Katarakt: Der Graue Star

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Der Graue Star (Katarakt) kennzeichnet eine Trübung der Augenlinse, wodurch der Lichteinfall vermindert ist und somit das Sehvermögen verschlechtert wird.

Meist (über 90 Prozent) zeigt sich der Graue Star ab dem 60. Lebensjahr, hier spricht man von einer Alterserscheinung, die z.B. durch eine allgemeine Verschlechterung der Durchblutung auftreten kann. (siehe auch Durchblutungsstörungen)

Diese Augenkrankheit zählt zu den häufigsten Ursachen für eine Erblindung.

Hierbei unterscheidet man zwischen angeborener Katarakt und erworbener Katarakt.

Bei der angeborenen Form können v.a. im Mutterleib erworbene Virusinfektionen (z.B. Röteln) oder aber genetisch bedingte Ursachen (z.B. Trisomie 21) genannt werden. Zu den während des Lebens erworbenen grauen Trübungen der Linse kann es u.a. neben der Alterserscheinung auch durch Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Tetanus (Wundstarrkrampf), Nierenerkrankungen, Augenentzündungen, Verletzungen, Operationen oder spezielle Medikamente (z.B. Augentropfen) kommen. Nicht immer ist die gesamte Linse (Cataracta totalis) eingetrübt, es finden sich u.a. auch Trübungen bestimmter Schichten (Cataracta zonularis), des zentralen Bereiches (Cataracta centralis) oder punktförmig verstreut auf der Linse (Cataracta punctata).

Während die angeborene Form keine zusätzlichen Symptome verursacht und immer eine Indikation zur sofortigen operativen Therapie darstellt, kommt es bei der erworbenen Katarakt zu einem ausgeprägten klinischen Bild. Es zeigt sich während des langjährigen Verlaufes eine zunehmende Sehverschlechterung mit eingeschränkter Farb- und Tiefenwahrnehmung, was durch den langsamen Prozess meist erst im Spätstadium bemerkt wird. Gegenstände erscheinen verschwommen, unscharf, milchig. Heller Lichteinfall wird als sehr unangenehm empfunden und führt zu starkem Blenden, dies zeigt sich besonders bei Sonneneinfall oder nachts durch das Scheinwerferlicht entgegenkommender Autos. Zusätzlich entwickelt sich eine Altersweitsichtigkeit (Presbyopie). Ein Phänomen stellen Photos von dem Betroffenen dar. Während weitere Personen auf dem Bild die typischen roten Augen aufweisen, zeigt sich diese Erscheinung nicht bei Menschen mit grauem Star (bei nur einem betroffenen Auge erscheint das gesunde Auge mit rotem Fleck).

Bedingt durch das sehr langsame Fortschreiten der Erkrankung wird meist erst sehr spät die Diagnose gestellt. Um eine Besserung bzw. Wiederherstellung der Sehkraft zu erzielen, muss die eingetrübte Linse operativ entfernt (intrakapsuläre oder extrakapsuläre Methode) und durch eine künstliche Linse ersetzt werden.

Differentialdiagnostisch zu unterscheiden vom Grauen Star ist der Grüne Star (Glaukom), bei dem es durch unterschiedliche Ursachen zu einer Schädigung des Sehnervens mit Beeinträchtigung des Sehvermögens kommt. Auch hierbei droht unbehandelt die Erblindung.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 06.06.2012 aktualisiert