Weitsichtigkeit - Verständlich Erklärt

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Bei der Weitsichtigkeit (Hyperopie, Hypermetropie) liegt eine Fehlsichtigkeit (Ametropie) vor, bei der das angespannte Auge zu unscharfen Bildern führt. Unter normalen Bedingungen ist das Auge bei der Sicht von nahe gelegenen Gegenständen angespannt, für das Erkennen von weiter entfernten Objekten liegt die Muskulatur im Augenbereich (Ziliarmuskel) erschlafft vor.

Im Vergleich zum normalsichtigen Auge ist das Auge bei der Weitsichtigkeit zu kurz gebaut oder es liegt eine verminderte Brechkraft von Linse oder Hornhaut vor. Das einfallende Licht trifft nicht gebündelt auf der Netzhaut auf, sondern der Brennpunkt (Bündelstelle der Lichtstrahlen) liegt dahinter. Dadurch erscheinen Objekte in der Ferne scharf und klar, während nahe gelegene Bereiche schlecht und unscharf abgebildet werden. Um dieser Sehschwäche entgegenzuwirken, versucht das Auge mittels der Akkommodation (Anpassung der Brechkraft mittels Anspannung) auch nahe Gegenstände scharf erscheinen zu lassen. In jungen Jahren ist dies meist noch möglich, die Fähigkeit zur Anpassung lässt aber mit zunehmendem Alter nach. Dies erklärt auch, warum die Hyperopie häufig erst nach Jahren diagnostiziert wird.

Wie bei der Kurzsichtigkeit zeigen sich zwei Formen der Hyperopie, die hauptsächlich angeboren sind. Die Brechungshyperopie entsteht durch eine zu geringe Brechkraft bei normal entwickelter Augenlänge. Die wesentlich häufiger in Erscheinung tretende Achsenhyperopie kennzeichnet eine Störung, verursacht durch eine zu geringe Augenlänge bei normaler Brechkraft. Die Entwicklung einer Weitsichtigkeit erreicht meist um das 20. Lebensjahr ihren Gipfel, danach kann es sogar eigenständig zu einer Rückbildung der Symptome kommen. Eine plötzlich auftretende Hyperopie im späteren Lebensabschnitt deutet u.U. auf die Entstehung eines Tumors im Augenbereich hin und sollte schnellstmöglich abgeklärt werden.

Neben der Unfähigkeit zur deutlichen Projektion naher Objekte zeigen sich vor allem brennende, tränende oder schmerzende Augen, Kopfschmerzen, Bindehautentzündungen mit vermehrtem Juckreiz sowie eine eingeschränkte oder rasch nachlassende Sehkraft während des Lesens.

Im Kindesalter empfiehlt sich der Gebrauch einer angepassten Sehhilfe, um Fehlstellungen der Augen (z.B. Schielen) durch den ständigen Versuch zur Akkommodation zu verhindern. Häufig gibt sich der Sehfehler mit dem Alter, so dass im Erwachsenenstadium auf das Tragen von Brille oder Kontaktlinsen verzichtet werden kann oder diese nur beim Lesen benötigt werden.

Weitere Interessante Themen finden Sie unter: Farbenblindheit und Lidrandentzündung

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 06.06.2012 aktualisiert