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Hals-Nasen-Ohrenerkrankungen

Ohrenentzündung - Anzeichen, Symptome und Behandlung

Entzündungen im Bereich des Ohres werden mit dem Begriff Otitis gekennzeichnet. Dabei lassen sich unterschiedliche Formen unterscheiden, die abhängig von der Lage sind:

  • Otitis externa: Die Gehörgangsentzündung
  • Otitis media: Die Mittelohrentzündung 
  • Otitis interna: Innenohrentzündung (auch Labyrinthitis genannt)

Die Otitis externa beschreibt Entzündungen des Gehörgangs. Dieser verbindet die Ohrmuschel mit dem Trommelfell, ist zwischen drei und vier Zentimeter lang und weist einen bogenförmigen Verlauf auf. Der Gehörgang besitzt feine Härchen, die eindringende Fremdkörper abhalten können. Daneben sezernieren Drüsen das sogenannte Ohrenschmalz (Zerumen), welches keimhemmend wirkt.

In vielen Fällen liegen kleine Läsionen im Gehörgang vor, durch die Bakterien und Pilze ungehindert eindringen können. Diese entstehen durch Manipulation (z.B. mit einem Wattestäbchen oder einem Stift). Eine zu intensive Reinigung mit täglichem Gebrauch von Watteträgern und den von der Werbung angepriesenen Ohrspülungen trocknet die Haut zudem aus und verringert das bakterizid und fungizid wirkende Ohrenschmalz. Weitere Ursachen für Entzündungen des Gehörgangs sind anatomische Deformitäten, die den Abfluss von Schmalz oder Wasser (z.B. durch Duschen oder Schwimmen ins Ohr gelangt) behindern, das andauernde Tragen von Hörgeräten, Innenohr-Kopfhörern oder Geräuschminderern (Ohrstöpsel) sowie Allergien und Ekzeme.

Die Otitis externa führt meist zu einem starken Juckreiz, zunehmendem Schmerz und einer vermehrten Sekretion aus der betroffenen Ohrmuschel (zeigt sich vor allem im Liegen), die zu Ablagerungen im Gang und an der Ohrmuschel führt. Zum Teil sind Eiter- oder Blutbestandteile enthalten. Der Gang selbst ist gerötet und verdickt. Eine zunehmende Schwellung oder auch vermehrte Ablagerungen führen zur Schwerhörigkeit. Bei Befall mit Pilzen präsentiert sich der Gehörgang mit weißen Belegen, bei Bakterien oder einer entzündeten Haarwurzel zeigen sich gelblich-eitrige Beläge. An Allgemeinsymptomen kommt es zu erhöhten Temperaturen, Abgeschlagenheit und einem verstärkten Schmerzempfinden auf der betroffenen Gesichtshälfte bei Kaubewegungen. Eine Schwellung der regionalen Lymphknoten ist ebenfalls möglich.

Zur Diagnostik stehen neben der Inspektion (Spiegelung) des Gehörgangs auch spezielle Tests zur Verfügung. Durch Ziehen an der Ohrmuschel oder Druck auf den medial an der Muschelinnenseite gelegenen Knorpel wird ein Schmerz ausgelöst, der typisch für die Gehörgangsentzündung ist. Ein Abstrich dient der Differenzierung des Erregers. Zusätzlich können die Hörfähigkeit überprüft, das Blutbild auf Entzündungszeichen ausgewertet und die umgebenden Strukturen bildgebend (z.B. Röntgenaufnahme) auf anatomische Veränderungen hin untersucht werden.

Neben einer Entfernung der Beläge werden abschwellende, entzündungshemmende, schmerzlindernde sowie bakterizid oder fungizid wirkendeSalben oder Ohrentropfen in den Gang eingebracht. Anatomische Unregelmäßigkeiten oder Wucherungen müssen gegebenenfalls operativ korrigiert bzw. entfernt werden, ebenso Eiteransammlungen. Die Ausheilung kann mehrere Wochen andauern. Bei konsequenter Therapie erfolgt diese aber ohne bleibende Schäden. Ohne ausreichende Behandlung droht eine Zunahme der Symptomatik, hierbei kann das Gewebe angegriffen und zerstört werden, auch ein Übergang in chronische Entzündungen ist möglich.

Die Mittelohrentzündung (Otitis media) wird durch Viren oder Bakterien verursacht, zeigt sich vermehrt im Kindesalter und kann akut oder chronisch auftreten.

Das Mittelohr ist ein luftgefüllter Raum, der durch das Trommelfell vom Gehörgang getrennt ist. Durch verschiedene Umstände können Erreger dennoch in diese Region vordringen und zu ernsthaften Symptomen führen. Vor allem Staphylokokken, Pneumokokken, Streptokokken und Erkältungen auslösende Viren gelten als Verursacher einer Otitis media. Sie zeigt sich bei vielen Kinderkrankheiten und Allgemeinerkrankungen als Begleiterscheinung (unter anderem Schnupfen, Mandelentzündung, Scharlach, Masern) und weist eine mögliche Verschleppung über den Blutweg auf. Daneben kann auch ein Defekt des Trommelfells (angeboren oder erworben) die Entzündung begünstigen.

Die Otitis media führt zu stechenden oder klopfenden Schmerzen im Ohr. Zusätzlich kommt es zu Kreislaufproblemen (Schwindel), Fieberschüben, Kopfschmerzen und einer verminderten Hörleistung. Durch die klassischen Anzeichen einer Entzündung (Rötung, Erwärmung, Schwellung) sammelt sich Flüssigkeit (unter anderem Eiter) im Mittelohr, welches zu einer Drucksteigerung führt und das Trommelfell zersprengen kann (spontaner Abfluss der Flüssigkeit). Die chronische Form ist weniger schmerzhaft, führt auf Dauer aber zu einer bleibenden Hörverschlechterung (dumpfes Rauschen, hohe Töne werden kaum wahrgenommen) und einer andauernden Sekretion.

Mit dem Otoskop lässt sich das Mittelohr begutachten. Hier zeigen sich typische Entzündungszeichen oder ein gerissenes Trommelfell. Bei Flüssigkeitsaustritt kann ein Abstrich gewonnen und ausgewertet werden. Ebenso erfolgt ein detailliertes Labor (Blutbild).

Zur Behandlung werden in der Schulmedizin Antibiotika und Wärmeanwendungen (z.B. Bestrahlung mit Rotlicht) verordnet. Eine starke Schwellung durch Flüssigkeitsansammlungen wird durch Eröffnen des Trommelfells entlastet, wobei das Trommelfell im Anschluss eigenständig ausheilt. Ein Riss im Trommelfell dagegen muss operativ mittels Transplantat versorgt werden. Chronische Entzündungen können zu einer Zerstörung des Mittelohres oder einem Befall der angrenzenden Knochen führen. Auch hier erfolgt die operative Therapie. Akute Entzündungen heilen unter einer ausreichenden Behandlung nach zwei bis drei Wochen vollständig ab. Komplikationen drohen immer dann, wenn das Trommelfell oder Nachbarstrukturen in Mitleidenschaft gezogen sind. Hier kann es zu einer andauernden Schwerhörigkeit kommen.

Die Otitis interna (Innenohrentzündung) wird auch Labyrinthitis genannt. Sie ist eher selten und entwickelt sich meist aus einer Otitis media. Die Entzündung greift auf den Nervus statoacusticus (Hörnerv, Hirnnerv VIII) über und führt so zu Gleichgewichtsstörungen. Neben den für eine Otitis media typischen Symptomen zeigen sich hierbei auch eine Gangunsicherheit, eine Kopfschiefhaltung (zur erkrankten Seite hin) sowie ein Nystagmus (Zittern) der Augen.

Nach der genauen Untersuchung erfolgt in der schulmedizinischen Therapie wiederum die Gabe hochdosierter Antibiotika über mehrere Wochen. Die Therapie sollte so rasch wie möglich einsetzen, um weitere Schäden (Ausweitung auf das Gehirn) zu vermeiden und die Heilungsprognose zu verbessern.

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Rene Graeber

Chefredaktion: R. Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge (SKA)

Mitglied im Fachverband Deutscher Heilpraktiker


"Wer nicht jeden Tag etwas für seine Gesundheit aufbringt, muß eines Tages sehr viel Zeit für die Krankheit opfern." Sebastian Kneipp 


"Nichts beschleunigt die Genesung so sehr wie regelmäßige Arztrechnungen..." Alec Guiness 


 

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