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Orthopädie: Krankheiten der Gelenke - Muskeln - Knochen - Sehnen

Orthopädische Erkrankungen Verständlich Erklärt

Die Orthopädie befasst sich u.a. mit Beschwerden und Erkrankungen im Bereich des Stütz- und Bewegungsapparates. Hierzu zählen Knochen, Gelenke, Muskeln und Sehnen.

Der Orthopäde bedient sich aller der Medizin zur Verfügung stehenden diagnostischen Hilfsmittel, wie z.B. Blutbefund und Röntgendiagnostik.

Die typischen Erkrankungen, die ein Orthopäde in der Praxis sieht, sind Schmerzen in den Gelenken und Entzündungen in Gelenken. Die häufigsten Schmerzen über die Patienten klagen sind:

  • Nackenschmerzen (oft in Verbindung mit Kopfschmerzen)
  • Rückenschmerzen (meist unterer Rücken)
  • Schulterschmerzen
  • Ellenbogenschmerzen (meist Tennisellenbogen oder Golferellenbogen)
  • Hüftschmerzen (häufig auch verwechselt mit Leistenschmerzen und Rückenschmerzen)
  • Knieschmerzen
  • Leistenschmerzen

Dazu kommen noch die Vielfalt der Verletzungen, die meist die Bänder und Sehnen betreffen (z.B. Achillessehnenruptur), daneben aber auch besonders die Knochen der Genke in Mitleidenschaft ziehen (meist durch Frakturen = Brüche, Luxationen = unphysiologische Stellungen wie z.B. ein ausgekugeltes Gelenk).

Im wesentlichen ist es für die Beurteilung der Beschwerden wichtig zu wissen: Ist das Problem die Folge eines plötzlichen Ereignisses? Oder: ist das Problem langsam (zunehmend) schlechter geworden.

Im folgenden gehe ich näher auf die verschiedenen definierten Krankheitsbilder in der Orthopädie ein, die man auch häufig sieht: 

Die Osteoporose (Knochenschwund) ist die häufigste Knochenerkrankung des Menschen. Es kommt zu einer Abnahme von Knochenmasse mit Einschränkung der Funktion, z.B. der Stabilität. Durch ein Ungleichgewicht von Knochenauf- und Abbau, vermehrt im Alter, treten Knochenschmerzen und gehäuft Knochenbrüche auf. Die primäre Form zeigt sich durch altersbedingten Abbau, während die sekundäre Osteoporose z.B. durch Erkrankungen des Stoffwechsels auftritt. Unbehandelt kann die Osteoporose zu einer vollständigen Immobilität führen.

Unter einer Arthritis versteht man eine entzündliche Gelenkerkrankung, die durch unterschiedliche Ursachen wie z.B. Bakterien oder Stoffwechselerkrankungen verursacht werden kann. Die Klinik zeigt starke Schmerzen (Dolor), Schwellung (Tumor), Überwärmung (Calor), Rötung (Rubor) und eingeschränkte Funktionalität des betroffenen Gelenkes, die allesamt zur Zerstörung und somit dauerhaften Fehlstellung führen können.

Die Arthrose beschreibt einen Gelenkverschleiß, der häufig infolge einer Arthritis entsteht. Durch Fehlfunktion oder Fehlbelastung kommt es zu einem langsamen Verschleiß des Gelenkknorpels, der z.T. in einen knöchernen Umbau übergeht. Bedingt dadurch kommt es zu Schmerzen und Gelenkverformungen, die in schweren Fällen einen operativen Eingriff benötigen. Die Coxarthrose ist die degenerativen Erkrankungen im Hüftgelenk (Hüftgelenkarthrose), die Gonarthrose die Kniearthrose.

Ein Hexenschuss (Lumbago) zeigt sich durch einen plötzlichen Schmerz im Bereich der Lendenwirbelsäule. Meist liegen Blockaden eines Wirbelgelenkes oder Zerrungen der Rückenmuskulatur vor, die durch plötzliche Bewegungen oder auch beim Sport ausgelöst werden können. Der stichartige Schmerz führt zu einer Verkrampfung, die den Betroffenen sich kaum noch bewegen lässt. Eine vielfältige Therapie kann schnell Linderung bringen.

Der Lumbalgie ähnlich ist ein Bandscheibenvorfall (Verwechslungsgefahr mit einem Hexenschuss). Der Prolaps (Vorfall) zeigt sich vermehrt im Alter, wobei die Bandscheibe ihre physiologische Konsistenz langsam verliert und dadurch nicht mehr ihre volle Funktion als Puffer besitzt. Falsche Bewegungen und schweres Heben können schnell einen Vorfall auslösen, der sich dann meist durch einen stechenden Schmerz zeigt. Häufig kommt es zu Empfindungsstörungen in der Schmerzregion sowie der von den Nervenfasern der Wirbelsäule versorgten Körperbereiche (z.B. Taubheit, Kribbeln). Bei Befall der unteren Wirbelsäule zeigen sich die Symptome in Beinen, Füßen und Zehen, bei der Halswirbelsäule sind die Arme und Hände betroffen. Weit über 90 Prozent der vorliegenden Bandscheibenvorfälle lassen sich konservativ (ohne Operation) gut behandeln, bei den übrigen wird der operative Eingriff gewählt.

Eine seitliche Verschiebung der Wirbelsäule wird mit dem Fachbegriff Skoliose bezeichnet. Dabei sind die einzelnen Wirbelkörper verdreht, eine physiologische Körperhaltung ist nicht mehr möglich. Die Skoliose ist eine Wachstumsdeformität und entsteht während des Wachstums durch meist ungeklärte Ursachen. Daneben können auch Erkrankungen, wie z.B. die Poliomyelitis (Kinderlähmung) eine Skoliose verursachen. Die fehlgebildete Wirbelsäule führt zu Schonhaltungen, falscher Belastung und auch Schmerzen in der betroffenen Region. Organe können durch Verdrängung nicht richtig ausgebildet werden, zeigen eine eingeschränkte Funktionalität und können zu weiteren Erkrankungen führen, die besonders Herz, Lungen und den Darm betreffen. Besonders ausgeprägte Skoliose-Formen können sich zudem lebensverkürzend auswirken.

Ein Bänderriss entsteht meist durch eine plötzliche Überdehnung des Halteapparates (Bänder) eines Gelenks, z.B. am Fuß. Der aus vielen Fasern bestehende Bandapparat dient der Stabilisierung und unterstützt die physiologische Bewegung. Zu einem gewissen Maß ist dieser auch dehnbar, bei Überbeanspruchung kommt es an einem gewissen Punkt zu Faserrissen oder der vollständigen Zerstörung eines ganzen Bandes. Der Vorgang gestaltet sich wie bei einem gerissenen Gummiband, dessen Enden auseinanderfliegen. Bei einem Riss (Ruptur) entsteht ein gut hörbares Geräusch, das meist nur die umgebenden Personen deutlich wahrnehmen. Es tritt ein stichartiger Schmerz in der Region auf, die stark anschwillt und sich blau verfärbt. Die Bewegung ist eingeschränkt, nur unter Schmerzen möglich oder völlig ausgesetzt. Häufig ist das Erscheinungsbild noch durch Schwindel und Schweißausbruch gekennzeichnet. Die Häufigste Form ist der Riss des Außenbandes des oberen Sprunggelenkes (Fuß – Unterschenkel – Region) dicht gefolgt von einem Riss des lateralen (seitlichen) Bandes des Kniegelenkes. Ein Anriss lässt sich gut konservativ therapieren, nur schwere Formen mit völligem Funktionsausfall bedingen eine Operation.

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Rene Graeber

Chefredaktion: R. Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge (SKA)

Mitglied im Fachverband Deutscher Heilpraktiker


"Wer nicht jeden Tag etwas für seine Gesundheit aufbringt, muß eines Tages sehr viel Zeit für die Krankheit opfern." Sebastian Kneipp 


"Nichts beschleunigt die Genesung so sehr wie regelmäßige Arztrechnungen..." Alec Guiness 


 

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