Anurie: Ursachen, Diagnose, Therapie und Vorbeugung

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Eine Anurie ist eine akute, schwere Minderung der Nierenauscheidungsfunktion.



Es kommt zu einer Reduktion der Urinausscheidung. Diese kann von 100 ml bis zu gar keiner Ausscheidung reichen. Normalerweise scheidet ein Mensch täglich ungefähr 1500 ml Urin aus. Man bezeichnet diese Erkrankung auch als akutes Nierenversagen.

Vorkommen, Ursachen und Formen

Eine völlige Unterdrückung der Urinausscheidunge kommt, außer bei absoluter Verlegung der Urinpassage, kaum vor. Jedoch kann ein Schock oder eine schwere Austrocknung durch Abnahme des Körperwassers (Exsikkose) eine vorübergehende Oligurie (Reduktion von Urinausscheidung auf ca. 500 ml/Tag) oder Azotämie (Anstieg von Harnstoff und Kreatinin) ohne wesentliche Nierenschädigung verursachen.

Bei den organischen Nierenläsionen durch eine akute Rindennekrose, Glomerulonepheritis, Schwangerschaftvergiftung oder Kollagenkrankheiten kann sich schnell eine Oligurie oder Urämie (Blutvergiftung) entwickeln. Die häufigste und wichtigste Ursache des akuten Nierenversagens ist jedoch die akute Tubulusnekrose (tritt bei zu geringer Sauerstoffversorgung der Niere auf).

Diese ist reversibel und tritt meist nach unverträglichen Bluttransfusionen, schwerem Schock oder Verbrennungen, Septikämie, geburtshilflichen Zwischenfällen oder Vergiftungen mit Quecksilber und Kohlenstoff auf.

Diagnostik

Eine Anurie durch eine Verengung oder Verstopfung von Gefäßen muss, falls notwendig, durch eine Katheterisierung von der Oligurie der akuten Tubulusnekrose und anderen organischen Nierenerkrankungen unterschieden werden.

In den Frühstadien des akuten Nierenversagens können Anzeichen eines Nierenschadens (außer der Unfähigkeit, Wasser zu lassen) fehlen. Im Lendenbereich können eine Schmerzhaftigkeit und Klopfempfindlichkeit nachweisbar sein. Der ausgeschiedene Urin enthält große Mengen Eiweiß und zahlreiche, gewöhnlich tief gefärbte granulierte Zylinder.

Hämoglobin oder Myoglobin und - selten - Blut können in wechselnden Mengen nachgewiesen werden. In späteren Stadien können die blutchemischen Veränderungen und Symptome denen bei chronischer Urämie ähneln, nur dass sie sich rasch entwickeln.

Therapie

Eine Anurie muss immer intensiv im Krankenhaus therapiert werden. In der Therapie werden sowohl die auslösenden Ursachen beseitigt, als auch die Symptome oder auftretende Komplikationen gelindert. Ziel jeder Therapie ist es, die Funktion der Nieren als natürliche Filter wieder herzustellen.

Liegt der Grund für die Anurie in einer Herzerkrankung oder Kreislauferkrankung, muss therapeutisch dafür gesorgt werden, dass die Nieren wieder ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt werden.

Patienten erhalten hierzu Infusionen und Medikamente, die den Kreislauf wieder normalisieren. Hat jedoch die Einnahme eines Medikaments durch Veränderungen im Nierengewebe die Anurie ausgelöst, muss dieses umgehend abgesetzt werden und ggf. ein Gegenmittel eingenommen werden.

Findet sich die Ursache in den Harnwegen, müssen die Ursachen der Behinderungen des Harnabflusses beseitigt werden. Meist kann ein akutes Nierenversagen mit einer konservativen Therapie behandelt werden.

Reicht eine konservative Therapie nicht aus, ist eine Dialyse notwendig. Ist die Niere dauerhaft geschädigt und kann sich nicht wieder erholen, ist eine Nierentransplantation indiziert.

Vorbeugung

Um ein akutes Nierenversagen zu vermeiden, sollten bestehende Nierenerkrankungen oder Herz-Kreislauf-Beschwerden wie ein erhöhter Blutdruck fachärztlich behandelt werden.

Medikamente sollte immer nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt eingenommen werden, da dieser die mögliche Gefährdung der Nieren durch Medikamente besser einschätzen und ggf. eine die Nieren schonende Dosierung verordnen kann.

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 19.07.2012 aktualisiert