Plasmozytom (Multiples Myelom) - Symptome, Prognose,
Therapie und Lebenserwartung
von: René Gräber - Heilpraktiker und
Gesundheitspädagoge
Das Plasmozytom (auch Morbus Kahler oder multiples Myelom) ist eine maligne Form von Blutkrebs, bei dem die Plasmazellen entarten. Aus Plasmazellen differenzieren sich
die B-Lymphozyten (spezielle weiße Blutkörperchen), die im Knochenmark zu finden sind und die durch Produktion und
Sekretion von Antikörpern (Eiweiße) der Immunabwehr dienen.
Der Tumor wird der Gruppe der B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphome zugeordnet und ist relativ selten zu finden (siehe
auch: Morbus Hodgkin).
In Deutschland liegt die jährliche Inzidenz bei ca. sieben Erkrankungsfällen pro 100.000 Einwohner, wobei sich
das Plasmozytom häufiger bei Männern entwickelt. Mit zunehmendem Alter steigt die Rate, der Erkrankungsgipfel liegt
um das 65. Lebensjahr herum.
Die genauen Ursachen für die Erkrankung sind noch nicht abschließend erforscht. Man vermutet seitens der
Schulmedizin vor allem Gendefekte: hier konnten bereits Mutationen der Chromosomen 13 und 14 differenziert und
familiäre Häufungen nachgewiesen werden. Daneben kommen auch Einflüsse durch ionisierende Strahlen oder Gifte (z.B.
Pestizide) in Frage.
Auch bei einem Plasmozytom bilden die Plasmazellen weiter Eiweiße (= Paraproteine). Diese weisen jedoch eine
identische Abbildung eines bereits vorhandenen Antikörpers auf (= Klon) und sprechen somit nur noch auf bereits
bekannte Infekte an. Neue Antikörper sind hierbei nicht bildbar, wodurch das Immunsystem in seiner Funktion leider
stark beeinträchtigt wird.
Ein wesentliches Merkmal der Paraproteine ist ihr zunehmendes und verdrängendes Wachstum mit gleichzeitiger
Neuentwicklung von Gefäßen im umgebenden Gewebe. Hierdurch wird die Blutneubildung eingeschränkt, gleichzeitig
vermehren sich die entarteten Zellen durch die gute Blutversorgung.
Stadieneinteilung
Je nach dem Ausbreitungsgrad der Erkrankung differenziert man drei Stadien.
Stadium I kennzeichnet den Beginn der Erkrankung, bei dem noch wenige Paraproteine zu finden
sind.
Auch bei Stadium II hält sich die Menge an Tumorzellen noch in Grenzen, durch ihr zunehmendes
Wachstum zeigen sich jedoch bereits Auswirkungen auf den Knochen (Osteoporosezeichen, erhöhte Kalziumwerte).
In Stadium III findet sich eine große Tumoransammlung mit deutlicher Osteoporose und stark erhöhten Kalziumwerten.
Symptome
Betroffene bemerken meist erst spät eine Veränderung des Organismus. Das Plasmozytom bleibt lange symptomlos.
Bei den unspezifischen Erscheinungen kommt es zu vermehrter Müdigkeit, Abgeschlagenheit, rascher
Erschöpfung, Luftnot, Nachtschweiß, Gewichtsverlust, leicht erhöhter Körpertemperatur
(Fieber), rascher Reizbarkeit und Kopfschmerzen.
Mit zunehmender Erkrankung zeigen sich Schmerzen, die
besonders im Rücken auftreten und eine Belastungsabhängigkeit aufweisen. Durch die zunehmende Osteoporose (Knochenabbau) weiten sich diese Beschwerden auf
das gesamte Skelett aus, wobei die Wirbelsäule besonders in Mitleidenschaft gezogen wird. Hier finden sich
vereinzelte Herde mit hoher Lyse der Knochenstruktur. Der Knochen wird dadurch instabil und neigt rasch zu
Frakturen (Brüche).
Das aus dem sich auflösenden Knochen freigesetzte Kalzium führt zu einer Erhöhung des Kalziumspiegels im Blut
(Hyperkalzämie). Dies verursacht unter anderem Übelkeit, Brechreiz und Verwirrtheitszustände. In Kombination mit den zum
Teil in die Nierenkanäle ausgeschwemmten Paraproteinen können die Nieren derart in ihrer Funktion beeinträchtigt
werden, dass Flüssigkeiten nicht mehr ausgeschieden werden (Einlagerungen im Gewebe) und ein Nierenversagen droht
(Nierenkrankheiten).
Durch den Mangel an funktionsfähigen Leukozyten (Leukopenie) kommt es bei
den Betroffenen vermehrt zu starken und langwierigen Infekten. Die Verdrängung der roten Blutkörperchen und die eingeschränkte Neubildung
können eine Anämie (Blutarmut)
verursachen.
Auch der Thrombozytenspiegel sinkt, wodurch sich die Blutungsneigung erhöht. Bereits leichte Stöße oder ein
Druck auf die Haut führen dabei zu großen Einblutungen ins Gewebe, die in Form von Hämatomen (Blutergüsse) sichtbar werden.
Diagnose
Im frühen Stadium gestaltet sich die Diagnose schwierig und wird meist eher zufällig gestellt. Hier lassen sich
allgemeine Entzündungszeichen oder eine beginnende Osteoporose erkennen.
Zum gesicherten Nachweis eines Plasmozytoms stehen mehrere Untersuchungsmethoden zur Verfügung. Weisen zwei
dieser Methoden die passenden Kriterien auf, gilt die Diagnose als gesichert. Hierzu zählen der
Knochenmarksaustrich nach Punktion des Beckenkamms (mit mehr als zehn Prozent Plasmazellen), Paraproteine im Blut
oder Urin, Osteoporose bei gleichzeitiger Vermehrung der Plasmazellen sowie erhöhte Kalziumwerte oder eine
veränderte Nierenfunktion bei Nachweis von Paraproteinen.
siehe auch: Blutwerte oder Urinwerte
Durch bildgebende Verfahren (z.B. Röntgen, CT) kann der Knochenabbau dargestellt werden, das MRT lässt die
Ausbreitung des Tumors erkennen.
Therapie
Die schulmedizinische Therapie richtet sich nach dem Stadium und der möglichen Schädigung der Nieren. In frühen
Stadien kann das Plasmozytom schulmedizinisch relativ gut behandelt werden, es lässt sich anschließend nicht mehr
nachweisen.
Eine vollständige Heilung gilt in der Schulmedizin jedoch leider zu keinem Zeitpunkt als möglich,
so dass es immer wieder zu Rezidiven kommen kann.
Während in Stadium I meist nur durch engmaschige Kontrollen überprüft wird, ob der Tumor sich weiter ausbreitet,
wird in den nachfolgenden Stadien meist eine Chemotherapie oder Strahlentherapie
angewandt.
Zusätzlich erfolgt eine Stammzelltransplantation mit autologen Zellen. Zur Regulierung der Prozesse am Knochen
können Bisphosphonate eingesetzt werden. Hierdurch werden der Kalziumhaushalt reguliert, die Knochenstruktur
gefestigt und Schmerzen gemildert.
Um stärkere Infekte zu vermeiden werden die Immunabwehr unterstützende Substanzen verabreicht.
Lebenserwartung
Auf Wikipedia liest man: "Nach Auftreten von Komplikationen beträgt die Lebenserwartung ohne
Behandlung im Mittel 6 Monate, mit Chemotherapie 3 Jahre und nach Knochenmarkstransplantation 5 Jahre."
Diese Angaben gelten wie gesagt "Nach Auftreten von Komplikationen". Eine genaue Prognose
der Lebenserwartung ist im Einzelfall aber kaum vorherzusehen - es kommt da auf den Patienten an. Im
Mittel sagt man nach Diagnosestellung ca. 4 Jahre. In etwa 10% der Fälle ist der Verlauf allerdings viel
langsamer.
Der Krankheitsverlauf bei einem Plasmozytom wird also im wesentlichen durch die Infektanfälligkeit, der Gefahr von Knochenbrüchen und
durch die Nierenfunktion bestimmt - und gerade hier kann man Alternativmedizinisch einiges machen. Denn: Im
Spätstadium des Plasmozytoms kommt es in etwa jedem zweiten Fall zum Nierenversagen, was eine Dialyse (Blutwäsche)
notwendig machen kann.

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