Blasenschmerzen:
Ursachen, Verlauf, Diagnose und Therapie

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Blasenschmerzen rühren in der Regel von Erkrankungen der Harnwege und/ oder der Nieren her. Sie sind sehr häufig (insbesondere bei Frauen) auf eine Blasenentzündung (med. Fachbegriff Zystitis) zurückzuführen; aber auch eine Reizblase, oder Nierensteine, Harnleitersteine oder Blasensteine können ursächlich für Unterleibsschmerzen bzw. Blasenschmerzen sein.

Harnwegsinfektionen werden nach schulmedizinischer Lehrmeinung von Darmbakterien ausgelöst, die vom After in die Harnröhre gelangen. Aber auch bestimmte Viren oder Pilze sollen verantwortlich sein. Frauen haben sehr viel häufiger mit einer Blasenentzündung zu kämpfen als Männer. Dies soll daran liegen, dass die Harnröhre bei Frauen erheblich kürzer ist und näher beim Ausgang des Darmes liegt.

Verschiedene Arten von Blasenschmerzen

Die Symptome einer Blasenentzündung sind recht eindeutig. Zu Beginn kommt es in der Regel zu einem vermehrten Harndrang, wobei das Wasserlassen nur noch in Tröpfchenform oder sehr schwach erfolgt. Danach kommt es zu einem typischen Brennen beim Wasserlassen und Blasen- bzw. Unterleibsschmerzen. Manche Betroffene fühlen sich abgeschlagen und geschwächt.

Eine Blasenentzündung sollte behandelt werden, da es sonst zu einer Nierenbeckenentzündung kommen kann. Diese zeigt sich in Symptomen wie Fieber, Schüttelfrost, Lendenschmerzen und einen starken, allgemeinen Krankheitsgefühl.

Bei beiden Erkrankungen ist dringend ein Arztbesuch indiziert. Um die Bakterien auszuspülen, sind Sitzbäder in lauwarmen Kamillentee und vermehrtes Trinken von harntreibenden Getränken (entsprechende Tees sind in Drogeriemärkten und Apotheken erhältlich) sehr hilfreich.

Vorbeugen kann man einer Blasenentzündung durch das Tragen richtiger Kleidung. So sollte man sich nie ungeschützt auf einen kalten Untergrund (Steine, Treppen etc.) setzten. Zudem sollte man sich nach dem Baden schnell die nasse Kleidung im Unterleibsbereich entfernen.

Harnsteine

Auch Harnsteine können "Blasenschmerzen" auslösen. Harnsteine bilden sich aus Bestandteilen des Urins und sehen aus wie kleine Kristalle. Diese bestehen meistens aus Natriumsalzen und können einen Durchmesser von mehreren Zentimetern haben. Harnsteine können in der Blase, den Harnleitern oder den Nieren sitzen und treten häufiger bei Männern auf.

Symptomatisch für Harnsteine sind sehr starke, krampfartige Schmerzen im Unterleib, die bis in die Lendengegend und/oder den Genitalbereich ausbreiten können. In sehr schweren Fällen kommt es zu Erbrechen, Darmfehlfunktionen und Übelkeit. Der Urin ist milchig und blutig. Die Beschwerden werden am größten, wenn die Harnsteine in den Harnleitern liegen. In diesem Fall treten sehr starke Schmerzen beim Urinieren, im Unterbauch und im Rücken auf. Kleine Harnsteine werden in der Regel mit dem Urin einfach ausgeschieden. Größere werden in einer ambulanten Therapie mit Hilfe von Kathetern oder Lasern entfernt.

Die Reizblase

Blasenschmerzen können auch ohne wirkliche organische Ursache immer wieder auftreten. In diesem Falle sprechen Ärzte von einer Reizblase. Die Symptome sind denen einer Blasenentzündung sehr ähnlich, jedoch lassen sich keine entzündlichen Prozesse nachweisen. Es wird vermutet, dass es durch Stress zu Krämpfen und Verspannungen in der Muskulatur des Beckenbodens kommt und diese die Symptome wie Harndrang, Rückenschmerzen, Lenden- und Unterbauchschmerzen etc. auslösen. Im allgemeinen werden zur Therapie der Reizblase Entspannungstechniken, Beckenbodentraining und/oder psychotherapeutischen Gesprächen empfohlen. Dabei schreckt man auch nicht vor Antibiotika oder gar Antidepressiva zurück.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 06.08.2013 aktualisiert