Vorhofflimmern: Symptome, Ursachen und Therapie
von: René Gräber - Heilpraktiker und
Gesundheitspädagoge
Das gesunde Herz schlägt zwischen 60 und 80 Mal pro Minute, je nach körperlicher Betätigung kann die Frequenz
dabei auch kurzfristig deutlich höher oder niedriger liegen.
Symptome
Das Herz kann durch verschiedene innere oder äußere Einflüsse in seiner Frequenz gestört werden, was sich meist
in Form von Herzrhythmusstörungen zeigt.
Vorhofflimmern gehört mit zu den häufigsten Rhythmusstörungen des Herzens und zeigt sich vor allem bei Menschen im
fortgeschrittenen Alter. Während die Zahl der Betroffenen bei den 50-Jährigen noch unter einem Prozent liegt,
steigt die Rate bereits zehn Jahre später auf das fünffache an.
Beim Vorhofflimmern (= supraventrikuläre Tachykardie) schlägt das Herz bis zu 600 Mal pro Minute, was eine
starke Belastung bzw. Gefahr für den gesamten Organismus darstellt. Das Blut wird nur noch unzureichend transportiert, dabei weist das Herz einen zu
geringen Füllungszustand auf und führt über einen schwankenden Blutdruck (Bluthochdruck oder niedriger Blutdruck) zu einer unregelmäßigen
Schlagfrequenz.
Das Vorhofflimmern wird unterteilt in drei Formen.
Das erste Auftreten der Beschwerden wird als akutes Vorhofflimmern bezeichnet. Bleibt der Anfall
unterhalb 48 Stunden spricht der Mediziner von einem paroxysmalen Vorhofflimmern. Verbleiben die
Beschwerden länger als 48 Stunden wird dies mit dem Begriff persistierend gekennzeichnet.
Ursachen
Ursachen für ein plötzliches Vorhofflimmern sind meist organisch begründet. Neben einem andauernd hohen Blutdruck (Hypertonie) kommen vor allem Klappenfehler, Gefäßverkalkungen, die Herzinsuffizienz, die koronare Herzkrankheit
(KHK), Entzündungen im Bereich des Herzens (Perikarditis,
Myokarditis), Störungen in der Erregungsleitung, Vergrößerungen des Herzens (z.B. durch Wucherung des
Bindegewebes), die Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion)
sowie eine akute Lungenembolie als Auslöser in
Betracht.
Zu den nicht organisch bedingten (idiopathischen) Ursachen (eher selten) zählen genetische Veranlagungen, die das
Herz in Mitleidenschaft ziehen.
Hierbei kommt es bereits in jungen Jahren zu einem plötzlichen Flimmern des Herzens.
Begünstigend auf die Entstehung wirken dabei deutliches Übergewicht, ein zunehmendes Lebensalter, ein Alkoholabusus,
Nikotin, fettreiche Ernährung, Bewegungsmangel oder auch die Fehldosierung von auf das Herz einwirkenden
Medikamenten (Intoxikation).
Vielfach wird ein Flimmern des Herzens von den Betroffenen erst beim Wiederauftreten bemerkt. Durch die
geminderte Pumpleistung des Herzens gelangt auch weniger Sauerstoff in den Kreislauf, was sich unter Umständen in
einer plötzlichen Luftnot (Dyspnoe) bemerkbar macht.
Je nach Ausprägung können zusätzlich Schwindel,
Übelkeit, Erbrechen, Herzrasen oder deutlich spürbares Klopfen sowie
ein unregelmäßiger Puls beobachtet bzw. gefühlt werden. In schweren Fällen treten Schmerzen hinter dem Brustbein
auf, die zusätzlich ein beklemmendes Gefühl oder Angstzustände auslösen können.
Vorhofflimmern ist, isoliert betrachtet, nicht lebensbedrohlich, verursacht jedoch eine Reihe von
Komplikationen, die ein frühzeitiges Lebensende begünstigen. Hierzu zählen der Schlaganfall oder die Embolie in
den Gefäßen des Beines. Je länger der Zustand anhält, desto mehr gewöhnt sich der Organismus an die Fehlfunktion
des Herzens. Die auftretenden Beschwerden werden immer schwächer wahrgenommen bzw. ignoriert.
Therapie
Zum Teil wird ein Vorhofflimmern eher zufällig diagnostiziert. Daneben führen die wahrgenommenen Beschwerden
Betroffene rasch zum Arzt. Hier liefert bereits das Langzeit-EKG (oder Belastungs-EKG) eindeutige Hinweise.
Zusätzlich erfolgt die Abklärung der auslösenden Ursache, um zügig die Therapie wählen zu können.
Die Sonographie kann das Organ darstellen, mithilfe der Echokardiographie lassen sich verschiedene Erkrankungen des
Herzens diagnostizieren. Das Labor gibt unter anderem Auskunft über
erhöhte Hormonwerte (Schilddrüse).
Um die normale Schlagfrequenz des Herzens wieder herstellen zu können muss die Ursache abgeklärt werden.
Vielfach werden Medikamente gewählt, die Blutgerinnsel durch Hemmung der Gerinnung vermeiden (Antikoagulantien, zur
Minimierung des Schlaganfallrisikos). Antiarrhythmika sind in der Lage, das Herz in den Sinusrhythmus
zurückzubringen. Präventiv werden daneben z.B. Betablocker oder Herzglykoside (z.B. Digitalis) verordnet, die der
permanenten Kontrolle dienen.
Mithilfe der Kardioversion kann das Herz wieder in den richtigen Rhythmus gebracht werden. Dabei wird
kurzfristig über zwei Elektroden eine Art Defibrillation des Herzens durchgeführt, wodurch der normale
Sinusrhythmus erreicht werden kann. Dieses Verfahren bietet sich vor allem in der primären Phase des
Vorhofflimmerns an, wenn die Störungen noch nicht lange bestehen.
Daneben werden auch elektrische Impulsgeber (Schrittmacher) dauerhaft implantiert. Sie messen regelmäßig die
Schlagfrequenz und den Rhythmus und geben den Takt elektrisch vor, sobald eine Normabweichung vorliegt.
Eine fehlerhaft arbeitende Herzklappe kann operativ erneuert werden.
Mit der geeigneten und frühzeitigen Therapie liegt die Lebenserwartung von Menschen, die unter Vorhofflimmern
leiden, nicht wesentlich unter der von gesunden Menschen.
Treten jedoch Komplikationen (Herzinfarkt, Schlaganfall, Lungenödem) auf,
muss mit einer Zunahme der Letalitätsrate gerechnet werden.

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