Insektengift Allergie

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

In Deutschland reagieren ca. drei Prozent der Erwachsenen auf Gift von Wespen oder von Bienen (Bienengiftallergie) mit einer sog. Insektengift-Allergie. Auch Kinder können bereits auf Insektengift allergisch reagieren, diese Reaktionen sind allerdings seltener als bei Erwachsenen.

Bei den Betroffenen Allergikern können nach einem Stich einer Biene oder Wespe innerhalb kürzester Zeit Allergie-Symptome, wie: Hautveränderungen, Herz-Kreislauf-Probleme oder Atemnot auftreten. Im schlimmsten Fall versterben die Patienten durch einen anaphylaktischen Schock, auch bekannt als "Allergieschock".

Eine Hyposensibilisierung könnte bei der Insektengift-Allergie helfen...

Während die Hyposensibilisierung noch vor wenigen Jahren euphorisch bei allen Allergien vom Typ I empfohlen wurde, ist auch die Schulmedizin inzwischen zurückhaltender geworden.

Über die Jahre habe ich die Patienten gesehen, die gegen alles mögliche hyposensibilisiert wurden.

Ich war und bin kein Überzeugter Anhänger der Hyposensibilisierung, aber das wichtigste Einsatzgebiet ist zweifellos die lebensgefährliche Insektengiftallergie.

Hier erzielt die Hyposensibilisierung nach den Daten der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAI) Erfolgsraten bis zu 90 %, die den großen und v. a. langjährigen Aufwand wirklich rechtfertigen.

Eine Insektengift-Allergie kann fast immer mit einer Hymenopterengift-spezifischen Immuntherapie geheilt werden. Bis der Erfolg der Therapie eingetreten ist, sollten die Patienten Notfall-Medikamente für die Selbstanwendung erhalten. Die Notfallapotheke besteht aus einem Adrenalin-Autoinjektoren, einem oralen Kortisonpräparat und einem Antihistaminikum.

Auch bei einer einfachen Pollenallergie, die sich durch einen Heuschnupfen bemerkbar macht, werden Erfolgsraten zwischen 70 und 90 % berichtet.

Allerdings sollte die Allergie noch nicht zu lange bestehen. Als ideal gilt eine Dauer von maximal zwei Jahren. Ansonsten sinken die Erfolgsraten auf unter 50 %.

Dies stimmt mit meinen Erfahrungen aus der Praxis überein. Da viele meiner Patienten allerdings schon mehrere Jahre mit ihren Allergien zu tun haben und ich diese auch meist erst dann sehe, wenn selbst die herkömmlichen Mittel nicht mehr wirken, wäre in diesen Fällen die Hyposensibilisierung nicht ratsam.

Auch Personen die an mehreren Allergien leiden (und seien es "nur" mehrere Gräser) empfehle ich die Desensibilisierung nicht.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 06.06.2012 aktualisiert