Hammerzehe: Ursachen, Symptome und Therapie

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Allgemeines

Die Hammerzehe ist eine sehr häufige Fehlstellung der Fußzehen.

Typisches Symptom ist die Krümmung der Zehen und Druckpunkte am ganzen Fuß sowie Hühneraugen. Begleiterscheinung der Hammerzehen ist sehr häufig der Hallux valgus, eine Fehlstellung der Großzehe.

Bei der Hammerzehe ist das Endgelenk der Zehe dauerhaft gebeugt.

Ursächlich für die Entstehung der Hammerzehe können sein:

  • Fußfehlstellungen wie Knickfüße, Senk- oder Spreizfüße
  • Fußerkrankungen, die auf Unfälle oder neurologische Defekte zurückzuführen sind
  • Tragen von falschem Schuhwerk

Die für die Hammerzehe typischen Fußprobleme entstehen durch die fortschreitende Verkürzung der Zehen, die dadurch immer höher werden. In der Folge drückt die Zehe immer mehr an die Schuhdecke und es bilden sich oft schmerzende Hühneraugen und Schwielen.

Wenn die Hammerzehe nicht rechtzeitig behandelt wird, schreitet die schmerzhafte Verformung immer weiter fort. In vielen Fällen muss die Fehlbildung operativ korrigiert werden. In der Frühphase kann die Zehe noch manuell in die richtige Position zurückgebogen werden - später ist die nicht mehr möglich, da die Zehen sich versteift haben.

Ursachen

In den meisten Fällen beruht die Ausbildung der Hammerzehe auf dem Tragen von zu engem Schuhwerk. Der Fuß wird dabei in eine Form gepresst und passt sich dieser mit der Zeit immer mehr an. Da die meisten Menschen in Deutschland heute sehr wenig barfuß laufen, können die kleinen Fußmuskeln, die eigentlich dafür da sind, die Zehen nach einer solchen Belastung wieder in die richtige Form zu bringen, ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen und verkümmern.

Weiter können spastische Lähmungen, ein Hohlfuß, neurologische Störungen, Verletzungen der Muskeln und Nerven, Entzündungen des Fußes, Narbenbildungen, oder Gewebeveränderungen die Bildung der Hammerzehe begünstigen.

Diagnose

Während die Hammerzehe als solche durch einfache In-Augenscheinnahme den nackten Fußes zu erkennen ist, wird meist (um das Stadium der Fehlbildung genauer zu beurteilen), eine Röntgenaufnahme angefertigt. Hiermit kann vor allem bestimmt werden, ob schon eine Verknöcherung der Gelenke oder eine Zehluxation (Herausrutschen des Zehgelenkes) stattgefunden hat. Zudem kann nachgewiesen werden, ob es am betroffenen Zeh schon arthritische Veränderungen gibt.

Therapie

Bei einer Hammerzehe kann sowohl konservativ als auch operativ behandelt werden, je nach Ausprägung der Zehenfehlstellung. Oft wird durch den Einsatz konservativer Therapien bei der Hammerzehe kein befriedigendes Ergebnis erzielt. Solang die Ursache für die Zehenfehlstellung besteht, verformen sich die Zehen stetig weiter.

Dennoch ist zu empfehlen, zunächst konservative Behandlungsmethoden zu erproben. Hierzu gehören Hilfsmittel, die die Zehe in die ursprüngliche Form zurückzwingen, wie Einlagen und Schienen.

Auch spezielle Fuß- und Zehengymnastik kann Linderung der Beschwerden und eine Verlangsamung des Krankheitsfortschritts schaffen. Vor allem wenn die „richtigen“ Übungen, in der „richtigen“ Intensität geübt werden, sehe ich eine sehr gute Prognose. Dies erfordert allerdings tägliches üben, das sich aus meiner Sicht aber unbedingt lohnt.

Zudem sollte oft barfuß gelaufen oder zumindest bequemes Schuhwerkgetragen und die Füße intensiv gepflegt werden.
 
Bei erfolgloser konservativer Therapie kann die Hammerzehe durch eine Operation wieder in die ursprüngliche Form gebracht werden. Die Operationen verlaufen meist auch zufriedenstellend – aber manchmal bringen diese nicht den gewünschten Erfolg.

Vorbeugung

Durch das Tragen von passendem Schuhwerk, das die Zehen nicht einengt, kann die Bildung von Hammerzehen vermieden werden. Schuhe, die oft und lange getragen werden, sollten keine Absätze über 3 Zentimeter haben. Schuhe, die hinten offen sind, verleiten den Träger dazu, sich mit den Zehen im Schuh "festzukrallen" und die Zehen so in eine Fehlstellung zu zwingen.

Zudem sollte oft barfuß gelaufen werden, um die Muskulatur der Füße anzuregen, sich zu mobilisieren und den Fuß zu stabilisieren. Beim Gehen sollte auf ein richtiges Abrollen der Füße geachtet werden. Zusätzlich bestimmte „Fußübungen“  - und Hammerzehen sollten kein Problem sein…

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 27.08.2013 aktualisiert