Mastitis - Die Brustentzündung: Ursachen, Verlauf, Diagnose
Therapie
von: René Gräber - Heilpraktiker und
Gesundheitspädagoge
Die Mastitis kennzeichnet eine Entzündung der Brust, die sich hauptsächlich bei der Frau zeigt,
aber auch den Mann betreffen kann. Bei der Frau unterscheidet man die Entzündung während einer Schwangerschaft
(Mastitis puerperalis, häufig) und die Entzündung der Brust ohne vorliegende Schwangerschaft
(Mastitis non-puerperalis, selten).
Die Mastitis non-puerperalis entwickelt sich vornehmlich vor dem 30. Lebensjahr bzw. nach dem
50. Lebensjahr und kann, neben einer Infektion mit Bakterien (vor allem
Staphylokokken, Streptokokken,
Pseudomonaden), auch ein Hinweis auf eine Entartung sein.
Eine Mastitis puerperalis zeigt sich meist zwischen dem zehnten und dem fünfzehnten Tag nach
Entbindung bei ca. einem Prozent aller Mütter. Hier kommt es durch das Stillen zu Mikroläsionen und Reizungen, über
die der Erreger eindringen kann. Als Hauptüberträger gilt dabei das Kind, welches zum einen selbst Bakterien im
Mund hat, zum anderen die physiologischen Bakterien der Mutterbrusthaut mit aufnimmt und weitergibt. Begünstigend
für eine Mastitis ist ein gleichzeitiger Milchstau (z.B. durch Verhalt oder lange Intervalle zwischen den
Stillzeiten).
Eine von der Schwangerschaft unabhängige Mastitis kann durch Verletzungen der Brustwarze entstehen. Auch hier
dringen Bakterien ein und führen zu einer Entzündung. Eine weitere Ursache ist der sich in jungen Jahren vermehrt
zeigende Sekretfluss (z.B. durch Prolaktinerhöhung, Mastopathie) im Brustbereich. Kommt es zu einer
Abflussbehinderung, staut sich dieses Sekret und sucht sich Umgehungswege im umliegenden Gewebe (= periduktale
Mastitis). Das Sekret wird als Fremdkörper angesehen und führt zu Abwehrreaktionen in Form von Entzündungen. Eine
dritte Ursache ist die Veränderung von Gewebe durch Entartung. Ein beginnendes Tumorwachstum kann sich ebenfalls
als Entzündung bemerkbar machen.
Die Klinik der Mastitis ist abhängig vom Typ. Bei einer Mastitis puerperalis entwickeln sich neben der starken
Rötung, Schwellung und Erwärmung des Gewebes auch Schmerzen und Verhärtungen. Daneben rufen die Entzündungen auch
meist hohes Fieber mit Schüttelfrost und starkem
Krankheitsgefühl hervor. Hauptsächlich sind die Brustwarze und der umliegende Bereich betroffen, wo es auch zum
Austritt von seröser oder eitriger Flüssigkeit kommt.
Die Mastitis non-puerperalis verläuft ähnlich, zum Teil milder. Auch hier zeigen sich die typischen Anzeichen
einer Entzündung (Rubor, Calor, Tumor (Krebs), Dolor), jedoch
entwickeln sich eher selten Eiterherde im Gewebe oder erhöhte
Temperaturen. Daneben lassen sich auch Schwellungen der regionalen Lymphknoten
nachweisen. Die Entzündung kann lokal begrenzt sein oder sich vollständig über die gesamte Brust erstrecken.
Komplikationen drohen immer dann, wenn die Brust ihre Struktur verändert (Aussehen, Form, Farbe), wenn sich
Abszesse bilden oder wenn es zu
Rezidiven kommt. Hierbei können Fisteln entstehen, Zellen entarten und das Gewebe zugrunde gehen, weshalb bei
Einsetzen der Symptomatik immer eine Abklärung erfolgen sollte.
Die ausführliche Anamnese und Inspektion der betroffenen Brust führen meist zur gesicherten Diagnose. Daneben
erfolgen die Palpation sowie eine Ultraschalluntersuchung. Bei Austritt von Flüssigkeiten können diese als Abstrich
gewonnen und labormedizinisch untersucht werden. Das Blutbild liefert
unter anderem Aufschluss über Entzündungen, Hormonveränderungen oder auch entartetes Gewebe. Bei Verdacht eines
Mammakarzinoms (Brustkrebs) schließt sich
die Mammographie an.
Je nach vorliegendem Befund wird die Therapie erstellt, die mehrere Wochen andauern kann. Neben allgemeinen
Behandlungsmethoden wie z.B. kühlenden und abschwellenden Umschlägen, werden bei Bakterienbefall antibiotische
Medikamente eingesetzt. Daneben kann ein Prolaktinüberschuss durch hemmende Präparate reguliert werden. Abszesse müssen eröffnet werden, um den Eiter
entfernen zu können, Fisteln werden verödet. Schmerzen
und Entzündungen lassen sich durch geeignete Medikamente lindern. Eine über die Maßen gehende Pflege und Hygiene
des Brustbereichs ist ebenfalls von hoher Bedeutung. Zeigt sich eine Entartung des Gewebes ist das Vorgehen einer
Tumorbehandlung entsprechend (Krebs).
Die sich beim Mann in seltenen Fällen zeigende Entzündung der Brust ist meist in Zusammenhang mit einer
vorliegenden Gynäkomastie (Verweiblichung der Brust) zu beobachten. Sie kann ähnlich einer Mastitis non-puerperalis
verlaufen und wird unter den selben Gesichtspunkten behandelt.

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