Magenerkrankungen - verständlich erklärt

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Aufbau und Funktion des Magens

Als muskuläres Hohlorgan liegt der Magen (Gaster / Ventriculus) intraperitoneal (im vom Bauchfell überzogenen Raum) und ist in mehrere Abschnitte gegliedert.

Die Pars cardiaca schließt sich mit ihrer Inzisur an den Ösophagus (Speiseröhre) an, es folgen Fundus (Boden) und Corpus ventriculi mit abschließender Pars pylorica (Antrum), die über einen Ringmuskelwulst mit dem Duodenum (Zwölffingerdarm) verbunden ist.

Das Innere des Magens ist mit Schleimhaut ausgekleidet, in dem sich unterschiedliche Drüsen für seine Funktionen (z.B. Schleimbildung) befinden.
Der Magen dient zum einen der Speicherung der aufgenommenen Nahrung, zum anderen der Vorbereitung des Speisebreis zur Resorption im Dünndarm. Die normal produzierte tägliche Menge an für die Verdauung wichtigem Magensaft kann um die 3 Liter betragen.

Untersuchungsmethoden

Entscheidende Aussagen über den Zustand des Magens lassen sich im Besonderen durch eine Gastroskopie (Magenspiegelung) machen. Mit Hilfe von Probebiopsien können Gewebe untersucht werden.

Auch Ultraschalldiagnostik, die CT, Röntgendiagnostik mit Kontrastmittel sowie Laborstatus werden u.a. zur Diagnosestellung genutzt.

Verschiedene und häufig vorkommende Magenerkrankungen

Der Magen ist eins der häufigsten Organe, welches sich durch Reizung, Erkrankung oder Entartung im menschlichen Organismus bemerkbar macht.

Ein verbreitet auftretendes Symptom ist das der Magenverstimmung, welche durch falsche Ernährung oder auch verschiedene Erkrankungen auftreten kann.

Die Gastritis (Magenschleimhautetzündung) bezeichnet alle entzündlichen Magenwandveränderungen, bezogen auf deren Schleimhaut. Ursachen können chemische Reize (z.B. Alkohol), sehr kalte Getränke oder eine Besiedelung mit Campylobacter (Bakterium, welches vor allem Durchfälle auslösen kann) sein. Bei akutem Auftreten zeigen sich heftige Oberbauchschmerzen (Bauchschmerzen), Druck- und Völlegefühl mit Übelkeit und Erbrechen. Je nach Ausprägung unterscheidet man verschiedene Formen der Gastritis, die z.B. im Falle einer unbehandelten chronisch-atrophischen Form zu Entartungen führen kann. Differentialdiagnostisch zeigen u.a. die akute Appendizitis sowie die Cholezystitis (Gallenblasenentzündung) ähnliche Symptome.

Im Magenbereich bilden sich häufig ein Magengeschwür (Magenulcus) aus, die sich durch eine Vielzahl an Symptomen bemerkbar machen können und je nach Lokalisation unterteilt werden. Das Ulcus ventriculi macht sich kurz nach Nahrungsaufnahme durch schmerzhaftes Druck- und Völlegefühl bemerkbar. Daneben zeigen sich Aufstoßen sowie Übelkeit mit evtl. Erbrechen. Unbehandelt und im Spätstadium kommt es zu einem Nüchternschmerz, der bei Nahrungsaufnahme verschwindet. Auslöser können viele Faktoren, wie z.B. Stress, Kaffee und Medikamente, Erkrankungen wie z.B. Morbus Cushing, Leberzirrhose, Tuberkulose und auch Tumoren sein.
Eine Zunahme der Symptomatik kann auf einen Durchbruch (Perforation) hinweisen, bei dem es zu Blutungen kommt. Ebenso lebensbedrohlich zeigt sich die maligne Entartung eines Ulcus in Form von Karzinomen.

 

Neben einem Ulcus können auch andere Grunderkrankungen zu einer Blutung im Magen führen. Bestimmte Medikamente (z.B. Salicylsäurehaltig) können die Schleimhaut extrem reizen und zu schweren Komplikationen führen. Auch eine Gastritis, das Mallory-Weiss-Syndrom, veränderte Blutgefäße und Karzinome (Krebs) können u.a. Auslöser sein. Die Blutung kann sich zum einen im Erbrochenen oder auch im Stuhl (schwarz gefärbt) zeigen. Der dabei auftretende Blutverlust macht eine Therapie unabdingbar.

Durch Erschlaffung der Muskulatur und des Aufhängebandes der Cardia kann es zu einer Hiatushernie (Zwerchfellbruch) kommen, deren Auftreten mit zunehmendem Alter anwächst. Dabei kommt es zu unterschiedlichen Verlagerungen von Magenanteilen in das Mediastinum sowie den Thorax, die sich durch verschiedene Symptome darstellen. Durch das Herauszwängen eines Magenanteils ist auch die Speiseröhre betroffen. Die Gleithernie zeigt sich vermehrt durch einen Reflux (Sodbrennen), paraösophageal kann es zu einem Ulkus mit Schmerz, Perforation oder Blutung kommen.

Ein vermehrter Alkoholkonsum (Abusus) kann zu Schädigungen der Mageninnenwand führen, die sich z.T. in einer karzinogenen Entartung bemerkbar machen. Aufgenommene Nahrung wird nicht mehr physiologisch verarbeitet, es kommt zu veränderten Stuhlentleerungen, teilweise als Durchfälle, teilweise als Verstopfung sichtbar. Durch die dauernde Reizung kann es zu Blutauflagen im Stuhl kommen. Der gesamte Zustand ist als lebensbedrohlich einzustufen.

In den letzten Jahren zwar rückläufig aber ebenso lebensbedrohlich zeigt sich das Bild eines Magenkarzinoms (Magenkrebs). Neben der Entstehung aus einer chronisch-atrophischen Gastritis kommen u.a. auch falsche Ernährung (gehäufter Konsum krebserregender Stoffe), Nikotinkonsum sowie eine Infektion mit Helicobacter pylori (ein Bakterium das im Magen überleben kann) in Frage.

Magenkrebs: Die Krebs -Geschwüre zeichnen sich durch ihre Malignität und Metastasierung (lymphogen und hämatogen) aus. In der Klinik zeigt sich primär eine Unverträglichkeit von Speisen. Es folgen Übelkeit, Inappetenz, Druckgefühl und Leistungsschwäche. Im fortgeschrittenen Stadium kommt es zu Schmerzen und Gewichtsverlust, bei weiterem Verlauf treten Perforationen mit massiven Blutungen sowie Stenosen im Cardia- oder Pylorusbereich auf.

Selten zeigen sich Magendivertikel (sackförmige Ausstülpungen der Schleimhaut), deren Symptomatik der eines Ulcus ähnelt. Ebenso selten kommt es zu einer Drehung des Magens (Volvolus), der sich durch heftigen Schmerz, Erbrechen sowie Symptomen eines akuten Abdomens bemerkbar macht.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 19.07.2012 aktualisiert