Gallenblasenkrebs: Ursachen, Symptome und
Therapie
von: René Gräber - Heilpraktiker und
Gesundheitspädagoge
Zu den eher seltenen Erkrankungen der Gallenblase zählt das Gallenblasenkarzinom. Es handelt
sich um einen malignen (bösartig) Tumor mit schlechter Prognose, der in der dreischichtigen Gallenblasenwand im
Bereich der Mucosa (Schleimhaut) entsteht.
Der Gallenblasenkrebs weist eine hohe Metastasierung auf und findet sich vielfach auch im
Bereich der Gallengänge. Mit unter einem Prozent ist das Gallenblasenkarzinom einer der seltensten Tumoren des
gesamten Organismus, führt jedoch durch sein aggressives Wachstum zu weitreichenden Zerstörungen von Nachbarorganen
(unter anderem Bauchspeicheldrüse,
Zwölffingerdarm, Leber).
Über das Lymphsystem und den Blutweg erfolgt die Streuung auch in weiter entfernte Regionen (z.B. Lunge, Eierstöcke).
Ursache
Gallenblasenkrebs kann sich aus vielen Störungen der Gallenblase entwickeln. Begünstigende Faktoren sind unter
anderem die Porzellangallenblase (verhärtete Gallenblase durch Kalzifizierung), das Caroli-Syndrom
(Erweiterung der intrahepatischen Gallengänge), Gallenblasensteine, Polypen der Gallenblase oder auch Adenome (gutartige Wucherungen). In über 75
Prozent der Entartungen liegt gleichzeitig ein Steinleiden vor, in gut 20 Prozent ist die Gallenblase verhärtet.
Daneben können auch die Colitis ulcerosa (chronisch-entzündliche Darmerkrankung), ein Befall mit Parasiten oder die
Salmonellen-Vergiftung die Entartung fördern.
Menschen, die auf den Genuss von Nikotin nicht verzichten können, weisen ebenfalls eine erhöhte Entartungsrate
auf. Hier wird der Wirkstoff Dimethylnitrosamin als Auslöser diskutiert. Die jährliche Inzidenz (Neuerkrankungen)
in Deutschland liegt bei sechs Fällen pro 100.000 Einwohner, wobei Frauen ca. doppelt so oft erkranken wie Männer.
Der Tumor entwickelt sich vornehmlich in späteren Lebensabschnitten und weist einen Erkrankungsgipfel zwischen dem
60. und dem 70. Lebensjahr auf.
Symptome
Gallenblasenkrebs bleibt, wie die meisten Tumoren, in der Frühphase häufig unbemerkt, da er
keine Beschwerden verursacht. Erst mit dem weiteren Verlauf kommt es zu allgemeinen Beschwerden wie Völlegefühl,
Übelkeit, Brechreiz, Schmerzen im rechten Oberbauch und anhaltende Blähungen. Kommt es zu einem Stau der
Gallenflüssigkeit (z.B. durch Befall der ableitenden Wege), färben sich Haut und Skleren (Augenweiß) allmählich
gelb (= Ikterus). Die Haut weist einen quälenden Juckreiz
auf, der Stuhl entfärbt sich, der Urin ist dunkelgelb bis braun. Durch die Volumenzunahme der Gallenblase wird
diese unter dem rechten Rippenbogen tastbar (= Courvoirsier-Zeichen).
Das Spätstadium ist gekennzeichnet durch permanente Schmerzen und einen langsamen körperlichen Verfall
(Gewichtsverlust, Kraftabbau).
Diagnose
Bei der ausgedehnten Diagnostik führt die körperliche Untersuchung häufig zu einem ersten Verdacht. Vor allem
die gut tastbare Gallenblase lässt die Vermutung einer Entartung zu.
Das Labor weist erhöhte Cholesterinwerte, einen Anstieg von
Gamma-GT sowie der alkalischen Phosphatase auf, die Sonographie stellt das vergrößerte Organ dar. Mithilfe einer CT
oder einer MRT können die genaue Ausdehnung und mögliche Infiltrationen bzw. Metastasen ermittelt werden.
Eine Biopsie ist möglich, wird aber eher selten durchgeführt, eine differenzierte Diagnostik erfolgt meist im
Rahmen der operativen Entfernung des Organs.

Therapie und Behandlung
Die anschließende Behandlung ist abhängig vom Befund. Da der Tumor sich meist erst spät bemerkbar macht, sind
vielfach auch Nachbarstrukturen in Mitleidenschaft gezogen. Primär entfernt der Operateur die Gallenblase
(minimalinvasiv oder konventionell).
Zum Teil müssen auch Leberanteile oder Gallenwege exzidiert werden, zum Teil weist der Tumor eine so hohe
Streuung auf, dass die Behandlung nicht mehr kurativ (heilend) sondern nur noch palliativ (das Leiden mildernd)
gestaltet werden kann.
Hier ist ein Wiederherstellen des Gallenabflusses (z.B. durch Stent-Einlage) besonders wichtig, um die durch den
Stau verursachten Beschwerden minimieren zu können. Daneben werden Chemotherapie oder Bestrahlung eingesetzt, um
das entartete Gewebe zu reduzieren, die Gallenblase wird hierbei nicht entfernt.
Die Prognose richtet sich nach dem Stadium bzw. der Ausbreitung des Tumors und ist mit abhängig vom Alter des
Betroffenen. Je weiter der Krebs vorangeschritten ist und je
älter die betreffende Person ist, desto schlechter gestaltet sich die Behandlung. Nur gut 20 Prozent aller Tumoren
sind kurativ resektabel, die Fünf-Jahres-Überlebensrate liegt (abhängig von vielen Faktoren) zwischen 30 und 60
Prozent.
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