Hals - Nasen - Ohrenerkrankungen

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Die Fachdisziplin HNO beschäftigt sich mit Missbildungen, Störungen, Erkrankungen und Verletzungen der Organe im Bereich Hals (Collum), Nase (Conchae nasales) und Ohr (Auris), mit eingeschlossen Mundhöhle (Cavum oris), Kehlkopf (Larynx) und Rachen (Pharynx).

Diagnostik

Dem HNO-Arzt stehen unterschiedliche Methoden zur Verfügung, um die anatomischen Strukturen untersuchen zu können. Neben Gespräch und allgemeiner Inspektion des Hals-Nasen-Ohren-Bereiches bieten sich dem ausgebildeten Facharzt unterschiedliche diagnostische Verfahren, wie z.B. die Otoskopie (Spiegelung der Ohren), die Rhinoskopie (Spiegelung der Nase), die Laryngoskopie (Spiegelung des Rachens), die Palpation (Austasten) der betroffenen Region, Sprach-, Riech und Schlucktests sowie serologische Untersuchungen. Zusätzlich wird die moderne Diagnostik durch bildgebende Verfahren wie z.B. das Röntgen, unterstützt.

Therapieformen

Neben der medikamentösen Therapie werden, je nach Befund, auch naturheilkundliche Verfahren und unterschiedliche Operationstechniken angewandt. Minimalinvasive Eingriffe (z.B. endoskopische Verfahren) stehen dabei im Vordergrund, auch Mikrochirurgie, Tumorchirurgie sowie plastische Chirurgie stellen Teilbereiche des Operationsspektrums dar.

Bei der Laryngektomie mit Neck dissektion (Totalexstirpation des Kehlkopfes mit radikaler Halsausräumung) z.B. handelt es sich um eine bekannte Operationsmethode zur Therapie eines Carcinoms (bösartige Geschwulst) im supraglottischen Bereich.

Die Tracheotomie (Luftröhrenschnitt) wird immer dann durchgeführt, wenn es zu mechanischen Behinderungen im Bereich der Atemwege auf Höhe des Kehlkopfes oder der oberen Trachea kommt. Ursachen dafür können Entzündungen, Tumoren (Krebs), Fremdkörper, Verletzungen oder auch Stimmbandlähmungen sein. Dieser Eingriff ist meist reversibel.

Hals - Nasen und Ohrenerkrankungen im einzelnen:

Halserkrankungen

Zum Halsbereich werden die anatomischen Strukturen Kehlkopf, obere Luft- und Speiseröhre, Zungenbein, Rachen, Speichel- und Schilddrüsen sowie die betreffenden Gefäß- und Nervenstrukturen gezählt.

Hier zeigen sich besonders bei Kleinkindern typische Verletzungsmuster in Form von Verätzungen und Verbrühungen, die durch den Genuss zu heißer oder zu scharfer Speisen, aber auch durch Verwechslung des Flascheninhaltes auftreten können. Neben der Rötung mit evtl. Blasenbildung kann es zu Schmerzen, Schluckbeschwerden und auch vermehrtem Speichelfluss kommen.

Gehäuft treten Entzündungen und Störungen in diesem Bereich auf. Eine Entzündung der Speicheldrüsen (Sialadenitis) kann z.B. durch Bakterieneinwanderung entstehen.

Eine Pharyngitis (Entzündung der Rachenschleimhaut, Rachenentzündung) kann akut (z.B. durch eine Virusinfektion) oder auch chronisch (z.B. durch Staub, chemische Reize oder trockene Raumluft) ausgeprägt sein.

Die Laryngitis (Kehlkopfentzündung) entsteht häufig durch eine Virusinfektion. Schwerwiegendere Entzündungen im Kehlkopfbereich zeigen sich bei Diphterie, Tuberkulose oder auch Lues und müssen differentialdiagnostisch abgeklärt werden.

Fremdkörper, z.B. im Speiseröhrenbereich, kommen gehäuft bei Kleinkindern vor. Hier muss vor Therapiestellung eine Perforation (Riss, Verletzung) der Speiseröhre ausgeschlossen sein.

Die akute Tonsillitis (auch: Angina lacunaris, Mandelentzündung, Entzündung der im mittleren Rachenraum liegenden Gaumenmandeln) entsteht meist durch Streptokokken und äußert sich in Schluckbeschwerden, vermehrtem Speichelfluss, Kopfschmerzen, Fieber, Abgeschlagenheit sowie typischen Stichen im Ohrbereich.

Neben einer sichtbaren Rötung und Schwellung der Tonsillen zeigen sich pfropfenartige Beläge sowie Schwellungen (Ödeme) der Gaumenbögen und des weichen Gaumens. Die Halslymphknoten sind druckdolent (schmerzhaft) verändert.

Differentialdiagnostisch auszuschließen sind besonders Scharlach, Diphterie sowie das Pfeiffer-Drüsenfieber, deren Symptome der einer Tonsillitis sehr ähneln.

Im Kehlkopfbereich zeigen sich u.a. auch Stimmbandlähmungen, z.B. durch Schädigung des N. laryngeus. Gerade die Strumektomie (Schilddrüsenentfernung) birgt die Gefahr einer Recurrensparese (Schädigung des N. laryngeus inferior = N. recurrens), die sich durch Heiserkeit und Stimmermüdung (einseitig) oder auch durch zusätzliche Atemnot (beidseitig) darstellt.

Nasenerkrankungen

Neben der operativen Korrektur bei Missbildungen, Formfehlern oder Frakturen (Brüchen), zeigen sich im Bereich der Nase häufig Entzündungen (Rhinitis) wie z.B. Ekzem oder Furunkel. Die akute Rhinitis kann zu einer akuten bzw. chronischen Sinusitis führen, bei der die Nasennebenhöhlen betroffen sind.

Ein Schnupfen (Coryza) kann auch chronische und spezifische Formen ausbilden, die eine ärztliche Abklärung erfordern. Bei länger anhaltendem Nasenbluten (Epistaxis) sollten Fremdkörper, tumoröse Veränderungen und Verletzungen differentialdiagnostisch ausgeschlossen sein.

Ohrerkrankungen

Auch im Bereich des äußeren, mittleren und inneren Ohres kann es zu einer Ohrenentzündung (Otitis) kommen, die immer ärztlich abgeklärt werden sollten. Neben der Gefahr einer chronischen Ausbreitung kann es auch zu Nervenschädigungen wie z.B. der Facialisparese (Form der Gesichtslähmung) kommen. Ein Katarrh (Schleimhautentzündung) im Bereich des Mittelohres zeigt sich durch Schwellung und Verschluss mit Druck- und Völlegefühl im Ohr, einem Rauschen und einer Schallleitungsschwerhörigkeit.

Eine Trommelfellverletzung kann durch direkte Einwirkungen (perforierende Gegenstände) oder indirekt durch Luftdruckänderungen (Überdruck) entstehen. Neben dem stechenden Schmerz und einer eingeschränkten Höhrfähigkeit zeigen sich bei Inspektion Blutspuren und schlitzförmige Einrisse des Trommelfells. Da sich das Trommelfell nicht von selbst verschließen kann, wird häufig der operative Weg zur Rekonstruktion gewählt.

Eine typische Erkrankung des Innenohres liegt beim Morbus Menière (Schwindel-Krankheit) vor. Durch psychische Belastungen, Nicotin- oder Alkoholabusus (Missbrauch), Föhneinwirkungen und auch vegetative Störungen kommt es zu einem Hydrops (Erguss) des häutigen Labyrinthes.

Folgen sind Drehschwindel mit Übelkeit und Erbrechen, einseitige Ohrgeräusche, einseitige Schwerhörigkeit (besonders im mittleren Frequenzbereich) sowie ein Spontannystagmus (unkontrollierte Bewegung (meist) des Auges - Augenkrankheiten) zur betroffenen Seite.

Daneben beschäftigt sie die HNO-Heilkunde auch gezielt mit der Behandlung von Sprechstörungen, Sprachstörungen, Stimmproblemen und Hörstörungen sowie von Gleichgewichtsstörungen.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 12.06.2012 aktualisiert