zum Beispiel:

  • chronische Schmerzen ohne erkennbare organische Ursache
  • ständige oder wiederkehrende Missempfindungen wie Übelkeit, Geräuschempfindlichkeit, Schwindel, Engegefühl oder Hautkribbeln (ebenfalls ohne organische Ursache
  • Bewegungseinschränkungen aller Art
  • Narbenschmerzen und -beschwerden
  • Fehlhaltungen
  • Ängste und Depressionen

Die Therapieform von Frau Dr. Pohl eignet sich also für viele verschiedene Beschwerden, ist allerdings nur für Menschen sinnvoll, die bereit sind, aktiv etwas für ihre Gesundheit zu tun. Bestimmte organische Ursachen sollten vor Beginn der sensomotorischen Körpertherapie ausgeschlossen werden.

Heilverfahren die ähnlich sind, aber auch mit der Schädelakupunktur verwechselt werden: Akupunktur - Elektroakupunktur - Elektroneuraltherapie - Ohrakupunktur - Schröpfen - Shiatsu - Fußrefelxzonenmassage

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 06.12.2016 aktualisiert