Autismus – Irrungen, Widersprüche und Ungereimtheiten

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Autismus und eine Reihe von anderen Erkrankungen, wie zum Beispiel Morbus Alzheimer, Hörsturz, Bluthochdruck etc., haben eins gemeinsam: Es gibt bislang niemanden, der die Ursache für die Erkrankungen kennt. Und ganz ähnlich zum Morbus Alzheimer werden hier Ursachen diskutiert, die keine sind, sondern bestenfalls Hypothesen.

Aber eins nach dem anderen…

Die angeblichen Ursachen und Nicht-Ursachen

Ein Blick nach Wikipedia überschwemmt den Leser mit einer Liste von „möglichen Ursachen“, wie:

  • genetische Faktoren,
  • Störungen im Verdauungstrakt,
  • „Vermännlichung des Gehirns“,
  • Fehler bei der Vernetzung des sich entwickelnden Gehirns etc.

Schäden durch Impfungen

Es gibt auch einen Absatz, der eigens für die Rubrik „Widerlegte Erklärungsansätze“ geschaffen wurde. Und diese wird beansprucht (wie sollte es auch anders sein), von der Annahme, dass „Schäden durch falsche Impfstoffe“ entstehen können.

Wikipedia unterstützt die Widerlegung mit Arbeiten, die zehn und mehr Jahre alt sind. Eine dieser Arbeiten ist die „sagenumwobene“ DeStefano-Studie, der zufolge ein klarer Beweis gegen den Zusammenhang von MMR-Impfungen und Autismus erbracht werden konnte. Nur ist gerade diese Studie unlängst unter Beschuss geraten, da hier Daten manipuliert worden waren, die den Beweis für diese Annahme erbracht hätten: MMR-Impfung und Autismus – Also doch!

Auch der britische Arzt, Dr. Andrew Wakefield, wird hier noch einmal „gründlich“ widerlegt und seine Hypothese, dass die MMR-Impfung die Darmflora stört und damit die Pforten öffnet für den Einstrom von toxischen Substanzen, die bis ins Gehirn dringen können, verworfen. Wie es aber aussieht, liegt diese Möglichkeit durchaus im Bereich des Möglichen, wie ich deutlich in meinem Beitrag: Autismus durch gestörte Darmflora?, zeige.

Und auch die „Verdammung“ des Dr. Wakefield ist nicht so „reibungslos“ über die Bühne gegangen, wie es sich die Vertreter der Schulmedizin gewünscht haben (und dies immer noch behaupten). Es werden in Wikipedia noch Beiträge zitiert (Stand April 2016), denen zufolge der Arzt Berufsverbot bekommen hatte und seine Arbeit aus dem „Lancet“ zurückgezogen wurde. Es fehlen hier aber vollkommen die Hinweise, dass der Oberste Gerichtshof das vorausgegangene Urteil revidiert hatte: Britische Richter verurteilen „Hexenjagd“ auf abtrünnige Ärzte.

Weiter ist auch auffällig, dass es signifikant mehr Knaben sind, die Autismus entwickeln, als Mädchen. Ich hatte darüber bereits von einiger Zeit berichtet: Autismus – Leiden unerkannt Tausende Mädchen daran?

Sie sehen: Es gibt eine ganze Menge Ungereimtheiten. Und das schürt den Verdacht, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt…

Der Autismus der Schulmedizin

Schaut man sich die Definition von Autismus bei Wikipedia an, dann erfährt man hier (deutsche Version), dass es sich um eine „angeborene, unheilbare“ Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitungsstörung handelt. Gleich im darauf folgenden Satz erfahren wir nochmals, dass es sich bei anderen Forschern mit anderen Erklärungsmodellen immer noch um „angeborene Informationsverarbeitungsstörungen“ handelt, die sich aber erst durch Kommunikation und Interaktion bemerkbar machen. So liest man das übrigens auch bei den ganzen Universitäts- und Neurologen-Artikeln.

Die englische Version von Wikipedia (Stand: Mai 2016), beschreibt den Autismus als eine hoch variable neurologische Entwicklungsstörung, die sich während der Zeit als Kleinkind oder auch später manifestiert. So können Autisten zwar in vielen sozialen Bereichen eingeschränkt fähig sein, zu kommunizieren, so dass man sie als unintelligent, unfähig, etc. bezeichnen kann. Auf der anderen Seite jedoch gibt es die Autisten, die bei gewissen Fähigkeiten besondere Stärken zeigen, die normale Menschen nicht besitzen. Aber nicht jeder Autist besitzt dieses Muster, was man auch als „Inselbegabung“ bezeichnet. Rund die Hälfte aller Menschen mit einer Inselbegabung sind Autisten, aber nur ein geringer Prozentsatz der Autisten hat zugleich eine Inselbegabung.

Symptome

Die Symptome für einen vorliegenden Autismus sind zahlreich und nur schwer einzuordnen. Die wichtigsten sind:

  • Stereotypes Wiederholen von Bewegungsabläufen, Kopf nicken, rollen, mit dem Körper vor und zurück schaukeln etc.
  • Zwanghaftes Verhalten, das einer Gesetzmäßigkeit zu folgen scheint und in voller Absicht erfolgt, wie das wiederholte Ordnen von Sachen.
  • Ein Beharren auf Gleicherhaltung der Umweltbedingungen basiert auf einer Ablehnung von Veränderungen. So dürfen zum Beispiel Möbelstücke nicht umgestellt werden. Oder Tätigkeiten dürfen nicht unterbrochen werden etc.
  • Ritualisiertes Verhalten, das einen immer wiederkehrenden Tagesablauf impliziert. Auch hier sind Veränderungen Auslöser von Irritationen.
  • Eingegrenztes Verhalten, das sich auf ein sehr begrenztes Spektrum von Dingen, Interessen und Aktivitäten beschränkt. So beschäftigen sich viele Autisten immer nur mit ein und demselben Spielzeug oder sehen immer wieder nur ein und dasselbe Fernsehprogramm.
  • Neigung zur Selbstzerstörung oder Selbstverletzung.

Diese Symptome scheinen die Häufigsten zu sein, die in der Regel kombiniert auftreten, aber in Schweregrad und Ausprägung variieren können. Diese Variationen sind so „heftig“ und das Wissen um die Ursachen dafür ist so mangelhaft, dass man sich in der medizinischen Wissenschaft dann doch lieber mit der Beschreibung und Kategorisierung der Symptome befasst. Laut deutscher Wikipedia gibt es dann die „Einteilung nach ICD-10 und DSM-IV“. Mit anderen Worten: Man weiß nichts Genaues über Autismus und das in zweifacher Ausfertigung. Da tauchen dann Kategorien in dem einen Klassifikationssystem auf, die es in dem anderen nicht gibt und umgekehrt. Es ist müßig, sich an dieser Stelle über den Sinn und Unsinn solchen Treibens auszulassen, da der Unsinn spätestens dann deutlich wird, wenn man nach der Ursache fragt und dann keine Antwort erhält. Oder anders ausgedrückt: Vielleicht wäre es segensreicher, seine Bemühung auf die Erforschung der Ursache zu konzentrieren anstatt die Zeit totzuschlagen, Symptome zu katalogisieren.

Wenn man dann noch auf die „Differenzialdiagnose“ eingehen muss, dann sieht man vor lauter Bäumen keinen Wald mehr. Denn eine Reihe von nicht autistischen Erkrankungen sehen vordergründig wie Autismus aus, sind es aber dann per Definition doch nicht. ADHS ist so eine Störung, die nicht direkt als Autismus gewertet wird. Das Asperger-Syndrom dagegen ist eine Sonderform des Autismus, bei dem die Vorliebe für Spezialinteressen im Vordergrund stehen.

Das Thema Autismus ist für die Schulmedizin ein beliebtes Thema, da man aufgrund des Fehlens von Ursachen und der mangelnden Bereitschaft, hier Verbesserungen durchzuführen, sich hier in einem „Dschungel von Symptomen suhlen“ kann. Dieser Dschungel garantiert Material für unendlich viele angeblich wissenschaftliche Ergüsse zum Autismus für die nächsten Generationen von „Wissenschaftlern“ und den Fortbestand von symptomatisch agierenden Medikamenten. Auch hier besteht die Gefahr, dass ein Erkennen der Ursachen zu einer Heilung oder gleich Prophylaxe von Autismus führt und damit geschäftsschädigend wirkt. Nur unter diesem Aspekt verstehe ich die brutale Ablehnung der Hypothesen von Dr. Wakefield, dessen Gedanken sich weniger mit den Symptomen, sondern mit der Ursache von Autismus befassten. Selbst wenn seine Hypothesen sich als falsch erwiesen hätten, wären seine Arbeiten ein Fuß in der Tür zur Ursachenforschung gewesen. Denn auch durch einen Irrtum kann man auf die richtige Erkenntnis kommen, man muss nur den Irrtum als solchen erkennen. Die schulmedizinische Diskussion jedoch hatte seine Ideen rigoros abgelehnt, ohne einen Irrtum nachweisen zu können. Das ist ein typisches (autistisches?) Zeichen für ein interessengeleitetes und kein wissenschaftliches Verhalten. Und damit sollte an dieser Stelle auch eins klar werden: Das, was uns weiterhin an Autismus-Forschung „untergejubelt“ wird, hat mit Wissenschaft wenig zu tun und wird statt aufregenden Erkenntnissen nur die üblichen, langweiligen „Durchbrüche“ produzieren.

Und solche „Durchbrüche“ werden dann in Buchform an die Leute für teures Geld verkauft, die von der Erkrankung betroffen sind und sich über die Erkrankung informieren wollen beziehungsweise müssen. Bundesverbände, die mit Autismus zu tun haben, ergehen sich in weitläufigen Erklärungen, die nicht viel erklären und verweisen auf den eigenen Verkaufsshop auf der Webseite, wo man ähnliche Erklärungen als Buch kaufen kann. Damit wäre die geschäftliche Seite jenseits der Pharmazie gesichert.

Ein gutes Beispiel hierfür ist der „Autismus Deutschland e.V.“ (autismus.de/was-ist-autismus.html), dessen „Literatur-Shop“ eine Unmenge an Büchern, Zeitschriften, Leitlinien für jedes und alles, was mit Autismus zu tun haben könnte, und so weiter, anzubieten hat, und wofür Preise verlangt werden, die selbst „autismusverdächtig“ sind. Hier fühlt man förmlich, wie die Produktion von Informationsmaterial die Unwissenheit der Schulmedizin über dieses Thema sich zu Nutze macht und immer neue und teure Literatur dazu auf den Markt bringt. Es erinnert mich an die Diäten, die den Leuten „aufgeschwatzt“ werden, die abnehmen wollen aber nicht können, da keine der Diäten das kann, was sie versprechen. Anstatt die Diäten prinzipiell als Mittel zur Gewichtsreduktion in Frage zu stellen, wird dem Leser suggeriert, dass er die falsche Diät durchgeführt hat. So wird auch hier im Autismus-Literatur-Shop die Hoffnung genährt, durch den Erwerb all dieser Literatur besser mit dem Autismus des eigenen Nachwuchs umgehen zu können: Leitlinien, vorbeugender Umgang, Wohnen mit Autisten etc. So wird aus der Unwissenheit um die Ursachen und der Not der Betroffenen ein erfolgreiches Geschäftsmodell.

Warum Autismus ein gutes Geschäft ist

Ein gutes Geschäft zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass es nachhaltig ist. Das heißt, dass die Nachfrage nach dem angebotenen Produkt breit gestreut ist und sich erneuert, je schneller desto besser. Wer Ferraris verkauft, der wird kein breit gestreutes Kundenspektrum abdecken. Und selbst die, die das Geld für so einen Wagen zur Verfügung haben, werden in der Regel nicht nächste Woche einen weiteren Wagen kaufen.

Autismus ist so ein gutes Geschäft, da die Inzidenzraten drastisch steigen. Da ist es wahrlich wohltuend, dass niemand um die Ursachen weiß und hier vielleicht geschäftsschädigende Heilungsversuche zu unternehmen beginnt. Die Zahl der neuen Fälle steigt? Wer sagt das?

Online Spezial-Webseiten, wie „Autismus Kultur“ (smus-kultur.de/autismus/autipedia/praevalenz-haeufigkeit.html) sehen keinen Anstieg. Vielmehr interpretieren die Betreiber dieser Webseite die steigenden Zahlen als ein Problem der Definition, was Autismus ist beziehungsweise noch nicht ist. Also auch hier ist das Unwissen um das, was Autismus letztlich ist, die Begründung für eine Hypothese, die davon ausgeht, dass die angeblich angeborene, genetisch bedingte Verhaltensstörung keine Veränderung der Häufigkeit im Laufe der Jahre erfahren hat. Eine weitere Begründung ist das bessere medizinische Screening, das heute Fälle erfasst, die vor 30 oder 40 Jahren noch nicht als Erkrankung „katalogisiert“ worden waren.

Was man von solchen „Ergebnissen“ erwarten kann, dokumentiert ein gesonderter Artikel von „Autismus Kultur“ (smus-kultur.de/autismus/autipedia/keine-autismus-epidemie.html): „Drei Gründe, nicht an eine Autismus-Epidemie zu glauben“. Geschrieben wurde der Artikel von drei „Wissenschaftlern“, von denen zwei sogar als „Professor“ genannt wurden.

Es beginnt mit:

„Einigen Laiengruppen zufolge erlebt die Nation eine Autismus-Epidemie – ein rascher Anstieg der Prävalenz von Autismus aus unbekannten Gründen.“

Es gibt nicht nur Laiengruppen, die den Anstieg bemerkt haben, sondern auch Wissenschaftler. Es gibt für mich auch keinen Grund, an die Epidemie „zu glauben“ oder nicht zu glauben, da Glauben mit Wissenschaft so gut wie nichts zu tun hat.

Der Glauben der heiligen drei Autismus-Könige erstreckt sich dann sogar auf die „Anfänge der menschlichen Gesellschaft“. Mit anderen Worten: Autismus ist nicht behandelbar, weil es ihn immer schon gegeben hat. Man hatte ihn damals nur nicht erkannt, da es an Definitionen mangelte. Nachdem man die aktuelle Entwicklung, die durch Zahlen relativ leicht nachvollziehbar ist, als etwas ganz anderes interpretiert hat, wird diese neue Interpretation durch etwas untermauert, wofür man niemals einen wissenschaftlichen Nachweis erbringen kann, die Prävalenz von Autismus zu Kaiser Neros Zeiten. War Galileo Galilei auch Autist, einer mit Inselbegabung. Wie sieht es mit Albert Einstein aus – auch so ein Verdächtiger, oder?

Und sollte dieses ewige Erneuern von Definitionen und Diagnoseverfahren wirklich daran Schuld tragen, dass die Prävalenz- und Inzidenzraten für Autismus in den letzten Jahren gestiegen sind, dann ist das ein ungewolltes Eingeständnis der „Experten“ und Autismus-Könige, dass man hier in typisch schulmedizinischer Manier neue Indikationen kreiert, die Teil des Geschäftsmodells sind.

Auf der anderen Seite gibt es offizielle Berichte, die diametral der „Glaubensrichtung“ unserer drei eiligen Autismus-Könige entgegenstehen. Ein Papier von der CDC aus dem Jahr 2013 lässt keinen Zweifel mehr, dass die Prävalenz für Autismus in einem nur relativ kurzen Zeitraum (2007 bis 2012) sich dramatisch erhöht hat: Changes in Prevalence of Parent-reported Autism Spectrum Disorder in School-aged U.S. Children: 2007 to 2011–2012. Ist dieser Anstieg innerhalb von nur fünf Jahren mit neuen Definitionen und Diagnoseverfahren zu erklären, falls es die innerhalb dieses Zeitraums gegeben hat. Der CDC-Bericht erwähnt nichts davon.

Auch die deutsche Wikipedia-Version bringt Argumente, die den Anstieg von Autismus belegen. Hier wird die CDC zitiert, der zufolge sich folgendes Bild abzeichnet:

„Das Center for Disease Control (CDC) in den USA gibt einen Anstieg der Fälle von Autismus um 57 % zwischen 2002 und 2006 an. 2006 war 1 von 110 Kindern im Alter von 8 Jahren von Autismus betroffen. Obwohl bessere und frühere Diagnostik eine Rolle spielt, kann laut CDC nicht ausgeschlossen werden werden, dass ein Teil des Anstiegs auf eine tatsächliche Erhöhung der Fälle zurückzuführen ist.“

1 zu 110 im Jahr 2006. Heute spricht man in den USA von 1 zu 50, was einer Verdoppelung der Fälle entspräche. Rund 3 bis 4 Prozent aller amerikanischen Jungen sind demnach autistisch. Die Mädchen dagegen machen nur rund ein Viertel der Häufigkeit im Vergleich mit den Knaben aus.

Die Entwicklung, für die angeblich nur neue Diagnosen und Definitionen verantwortlich sein sollen, sah in den USA so aus, dass vor 15 Jahren 1 Kind unter 10000 Autist war. Nach 5 Jahren waren es schon 1 zu 1000, was einer Verzehnfachung entspricht. Hatte man in diesen fünf Jahren eine zehnfache Veränderung von Definitionen durchgeführt, die diesen eklatanten Anstieg erklären würde? Heute sind die Amerikaner bei einem Verhältnis von 1 zu 50 angelangt, was 2 Prozent entspricht (Knaben und Mädchen zusammen).

Für unser Land scheint es keine wirklich harten Daten zur Prävalenz zu geben. „Autismus1.de“ vermutet 4 bis 5 auf 10000 Kinder und korrigiert sich dann auf 15 bis 40 von 10000 Kinder mit Autismus. Wikipedia-deutsch bringt ausschließlich amerikanische Zahlen. Und auch in anderen Autismus-Webseiten erfahren wir nichts Genaues zur Lage in Deutschland. Da ist es mehr als verwunderlich, dass man trotz mangelnden Wissens genau weiß, dass die Prävalenz von Autismus nicht zunimmt. Ach ja, ich vergaß – es geht hier um den Glauben, nicht um Wissen.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 30.08.2017 aktualisiert