Sodbrennen: Ursachen, Symptome, Therapie

Schwerpunkt: Naturheilkunde und Naturheilverfahren

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Das Gefühl von Sodbrennen zeigt sich vor allem bei Erkrankungen und Reizungen des Magens, die zu einem Reflux (Rückfluss) der Magensäure in die Speiseröhre führen.

Dabei entsteht ein unangenehmes, brennendes Gefühl.

Ursachen

Nicht selten kommt es durch falsche Ernährung zu Sodbrennen. Besonders fettige und scharfe Speisen reizen die Magenschleimhaut und können zu einem Reflux führen.

Auch säurehaltiges Obst, Gewürze, Kohlensäure, Kaffee, Tee, Alkohol, zu viel Fett, Zucker, vor allem in Schokolade und Nikotin zählen zu den auslösenden Substanzen. Daneben leiden auch schwangere Frauen (ca. 50 Prozent) unter Sodbrennen.

Sodbrennen - mehr als unangenehm

Weitere Ursachen bzw. Auslöser können sein:

Oft ist das weit verbreitete Bakterium Helicobacter pylori an der Entstehung des Reflux-Syndroms beteiligt, wenn es nicht gar schon Magengeschwüre verursacht hat. 

Medikamente als Ursache

Verschiedene Medikamente haben Nebenwirkungen, die die Reflux-Krankheit verursachen oder vorantreiben können.

Hier ist zunächst an das meist bedenkenlos eingenommene Aspirin (ASS) zu denken aber auch an Antihistaminika und Antihypertonika (Mittel gegen Bluthochdruck).

Hormon-Präparate wie die Hormon-Ersatztherapie oder Kontrazeptiva sind ein weiteres Risiko, daneben aber auch Medikamente gegen Osteoporose und Calciumkanal-Blocker.

In die gleiche Richtung wirken manche Antibiotika sowie auch eine ganze Reihe von Psychopharmaka (Antidepressiva, Benzodiazepine). Eine vorsichtige Dosierung ist auch bei Ätherischen Öle geboten.

Die Refluxkrankheit (gastroösophageale Refluxkrankheit = GERD) führt zu einer Funktionsstörung des unteren Speiseröhrenschließmuskels. Hierdurch können die Säfte des Magens zurückfließen und zu Sodbrennen führen. Dieses Symptom zeigt sich vermehrt nach Nahrungsaufnahme oder im Liegen. Dabei kommt es zu einem brennenden Gefühl, welches vom Oberbauch nach oben zieht und dabei das saure Reflurat bis in die Mundhöhle transportiert. Zusätzliche Symptome sind ein saurer Geschmack im Mund, Völlegefühl, Magenkrämpfe - Krämpfe und häufiges Aufstoßen.

Eine weitere Begleiterscheinung ist die Regurgation (Hochwürgen) bereits aufgenommener Speisen. Während dies beim Reflux sofort im Anschluss geschieht, zeigt sich die Regurgation bei Ösophagusdivertikeln oder durch Krebs verursachten Stenosen zum Teil erst Stunden später. Zusätzlich empfinden viele Betroffene ein Fremdkörpergefühl in der Halsregion (Globusgefühl), welches bei Nahrungsaufnahme oder beim Trinken nicht in Erscheinung tritt. Dies fördert unter anderem Erstickungsängste sowie vermehrtes Räuspern oder Würgen.

Durch die andauernde Reizung weisen Menschen mit Sodbrennen ein ca. drei bis vier Mal erhöhtes Risiko einer bösartigen Entartung des Gewebes auf. Die sich bildenden Vernarbungen und Ulzera neigen zu Wucherungen. Daher sollte Sodbrennen bereits mit dem ersten Auftreten medizinisch abgeklärt werden.

Diagnose

Die Diagnostik nutzt vor allem endoskopische Hilfsmittel (Spiegelung), um Magen, Darm und Ösophagus darstellen zu können. Dabei können auch Reflurat und Gewebeproben gewonnen und ausgewertet werden. Die Sonographie, Röntgenaufnahmen oder eine CT werden dann angewendet, wenn der Verdacht einer weitreichenden Erkrankung besteht.

Therapie

Ernährung!

Je nach Ausprägung wird die Therapie erstellt. Dabei steht an erster Stelle ein Verzicht schädigender und reizender Substanzen.

Angezeigt ist auch eine gemäßigte und maßvolle Ernährung mit weniger Fett, Zucker und industriell verarbeiteten Lebensmitteln. Zur Unterbindung eines Refluxes sollte der Betroffene mit leicht erhöhtem Oberkörper schlafen.

Medikamente der Schulmedizin

Zusätzlich werden magensäurehemmende und pH-Wert-ausgleichende Medikamente verordnet. Sehr verbreitet sind hierfür Antazida wie das Mineral Natriumbicarbonat.

Protonenpumpenhemmer (PPI)

Schnell und hochwirksame Antazida sind die synthetischen Protonenpumpen-Blocker, die jedoch erhebliche Risiken in sich bergen.

Die auch PPIs genannten Medikamente unterdrücken die Säureausscheidung der Belegzellen in der Magenschleimhaut. Eine US-Studie weist nach, dass die Präparate dadurch einen ungünstigen Einfluss auf die mikrobielle Besiedlung des Gastrointestinaltraktes haben. Bei normaler Säure-Produktion werden viele gefährliche Keime schon im Magen abgetötet.

Geschieht das nicht, erhöht sich besonders der Befall mit dem Bakterium Clostridium difficile. Der sonst als typischer Krankenhauskeim bekannte Erreger sezerniert Toxine, die den Magen-Darm-Trakt zusätzlich schädigen.

Auch andere Bakterien haben leichtes Spiel, wenn PPIs den pH-Wert im Magen absenken. So wächst die Gefahr der Dauerbesiedlung mit Listerien, Salmonellen und Campylobacter sowie den Cholera verursachenden Vibrionen. Die Infektionen sollen sogar die Ursache für  einen vorzeitigen Tod sein können. Durch die Einnahme der PPIs steigt dieses Risiko signifikant an, wenn PPIs regelmäßig eingenommen werden (https://ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21976459).

H2-Rezeptoren-Blocker

Eine Alternative zu den PPIs sind die H2-Rezeptoren-Blocker. Die Medikamente hemmen die Magensäure-Ausscheidung über eine Bindung an Histamin-Rezeptoren. H2-Blocker wirken zwar nicht so effektiv wie PPIs, sind aber mit weniger Nebenwirkungen verbunden.

Eine Studie der Washington Scholl of Medicine verglich das Sterblichkeits-Risiko der beiden Antazida in einer aufwendigen Langzeit-Studie. Das Risiko eines frühzeitigen Todes war in der Gruppe der PPIs nehmenden Teilnehmer um 25 % höher als bei den Patienten, die H2-Blocker eingenommen hatten (http://bmjopen.bmj.com/content/7/6/e015735). 

Prokinetika

Prokinetika sind Medikamente, die die Darm-Peristaltik anregen und den gesamten Fluss des Speisebreies fördern. Doch ist diese Möglichkeit der Reflux-Therapie mit vielen Nebenwirkungen behaftet.

Antibiotika bei Helicobacter

Gegen einen Befall mit Helicobacter pylori sollen Antibiotika helfen. Bei bereits fortgeschrittener Schädigung der Speiseröhre kann es durch die gebildeten Narben zu einer Stenose (Einengung) kommen, die operativ behandelt werden muss. Besteht der Verdacht eines lebensbedrohlichen Karzinoms sind weitere Maßnahmen notwendig, um ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern.

Naturheilkunde und Naturheilverfahren

Als Ursache muss hier auch die chronische Übersäuerung genannt werden. Was es damit auf sich hat lesen Sie unter: http://www.yamedo.de/krankheiten/Uebersaeuerung.html

Daher hilft um Magensäure in der Speiseröhre zu neutralisieren  Natron (Natriumbicarbonat, Backpulver).

Die Naturheilkunde setzt bei der Reflux-Krankheit auf eine Umstellung der Ernährung. Reizstoffe (Gewürze, Genussmittel) muss der Patient strikt reduzieren, statt dessen soll mehr Gemüse verzehrt, säurehaltige Obstsorten aber gemieden werden.

Rote Beete eignen sich besonders gut wegen ihres Gehaltes an Betain, das auch als Präparat erhältlich ist (Betain-HCl, Betain-Hydrochlorid).

Fermentierte Lebensmittel sind heilsam durch ihre Probiotika, die die positiven Symbionten der Darmflora aufstocken.

Eine Vielzahl von Heilpflanzen lindern die Reflux-Beschwerden, hervorzuheben sind hier Ingwer, dessen Inhaltsstoffe Helicobacter abtöten sowie der entzündungshemmende Aloe-vera-Saft. 

Auch Kräuter wie Melisse, Kamille, Süßholzwurzel, Pfefferminze, Angelikawurzel, Schleifenblume, Schöllkraut, Mariendistel und Kümmel sorgen für Besserung.

Für Reflux-Patienten gibt es entsprechende Kombi-Präparate. Hingewiesen sei noch auf Darreichungen mit der Rinde der Rot-Ulme und die Gu-Kräutermischung aus der Traditionellen Chinesische Medizin (TCM). 

Entscheidend zur Bekämpfung von Helicobacter sind Antioxidantien aus der Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe (hier: Astaxanthin) und der Vitamine (hier: Vitamine der B-Gruppe, Vitamin B2, B6, B12, Folsäure, daneben auch  Vitamin-D und Vitamin-K).

Weitere Schutz-Faktoren des Magens sind die Aminosäuren L-Tryptophan, Methionin und Glutamin.

Der Naturheilkundler wird dem Patienten auch Akupunktur anbieten und homöopathische Zubereitungen (z.B. Iris D 4, Robina pseudacacia D 3 oder Carbo vegetabilis D 30).

Ein ganz wichtiger Aspekt, der fast immer vergessen wird: Das Zwerchfell. Denn wenn dieses nicht richtig arbeitet, wird auch der Magen nicht richtig verschlossen. Die manuelle Medizin kann mit bestimmten Methoden das Zwerchfell "unterstützen" und behandlen. Diese Methode ist oftmals frappierend einfach und sollte immer getetstet werden. Leider können und wissen davon nur wenige Therapeuten. Und noch weniger wissen um die Eigenübung für das Zwerchfell.

Da der Reflux häufig eine Stress-Folge darstellt, sind Entspannungs-Techniken sinnvoll (z.B. Muskelentspannung nach Jacobsen, Yoga, Emotional Freedom Technique oder Fußreflexzonenmassage).     
 

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 7.10.2017 überarbeitet und aktualisiert.

Bild: fotolia, adiruch na chiangmai