Warzen: Verständlich Erklärt

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Warzen sind häufig auftretenden, ansteckende, gutartige durch ein Virus bedingte epitheliale Tumoren.

Die Infektion verläuft regellos; sie kann in Form einer einzelnen Erscheinung persistieren oder es können sich durch Selbstinfektion Satelliteneffloreszenzen (krankhafte Hautveränderungen) entwickeln.

Die Herde bilden sich im Laufe von Monaten oder Jahren mitunter entweder spontan oder als Folge der Behandlung vollständig zurück. Die Unterschiede in Aussehen und Größe der Warzen sind durch ihre Lokalisation, durch den Grad der Reizung und des physischen Traumas, dem sie ausgesetzt sind, bestimmt.

Warzen können in jedem Lebensalter auftreten, finden sich aber bei Kindern häufiger als bei älteren Menschen.

Arten

Verrucae vulgares (gewöhnliche Warzen)

Verrucae vulgares sind scharf begrenzte, runde oder vieleckige, harte, lichtgraue bis grauschwarze Tumoren mit höckriger Oberfläche und einem Durchmesser von 2 mm bis 10 mm. Sie sitzen hauptsächlich an Körperstellen, die Traumen ausgesetzt sind (zum Beispiel an den Fingern, Ellenbogen, Knien, in Gesicht, an der behaarten Kopfhaut), können sich aber von dort aus weiterverbreiten. Ihre Ausbreitung auf andere Körperbereiche wird durch Feuchtigkeit und verschwitzte Hände begünstigt. Filiforme oder Stielwarzen sind dünne, gutartige Tumore, die meist an den Augenlidern, im Gesicht, im Nacken und an den Lippen auftreten.

Condylomata acuminata (Feuchtwarzen, Feigwarzen oder venerische Warzen)

Diese findet man im Anogenitalbereich. In manchen Fällen täuschen sie syphilitische Warzenarten vor. Sie entwickeln sich zu riesigen Gebilden und konfluieren mitunter zu Plaques von beachtlicher Größe. In der Vagina oder im Rektum findet man vereinzelt Läsionen, die zu einer Streuung in die Peripherie der Körperöffnungen führen können.

Verrucae plantares (plantare Warzen, Leichdorn)

Sie sind durch Druck abgeplattete und von verhornter Haut umgebene gewöhnliche Warzen. Sie können sehr druckempfindlich sein. Bei Mosaikwarzen handelt es sich um dicht nebeneinander stehende, zu Plaques konfluierende plantare Warzen.

Verrucae planae juveniles (Flachwarzen)

Flachwarzen sind flache, gelbbraune Effloreszenzen mit glatter Oberfläche, die vorwiegende bei Kindern und Jugendlichen zu beobachten sind. Am häufigsten findet man sie im Gesicht und, als Folge von Selbstinfektion oft an Stellen, an denen sich gekratzt wurde.

Seltene Warzenarten

Seltene Warzenarten, das heißt, Warzen von ungewöhnlicher Form (fadenförmig, gestielt oder blumenkohlähnlich) treten am häufigsten am Kopf oder Nacken auf, insbesondere an der behaarten Kopfhaut und in der Bartgegend.

Therapie

Bis heute ist noch keine vollkommen zufriedenstellende Behandlungsform bekannt. Obwohl man Warzen auf verschiedenen Weisen entfernen kann, wird das Virus oft nicht mit vernichtet und die Warzen treten an der gleichen oder einer anderen Stelle wieder auf. Wenn auch viele Betroffene - meist aus ästhetischen Gründen - auf einer Behandlung bestehen, ist es eigentlich besser, von einer Therapie Abstand zu nehmen, wenn nur wenige harmlose Warzen aufgetreten sind. Die Gefahr, dass nach der Behandlung neue und meist noch mehr Warzen auftreten können, ist relativ hoch.


Dennoch sollen hier die gängigsten Behandlungsmethoden genannt werden:

Elektrodesikkation (Kaltkaustik)

Wenn die Warzen nicht zu zahlreich sind, kann man sie auf elektrochirurgischem Weg entfernen. Dazu injiziert der behandelnde Arzt in die Haut an den Warengrund eine geringe Menge von 2%tigem Procain.

Unter Verwendung eines monopolaren Elektrodesikkationsstroms stößt er danach eine Nadel ein kleines Stück in den oberen Teil der Warze, bis sich im Gewebe eine leichte Blasenbildung zeigt. Dann kann die Warze leicht mit einem scharfen Löffel abgeratzt und das weiche darunterliegende Gewebe leicht abgeschabt werden; dabei dürfen keine Rückstände des abgestoßenen Materials zurückbleiben.

Die Elektrodesikkation wird nur dann wiederholt, wenn eine aufgetretene Blutung gestoppt werden muss. Die entstandene Wunde wird nicht verbunden, nur ggf. zur Vermeidung von Traumen oder Verunreinigungen mit einem trockenen Stück Mullbinde abgedeckt. Nach der Behandlung dürfen die betroffenen Stellen zwei bis drei Tage nicht mit Wasser in Berührung kommen.

Bei plantaren Warzen ist die Entfernung durch die Elektrodesikkation nicht indiziert, da es zur Bildung dauerhafter und schmerzhafter Narben kommen kann. Flachwarzen hingegen kann man mit Hilfe der Elektrodesikkation meist ohne Anästhesie leicht zerstören.

Lokaltherapie

Da bei der Bildung von Warzen der psychogenen Komponente eine große Bedeutung zukommt, kann man die Wirksamkeit von Chemotherapeutika nur schwer beurteilen.

Das Betupfen von Feigwarzen im Anogenitalbereich mit einer Mischtinktur aus Podophyllin (25% Konzentration) und Benzoe im Abstand von einer Woche bringt in relativ vielen Fällen Erfolge.

Bei plantaren Warzen kann der Dermatologe einen Tropfen eines Podophyllinpräparates auf die Warze geben und diesen eintrocken lassen. Im Anschluss daran wird die Warze mit einem Pflaster abdeckt. Dieses muss nach 48 Stunden wieder entfernt werden. Nun beginnt die Behandlung erneut. Manchmal muss das getrocknete Gewebe mit einem scharfen Löffel abgekratzt werden, um die Wirksamkeit des Podophyllinpräparates zu erhalten. Manchmal tritt bei dieser Behandlungsmethode, offensichtlich als Folge einer Auflösung und Löslösung des Warzengrundes von der Unterlage eine mäßige akute Reaktion auf; darauf kann dann eine sofortige Heilung eintreten.

Auch lokal aufgetragen werden so genannte Ätzmitel, die der Patient selbst aufträgt. Hierbei ist aber dringend zu beachten, dass nur die Warze und nicht das umliegende Gewebe mit dem Mittel in Berührung kommen darf. Daher wird auf diese Behandlungsmethode oft verzichtet.

Kryotherapie - Das Vereisen der Warze

Die zurzeit beliebteste Methode, gerade bei Kinder und Jugendlichen Warzen zu entfernen, ist das Vereisen der Warze. Hier wird die Warze mit flüssigem Stickstoff betupft und stirbt somit ab. Präparate hierzu kann man rezeptfrei in Apotheken kaufen. Dennoch sollte auch vor dieser Selbstbehandlung zunächst der Rat eines Arztes eingeholt werden, da zunächst die Art der Warze bestimmt werden sollte. Z

Zudem birgt auch diese Methode der Warzenentferung Risiken, die mit dem Arzt oder Apotheker besprochen werden sollten.

Besprechungstherapie

Diese Methode wird in der Schulmedizin oft belächelt, kann jedoch auch hilfreich sein. Insbesondere bei kleinen Kindern hat sich diese Suggestionstherapie, verbunden mit eindrucksvollen, aber an sich bedeutungslosen Manipulationen, wie beispielsweise das Anstreichen der Warze mit Farbe, Berührung aller möglichen Gegenstände oder Bestrahlung mit Wärmelampen schon bewährt.

Zwar kann die Methode die Warzen nicht verschwinden lassen, aber dem Kind die Wartezeit verkürzen und die Warze zu etwas spannendem und weniger belastendem machen.

Prävention

Um zumindest die Ausbreitung der Warzen zu verhindern, können folgende Maßnahmen hilfreich sein:

  • die Warzen sollten so wenig wie möglich berührt werden, um eine Selbstinfektion zu verhindern
  • befinden sich die Warzen an den Füssen, sollten diese regelmäßig nach dem Waschen gründlich getrocknet werden; zudem sollte man Socken öfter wechseln und diese bei hohen Temperaturen waschen
  • in öffentlichen Bereichen, in denen man sich barfuß bewegt (Schwimmbäder, Saunen usw.) sollte man Badeschuhe tragen
  • wie die Socken sollten auch Handtücher häufig gewechselt und bei hohen Temperaturen gewaschen werden

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 12.06.2012 aktualisiert