Unruhige Beine - Das Restless-Legs-Syndrom: Ursachen, Verlauf, Diagnose Therapie

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Unruhige Beine oder das "Restless-legs-Syndrom" ist eine relativ häufige Störung der Motorik, die meist unmittelbar vor dem Einschlafen auftritt. Dieses Phänomen betrifft vor allem Personen, die das 50.ste Lebensjahr vollendet haben. Bis heute ist die Ursache unbekannt, jedoch findet sich bei 30% der Betroffenen eine positive Familienanamnese.

Die Betroffenen spüren unangenehme Sensationen in den Beinen, die nur sehr schwer zu beschreiben sind und sich durch Bewegung vorübergehend bessern. Die Belastung der Betroffenen und das Schlafdefizit können erhebliche und gesundheitsschädliche Ausmaße annehmen. Ungefähr 5 - 10% der deutschen Bevölkerung leiden unter dem Restless-legs-Syndrom.

Definition

Das Krankheitsbild des Restless-Legs-Syndroms ist bis heute ungeklärt. Symptomatisch für diese Motorikstörung ist, dass sie in der Regel nur beim Nachtschlaf auftritt. Betroffene können am Tage ohne Schwierigkeiten stillhalten und sogar ohne Störungen einen Mittagsschlaf machen, nachts jedoch entwickelt sich ein rastloses Eigenleben. Symptome des Restless-legs-Syndroms sind ein andauerndes Kribbeln, Reißen oder Ziehen in den Beinen.

Diese zittern in vielen Fällen unkontrollierbar. Steht der Betroffene auf und geht herum oder macht Kniebeugen etc., lässt das Missempfinden schnell nach. Es kommt in einigen Fällen jedoch ebenso schnell zurück, wenn sich der Patient wieder zu Ruhe begeben möchte. So kann es in manchen Fällen zu nächtelangem Umherwandern in der Wohnung oder sogar im Freien kommen.

Mögliche Folgen & Symptome

Geht vom Restless-legs-Syndrom ein ständiges Wiedererwachen oder gänzliche durchwachte Nächte aus, kann dies chronische Schlafstörungen zur Folge haben. Diese wiederum führen zu Erschöpfungszuständen, Tagesmüdigkeit und alle weiteren bekannten Folgen von Schlaflosigkeit. Aber nicht nur der direkt Betroffen hat unter den Symptomen zu leiden; auch der Partner, der meist neben dem Patienten schläft, bleibt von der Schlaflosigkeit nicht verschont. Daher kann es neben den direkten Folgen auch zu weiterer psychischer Belastung durch Streit mit dem Partner, der mit der Situation meist überfordert ist, kommen.

Ursachen

Zwar liegen die konkreten Ursachen noch im Dunkeln, aber Neurologen und Schlafforscher sind bemüht, Licht dorthin zu bringen. Sie gehen nach heutigen Erkenntnissen davon aus, dass es sich um eine Fehlfunktion im Stoffwechsel der Nervenstoffe handelt.

Das Dopamin, das als Botenstoff für den Austausch von Informationen zwischen Bewegungssystem und Nerven zuständig ist, wird vom Organismus nicht richtig verarbeitet. Dies unterstreicht auch die Theorie, dass auch genetische Bedingungen die Ausbildung des Restless-legs-Syndroms fördern.

Des Weiteren wird ein Zusammenhang mit anderen Erkrankungen, wie der Multiplen Sklerose, Parkinson oder der diabetischen Polyneuropathie gesehen.

Auch Mangelerscheinungen im Bereich von Magnesium oder Eisen oder eine Nierenfunktionsstörung kommen als Ursache in Betracht. Letztendlich kann auch die Einnahme bestimmter Medikamente (Antidepressiva und Psychopharmaka) oder eine Schwangerschaft das Restless-legs-Syndrom auslösen. Sobald die Schwangerschaft jedoch vorüber oder die Medikamente abgesetzt sind, tritt in diesem Fällen eine sofortige Besserung der Beschwerden ein.

Sehr häufig kommt es in der Praxis jedoch vor, das der behandelnde Arzt keine Ursachen für das Syndrom. Diese sind jedoch dringend notwendig, um die richtige Therapie einleiten zu können. So ist zum Beispiel nicht immer die Gabe von dopaminhaltigen Medikamenten notwendig. Beruht die Störung der Motorik auf einem Eisenmangel, reicht die Gabe eines Eisenpräparates. Durch einen Bluttest lässt sich eruieren, ob die Störung auf eine Schilddrüsenfehlfunktion oder Nierenstörung zurückzuführen ist. Eine ausführliche Anamnese ist in jedem Falle ratsam.

Selbsthilfe

Treten die Zuckungen der Beine nur selten oder sehr schwach auf, können sie von den Betroffenen problemlos hingenommen werden. Meist schlafen diese darüber ein und haben keine Neben- oder Folgesymptome. Unterstützend kann in diesem Falle Magnesium eingenommen werden, um die Muskulatur zu entlasten. Auch eine Einreibung mit Franzbranntwein oder kühlenden Sportsalben verschafft einigen Patienten eine Linderung.

Entgegenwirken kann man dem Restless-legs-Syndrom durch den Verzicht auf Alkohol und sportliche Betätigung. Hier haben sich Sportarten wie Laufen, Radfahren, Wandern, Nordic Walking, also alle Sportarten, die die Beine beanspruchen, bewährt. Aber auch Entspannungsübungen wie Pilates, Yoga und Tai Chi oder intensive Dehnübungen sind als Maßnahmen geeignet.

Schulmedizinische Behandlung

Sind die Beschwerden jedoch stärker, werden gerne Medikamenten verschrieben, die die biochemischen Vorgänge des Gehirns und des Nervensystems beeinflussen sollen.

Diese Behandlung ist oftmals mit deutlichen Nebenwirkungen (Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen etc.) verbunden, dennoch kann sie bei unerträglichen Beschwerden das Leiden deutlich lindern und den Patienten ein nahezu normales Leben ermöglichen. Insbesondere mit Medikamenten, die für die Behandlung der Parkinson-Erkrankung entwickelt wurden, werden gerne eingesetzt, sofern sich das Restless-legs-Syndrom auf eine Störung des Dopaminhaushalts zurückführen lässt.

Auch Medikamente zur Behandlung von Epilepsie können das Syndrom verringern. Eine Einnahme von Medikamenten sollte immer ärztlich überwacht werden, denn gerade die oben genannten Medikamente tragen ein hohes Risiko einer Abhängigkeit mit sich. Es kann auch zu einer Verschlimmerung der Symptome mit Verschiebung des Zeitpunktes des Auftretens kommen.

Bevor allerdings solche Medikamente zum Einsatz kommen rate ich in den meisten Fällen allerdings es eher mit einer „Alternativen“ Therapie zu versuchen: Akupunktur, Schüssler Salze, Manuelle Therapien (inkl. Eigenübungen) und bestimmte Vitalstoffe. Hierzu rate ich einen entsprechenden Therapeuten aufzusuchen.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 18.04.2013 aktualisiert