Hauterkrankungen
Basaliom: Verständlich
Erklärt
von: René Gräber - Heilpraktiker und
Gesundheitspädagoge
Das Basaliom ist ein maligner (bösartigen) Hauttumor, der gekennzeichnet ist durch seine
zerstörerische Infiltration in Nachbarregionen, gleichzeitig aber auch durch eine fehlende Metastasierung.
Der auch als weißer Hautkrebs oder Basalzellkarzinom bezeichnete Tumor gilt in
den meisten Regionen Europas als häufigste Entartung im Bereich der Haut.
Die Inzidenz in Deutschland liegt bei 100 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner, wobei Frauen und Männer
gleichermaßen betroffen sind.
Der weiße Hautkrebs manifestiert sich vornehmlich um das 60. Lebensjahr. Die Erkrankungsrate hat in den letzten
Jahren deutlich zugenommen und kann dabei auch vermehrt bei jüngeren Menschen beobachtet werden. Vor allem
hellhäutige Menschen, mit blonden Haaren und blauen Augen, die bei UV-Bestrahlung leicht zu Sonnenbrand neigen,
gelten als Risikogruppe.
Ursachen
Die Hauptursachen für die Entstehung von Hautkrebs sind die genetische Prädisposition sowie die starke
UV-Bestrahlung. Daher entwickeln sich über 95 Prozent der Basaliome im Bereich der Kopfhaut oder auch am Hals (sind
meist ungeschützt gegenüber Sonneneinstrahlung). Die übrigen fünf Prozent sind am Rumpf oder den Extremitäten
(Arme, Beine) lokalisiert. Diskutiert wird auch eine gestörte oder herabgesetzte Immunabwehr, die sich begünstigend
auf die Entstehung auswirken kann.
Neben den genannten Ursachen kann sich das Basaliom im Verlauf bestimmter Erkrankungen (Genodermatosen = durch
Genmutation entstandene Hauterkrankungen) ausprägen. Hierzu zählen unter anderem die
Xeroderma pigmentosum (bereits im Kindesalter auftretende Hautveränderung, die vor allem bei
UV-Bestrahlung zum Ausbruch kommt), das Rombo-Syndrom (in der Kindheit beginnende Erkrankung, die
sich z.B. durch viele Grießkörner im Gesicht auszeichnet), der okulokutane Albinismus (spezieller
Typ des Albinismus, im Unterschied zum okulären Albinismus) sowie das Gorlin-Goltz-Syndrom
(vielfältige Erkrankung des Organismus, die unter anderem zu multiplen Basaliomen und starken Veränderungen der
Wirbelsäule führt).
Der Hauttumor entwickelt sich aus den Basalzellen der Epidermis (Oberhaut). Dabei entstehen entweder ein kaum
sichtbares Knötchen oder eine wenig tastbare Verhärtung. Im Verlauf (der Monate bis Jahre andauern kann) nimmt die
Effloreszenz an Volumen zu, wodurch sie auffälliger wird. Das Knötchen oder die Verhärtung weisen zentral eine
nekrotisierende Stelle (schwarz gefärbt durch den Zelluntergang) auf. Bei unpigmentierten Basaliomen ist der
Knötchensaum umgeben von feinsten, gut sichtbaren Äderchen (Teleangiektasien). Pigmentierte Basaliome sind
grau-braun strukturiert, wobei diese Kennzeichnung mit dem bloßen Auge nicht zu sehen ist.
Zur Differentialdiagnose ist die histologische Auswertung von hoher Bedeutung. Das noduläre (knotige)
Basaliom ist hautfarben und von Teleangiektasien umgeben, wobei zwischen solide, adenoid und zystisch
differenziert wird. Das infiltrative (in die Umgebung einwachsende) Basaliom wird
unterteilt in nicht-sklerosierend und sklerosierend. Daneben finden sich unendlich viele Varianten, die jedoch sehr
selten in Erscheinung treten.
Zu unterscheiden ist das Basaliom vom Spinaliom (Platten-epithelkarzinom), welches ebenfalls als weißer
Hautkrebs bezeichnet wird, sowie vom malignen Melanom oder dem Keratoakanthom (gutartiger Hautkrebs, der eine
spontane Remission aufweist).

Symptome
Bedingt durch das sehr langsame Wachstum entwickeln sich Symptome
und Beschwerden meist erst spät im Verlauf. Die dann sichtbare Hautveränderung ähnelt einem Geschwür, einem Ekzem,
einer Schuppenflechte oder einer
Verletzung.
Das Basaliom ist dabei flach oder erhaben, zum Teil narbig verändert, kann ungefärbt (= hautfarben) oder
braun-schwarz pigmentiert sein.
Das normale Wachstum führt zu keinen Beschwerden, erst bei Infiltration in Nachbarstrukturen (z.B. Knochen)
nimmt die Symptomatik deutlich zu (z.B. Schmerzen).
Der Dermatologe ist in der Differenzierung von Hautveränderungen geschult. Da das Basaliom eindeutige Anzeichen
aufweist, lässt es sich meist bereits bei intensiver Betrachtung diagnostizieren. Zur feingeweblichen Untersuchung
wird eine Biopsie durchgeführt. Zum Ausschluss einer Infiltration können die Zellen zusätzlich mit einer Tinktur
benetzt werden, die unter einer speziellen Bestrahlung die entarteten Regionen leuchtend darstellt (=
Photodynamische Therapie). Je nach Lage und Ausdehnung des Basalioms erfolgen unterschiedliche
Behandlungsmethoden.
Therapie der Wahl ist die Exzision unter lokaler Betäubung und unter Wahrung eines Sicherheitsabstandes (einige
Millimeter) zu allen Seiten. Das Schnellschnittverfahren kann bereits nach kurzer Zeit (ca. 20 Minuten) Auskunft
über die Resektionsränder geben. Weisen diese keine entarteten Zellen mehr auf, kann der Wundverschluss erfolgen.
Liegen weiterhin Basaliomzellen vor, muss großflächiger reseziert werden.
Weitere Methode sind die Bestrahlung oder die Kryotherapie mit flüssigem Stickstoff. Sie werden angewandt, wenn
die zu behandelnde Stelle ungünstig liegt, oder das Alter der betroffenen Person die Entfernung indiziert. Das
Risiko eines Rezidivs ist dabei hoch, weshalb diese Behandlungswege eher selten genutzt werden. Lokal angewandte
Cremes auf Basis von immunaktiven Wirkstoffen oder mit einem Chemotherapeutikum können ein oberflächliches Basaliom
meist ohne Narbenbildung behandeln. Die Anwendung erfolgt mehrmals täglich über mehrere Wochen und zeigt
vielversprechende Erfolge.
In über 90 Prozent aller Behandlungen kommt es zu einer vollständigen Heilung. Rezidive entwickeln sich meist
innerhalb der ersten drei Jahre nach Therapie, anschließend kann von Heilung gesprochen werden. Komplikationen
drohen immer dann, wenn das Basaliom unbehandelt bleibt und sich in tiefere Gewebestrukturen ausbreitet. Dann
können ausgedehnte Behandlungsmaßnahmen mit großflächiger Entfernung (zum Teil auch mit Knochenbeteiligung)
notwendig sein, wobei nicht immer eine vollständige Ausheilung erzielt werden kann.
|