Krebsschmerzen

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Ungefähr die Hälfte aller Krebspatienten leidet unter Schmerzen und wenn sich diese Erkrankung bereits im fortgeschrittenen Stadium befindet, erhöht sich der Wert auf 90 %. Dabei üben Onkologen gerne Kritik an Firmen, da sie sich zu sehr auf Opioide als Schmerzmittel konzentrieren würden. Alternative Ansätze zur Linderung des Schmerzes außerhalb der Schulmedizin könnten für viele Patienten eine große Bereicherung darstellen und das eigene Wohlbefinden signifikant verbessern.

Medikamentenvergabe oft undurchsichtig

Wer unter Tumorschmerzen leidet, ist nicht nur auf psychoonkologische Konzepte, sondern auch auf eine individuell angepasste Analgesie angewesen. Dabei schließt dies kurative und auch palliative Therapieformen ein. Sollte hier keine Ansprache stattfinden, greifen die behandelnden Ärzte auf eine Vielzahl anderer Opioiden zurück, wobei es bei einem Medikamentenwechsel bislang keine validen Daten gäbe.

Neue Erkenntnisse verspricht die praxisbezogene Veröffentlichung von Julia Riley, die als Palliativmedizinerin tätig ist. Sie veröffentlichte dabei Daten aus einer frei zugänglichen und randomisierten Studie, bei der sie den Opioidwechsel bei 200 Probanden untersuchte. Wie man aus den Ergebnissen schließen kann, sei es für die Patienten zuerst einmal irrelevant, ob Ihnen ihr Arzt nun Oxycodon oder primär Morphin verordnet. Grund hierfür wäre, dass Schmerzpatienten sehr unterschiedlich auf die sogenannte „First-Line-Therapie“ reagieren. Ein Wechsel der Medikamente stellt in vielen Fällen also eine zusätzliche Belastung dar und kann weitere Beschwerden hervorrufen.

Die Heilkraft der Alternativmedizin

Auch Cannabinoide sind neben Opioiden eine weitere Option für eine Schmerztherapie. Dabei ist ihre Auswahl jedoch sehr überschaubar, denn in Deutschland kommt momentan lediglich das Fertigarzneimittel „Sativex®“ in Frage. Apotheker kritisieren, dass in diesem Produkt ein viel zu hoher Gehalt an Hanfextrakten enthalten sei. Auch die ethanolische Galenik dieses Präparats ruft immer wieder scharfe Kritik hervor, was als einer der Gründe gilt, warum „Sativex®“ zur Behandlung von pädiatrischen Schmerzpatienten ausscheidet.

Als verschreibungspflichtige Substanz in einem Rezept ist auch „Dronabinol“ in unserem Betäubungsmittelgesetz vermerkt. So sucht man auch hier wieder legalisierte Fertigarzneimittel zur Schmerztherapie vergeblich. Der Anbau und die Verwendung von Medizinhanf könnten zwar entkriminalisiert werden - Kölner Richter hätten hier mögliche Wege vorgeschlagen - wobei das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte dieses Gesuch ablehnte. Gründe hierfür sind, dass die pharmakologische Qualität von heimischen Produkten nach wie vor ungeklärt bleibt und der Fokus der industriellen Produktion auf Opioiden liegt. Aus diesem Grund wird von Palliativmedizinern gefordert, Cannabinoide besser zu erforschen und dafür auch staatliche Mittel zur Verfügung zu stellen.

Positive Effekte wie eine verringerte Sterberate durch die Behandlung mit Medizinhanf bei Patienten, die Opioide einnahmen, konnten beispielsweise von Marcus A. Bachhuber beobachtet und von Barbara Koppel bei Literaturanalysen erneut bestätigt werden. Diese und weitere Gründe haben bereits 13 US-Bundesstaaten bewogen, Hanfpräparate als Schmerzmittel zu legalisieren. Wann und ob das deutsche Gesetz diesem Trend folgt, bleibt abzusehen.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 05.03.2015 aktualisiert