Das Knie: Aufbau, Funktion und Orthopädie
Woraus besteht das Knie?
von: René Gräber - Heilpraktiker und
Gesundheitspädagoge
Das Kniegelenk ist das größte Gelenk des menschlichen Körpers. Die Gelenkflächen des Ober- und Unterschenkels
sind im Knie jeweils von einer zwei bis vier Millimeter dicken Knorpelschicht überzogen. Die Kniescheibe schützt in
Beugestellung als größtes Sesambein (ein freies Knochenteil) des Körpers das Kniegelenk von vorne.
Beim Kniegelenk sind zuerst einmal die korrespondierenden Knochen: der
Oberschenkel mit zwei Rollen und kräftigen Verdickungen am Ende, die jeweils eine runde Gelenkfläche bilden
und der Unterschenkelkopf, der breit auslädt und quasi ein Widerlager bildet, auf dem diese Rollen sich
bewegen.
Damit keine Reibung auftritt und gleichzeitig eine stoßdämpferähnliche Pufferung gewährleistet wird, ist der
Knochen mit einer mehrere Millimeter dicken Knorpelschicht, dem Kniegelenk Knorpel bedeckt.
Für eine weitere Verbesserung der Beweglichkeit und eine gewisse "Stoßdämpfung" sorgen zwei Scheiben, die
man sich etwa wie zwei aus einer Zitrone herausgeschnittene Segmente vorstellen kann: Innenmeniskus und
Außenmeniskus, meistens einfach "nur" Meniskus genannt.
Das Knie muß gewaltige Druckbelastungen aushalten und große Kraftentwicklungen umsetzen. Der Unterschenkel
kann dabei als Hebel betrachtet werden. Ein Hebel kann ja nur in Bewegung versetzt werden, wenn ich einen
Zügel über das Gelenk hinaus führe und irgendwo ansetzen lasse.
Damit die knieübergreifenden Sehnen sich nicht am Knochen wund- oder
abschleifen, werden sie durch Schleimbeutel geschützt, oder im Fall des überaus kräftigen Kniestreckers durch
die Kniescheibe.
Der kräftige Oberschenkelmuskel endet in einer Sehne an der Kniescheibe (oder auch Patella
(=lateinisch) genannt). Die Kraftübertragung geht dann über eine kräftige Kniescheibensehne weiter an den
Unterschenkel.
Die Kniescheibe hat an der Rückfläche auch eine Knorpelschicht und liegt auf einer entsprechend geformten
Gelenkfläche des Oberschenkels auf.
Der Kniescheibensehne (Patellasehne) wurde noch bis vor
wenigen Jahren relativ wenig Beachtung geschenkt. Doch ohne diese bandförmige Sehne könnte zum Beispiel
ein Michael Ballack niemals eine so explosive Streckung des Beines bewirken, die dann zu einem Schuß von
über 100 km/h Ballgeschwindigkeit führt.
Ausgezeichnete Ansichten der Kniefunktion in bewegten Bildern sind nur auf amerikanischen Seiten zu finden.
Hier können Sie zum Beispiel einzelnen Strukturen des Kniegelenks anklicken:
http://www.midsouthorthopedics.com/kneeanatomy.htm

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