Lipome: Verständlich Erklärt

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber Lipome sind gutartige Gewebewucherungen (Tumoren), die sich aus Adipozyten (Fettgewebszellen) entwickeln. Meist sind sie unmittelbar unter der Hautoberfläche lokalisiert. Daneben können sich die Knoten aber auch in der Muskulatur oder in Organen bilden.

Lipome sind von weicher oder elastischer Konsistenz. Sie sind häufig von feinen Blutgefäßen durchzogen und weisen eine gelappte Struktur auf. Unterhalb der Hautoberfläche machen sie sich zum einen durch die Dehnung der Haut (Beule), zum anderen durch ihre gelbliche Farbe bemerkbar. Zusätzlich ist der geschwollene Bereich kühler als das umgebende Gewebe. Die Größe ist sehr variabel und reicht von ca. fünf Millimetern bis gut zehn Zentimetern. Auch größere Wucherungen sind bereits beschrieben. Lipome sind von einer feinen Bindegewebskapsel umgeben. Sie sind meist gut verschieblich und verursachen in der Regel keinerlei Beschwerden. Sie werden eher zufällig durch Abtasten des Körpers oder zum Beispiel durch den Partner entdeckt. Zu Beschwerden kann es kommen, wenn ein Lipom in unmittelbarer Nähe von Nervenstrukturen entsteht. Durch Volumenzunahme besteht die Möglichkeit, dass der Nerv gedrückt oder gereizt wird, wodurch es unter Umständen zu stichartigen Schmerzen oder auch Taubheits- oder Kribbelgefühlen in der betroffenen Region kommen kann. Überwiegt der Anteil an Bindegewebsfasern, ist der Knoten eher von einer harten Konsistenz und auch weniger gut beweglich (= Fibrolipom). In sehr seltenen Fällen kann ein Lipom auch entarten (= Liposarkom).

Die gutartigen Wucherungen können in jedem Lebensalter entstehen, zeigen sich jedoch vermehrt um das 40. Lebensjahr. Sie wachsen nur sehr langsam, können isoliert oder in Gruppen auftreten. Von einer Lipomatose spricht man, wenn viele fetthaltige Knötchen dicht beieinander liegen. Hauptsächlich ist der Körperstamm betroffen und hier vermehrt der Rücken. Im Bereich des Schädels oder an Füßen und Händen sind Lipome sehr selten.

Lipome können, je nach Lage und Histologie, in verschiedene Typen unterschieden werden. Bei einem Angiolipom finden sich viele feine Blutgefäße in der Wucherung. Das Angiomyolipom ist eine gutartige Wucherung im Bereich der Nieren. Neben Fettzellen finden sich auch Muskelfaserzellen sowie Blutgefäße. Das Chondrolipom stellt eine Mischform aus Fettzellen und Knorpelgewebe dar und kann zum Beispiel im Bereich der Tibia (Schienbein) entstehen. Das Hibernom entwickelt sich aus Resten des braunen Fettgewebes und ist, neben dem Subkutangewebe, auch in der Muskulatur lokalisiert. Das Lipoblastom reift vornehmlich in den ersten drei Lebensjahren heran und findet sich im Bereich des Unterhautfettgewebes der Extremitäten sowie u.a. auch in der Lunge, am Herzen, am Hals und am Kopf. Das Myolipom entwickelt sich aus einem Gemisch von Fett- und Muskelzellen und tritt vor allem im Becken und im Bereich des Abdomens auf. Beim Myxolipom handelt es sich um eine Geschwulst aus Fett- und Schleimzellen. Das Spindelzelllipom findet sich vor allem im Bereich der weiblichen Brust.

Wieso es zu den verkapselten Fettzellanhäufungen kommt ist noch nicht vollständig erforscht. Es sind Erkrankungen bekannt, bei denen es vermehrt zu einer solchen Bildung kommen kann. Hierzu zählt u.a. die Lipomatosis dolorosa (genetisch bedingte Erkrankung, vor allem bei Frauen, die zu schmerzhaften Fettgewebsablagerungen führt). Generell wird eine genetische Veranlagung vermutet. Daneben begünstigen bestimmte Erkrankungen scheinbar die Entstehung von Lipomen. Genannt werden können unter anderem Diabetes mellitus und die Hyperlipidämie.

Die im Unterhautfettgewebe lokalisierten Lipome lassen sich gut von den umgebenden Strukturen abgrenzen. Bedingt durch ihre Symptomlosigkeit sind es eher Zufallsbefunde. Eine Entfernung dieser Wucherungen ist meist nicht notwendig und geschieht eher aus kosmetischen (ästhetischen) Gründen. Die Exzision eines Lipoms kann dann ratsam sein, wenn der Knoten Beschwerden verursacht, die die Lebensqualität des Betroffenen deutlich einschränken oder wenn Lipome zu Entzündungen neigen (zum Beispiel durch ständige Reibung). Da Lipome in ihrem Aussehen anderen, bösartigen Wucherungen sehr ähneln und da die Gefahr der Entartung (Wahrscheinlichkeit von 1 : 100) des Lipoms selbst ebenfalls gegeben ist, sollte bei Fund eines Knotens immer eine ärztliche Abklärung erfolgen. Eine Biopsie mit histologischer Auswertung kann die betroffene Person rasch beruhigen oder aber die operative Entfernung der Geschwulst begründen.

Kleinere Lipome lassen sich unter lokaler Betäubung mittels Skalpell und Elektrokoagulation entfernen. Die Ausheilung ist immer mit einer Narbenbildung verbunden. Dies ist auch der Fall bei sehr großen Lipomen, die u.U. in Vollnarkose exzidiert werden müssen. Neben der Narbe kann es auch zu einer Verformung des Bereiches (zum Beispiel in Form einer Delle) kommen. Dies hängt damit zusammen, dass die Wucherung zuvor Gewebe verdrängt hat. Neuere Verfahren nutzen eine Art der Liposuction, bei der mittels Stichinzision das Fett über eine feine, vibrierende Nadel abgesaugt wird. Die Narbenbildung ist sehr gering, das Verfahren ist äußerst schonend für das umliegende Gewebe sowie für die betroffene Person selbst.

Generell sind operative Verfahren immer mit Risiken verbunden. Zu diesen zählen zum Beispiel die Nachblutung, Wundheilungsstörungen sowie die Verletzung benachbarter Strukturen (zum Beispiel von Nerven). Ebenso sollte der behandelnde Arzt darauf aufmerksam machen, dass eine Operation keineswegs garantieren kann, dass die Wucherungen sich nicht neu bilden. Die Rezidivrate von Lipomen ist relativ hoch.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 17.11.2015 aktualisiert