Senkfuß: Ursachen, Verlauf, Diagnose Therapie

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Als Senkfuß bezeichnet man einen Fuß, bei dem Längsgewölbe abgeflacht ist. Zeigt sich bei einem Podogramm, dass die Sohlenhaut der Fußsohle unter dem Längsgewölbe vollständig belastet ist, liegt als schwerste Form des Senkfußes der Plattfuß vor.

Oft ist bei einem Senkfuß jedoch der Rückfuß valgisch eingeknickt und der Knöchel steht auf der Innenseite deutlich heraus. In diesem Falle spricht man von einem Knicksenkfuß.

Ursache

In den meisten Fällen bedingt den Senkfuß eine Schwäche der Fußmuskulatur, die normalerweise das Gewölbe des Fußes trägt. Diese Schwäche ist bei Kleinkindern normal, sollte sich jedoch im Laufe der ersten 8 Lebensjahr ausgleichen. Leider wird die Fußmuskulatur oft durch eine bewegungsarme Lebensweise und die Ruhigstellung der Füße in Schuhen, in der industriellen Welt zu wenig beansprucht und die Muskelspanne, die für ein gesundes, stabiles Fußgewölbe nötig ist, nicht ausreichend ausgebildet.

Folgen

Durch den Senkfuß kann es im Laufe des Lebens zu Überlastungsschmerzen der zu schwachen Fußmuskulatur, zur Bildung eines schmerzhaften Fersensporns, zu Knieschäden durch Fehlhaltungen, zu Bandscheibenproblemen und Rückenproblemen wegen gestörter Bewegungsabläufe und unzureichender Stoßdämpfung durch das eingesunkene Fußgewölbe kommen.

Behandlung

Die Behandlung eines Senkfußes zielt immer auf die Stärkung von Fußmuskulatur, Bänder und Sehnen ab. Am effektivsten wird die Fußmuskulatur durch das Barfußgehen auf abwechslungsreichem Untergrund und durch Fußgymnastik angeregt. Ideale Bedingungen für ein therapeutisch wirksames Gehen wurden deutschlandweit in zahlreichen sogenannten "Barfußparks" geschaffen.

Zu Beginn des Barfußgehens kann es zu leichten Schmerzen aufgrund der ungewohnten Belastung kommen. Sollten dies jedoch zu stark werden, ist das angesetzte Pensum zu hoch und sollte herunterreguliert werden. Schmerzt Barfußgehen von Beginn an, sollte es zunächst unter Anleitung eines Krankengymnasten geübt werden. Dort, wo Barfußgehen nicht möglich ist, kann man auf Schuhwerk ausweichen, dass den Füßen sehr viel Bewegungsfreiheit bietet, so wie Sandalen oder bequem sitzende Schuhe.

Einlagen wirken in der Regel zwar gegen etwaige Beschwerden, können jedoch nicht helfen, den Senkfuß zu heilen. Einlagen sind immer nur passiv stützend und übernehmen die Aufgabe der Muskulatur, die dadurch nicht stimuliert werden kann. Daher sollten auch diese orthopädischen Hilfsmittel nur sporadisch (bei sportlicher Betätigung, langem Stehen etc.) und bei Beschwerden eingesetzt werden. Ein ständiges Tragen von Einlagen ist in der Regel nicht zu empfehlen.

Hilfreich sind auch Fußgreifspiele, wie sie kleine Kinder schon im Babyalter durchführen. Daher sind gemeinsame Spielstunden für die Füße sowohl für die Kinder als auch für die Eltern sehr nützlich und machen Spaß. Beispielsweise kann man ein Handtuchwettziehen mit den Füßen veranstalten. Oder man verteilt verschiedene Gegenstände unterschiedlicher Form und Größe auf dem Boden und sammelt sie mit den Füßen so schnell wie möglich auf. Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt und die Spiele sind auch nicht an Kinder gebunden.

Auch zwei Erwachsene können durchaus kleine Kronkorken mit den Füßen aufsammelt und in Schüsseln werfen, ohne sich dabei kindisch vorzukommen. Schließlich dient dies nur dem Training der Fußmuskulatur und einem gesunden und gutem "Auftritt".

Der Senkfuß an sich macht in der Regel keine Beschwerden, kann aber ursächlich für verschiedene Erkrankungen im Haltungs- und Bewegungsapparat sein. Daher sollte bei Rücken- Lenden oder Bandscheibenproblemen auch immer ein Augenmerk auf die Stellung der Füße gelegt werden und mit Hilfe eines Podogrammes ein Fußabdruck abgenommen werden. Dieser ist bei einem Senkfuß symptomatisch und kann die Augenscheindiagnose unterstützen.

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 10.09.2013 aktualisiert