Blut im Stuhl - Ursachen, Symptome und
Therapie
Bei der normalen Defäkation ist der Stuhl weich, geformt und in der Regel ohne zusätzliche Auflagen, zum Teil
finden sich auch unverdauliche Nahrungsbestandteile.
Der Gang zur Toilette wird durch den Druck ausgelöst, den man in der Afterregion spürt, der Vorgang selbst ist
schmerzfrei und ohne Kraftanstrengung möglich.
Bedingt durch die Standardisierung der Toilettenbecken (Tiefspüler anstelle von Flachspülern) ist es den
Menschen heute kaum mehr möglich, ihre Ausscheidung nach Auffälligkeiten hin zu beobachten. So ist es häufig eher
ein Zufallsbefund, wenn Blutbeimengungen diagnostiziert werden.
Nicht immer ist Blut im Stuhl ein Grund zur Besorgnis, das Symptom sollte jedoch immer ärztlich abgeklärt
werden, um weitere Risiken für die Gesundheit möglichst früh erkennen und behandeln zu können. Blut im Stuhl wird
in der Medizin mit verschiedenen Fachbegriffen beschrieben.
Symptome
Die Hämatochezie kennzeichnet frische, hellrote Blutauflagen, die aus einer aktuellen
Blutungsquelle im Bereich des unteren Darmabschnitts oder von gereizten Schwellkörpern am Darmausgang stammen. In
selteneren Fällen führt auch eine starke Blutung aus oberen Anteilen des Verdauungstraktes zu einer
Hämatochezie.
Schwarzer, übel riechender Stuhl, der in Aussehen und Konsistenz an Teer erinnert, wird mit dem Begriff
Meläna gekennzeichnet. Das Blut befindet sich schon länger im Organismus, hat eine längere Passage
hinter sich (z.B. bei Blutungen im Bereich der Speiseröhre oder des Magens). Ist das Blut nicht mit bloßem Auge
erkennbar, sondern wird durch Testverfahren (z.B. Hämoccult-Test) nachgewiesen, handelt es sich um okkultes Blut.
Daneben kann es auch zu Mischformen kommen, die sich durch helle und dunkle Blutauflagen auszeichnen. siehe auch:
Blutwerte
Die Blutungen sind zum Teil verbunden mit Krämpfen, Blähungen, stechenden oder
drückenden Schmerzen, Fieber, einer veränderten
Defäkation (z.B. Verstopfung oder Stuhlverhalt) und allgemeinen Krankheitssymptomen
(unter anderem Übelkeit, Brechreiz, Appetitlosigkeit,
körperliche Schwäche, Müdigkeit). Frische Blutungen stammen
hauptsächlich aus den unteren Darmabschnitten, nur drei bis fünf Prozent aller Hämatochezien sind auf Blutungen im
Bereich des Dünndarms zurückzuführen. Hauptursache für frische Blutauflagen ist eine Verletzung im Bereich des
Afters oder der Ampulle.
Hier kommt es vor allem zu Fissuren (feine Risse) oder aber ein Aufreißen der Schwellkörper
(natürlich vorkommende Hämorrhoiden,
die sich im Bereich des Schließmuskels befinden, und durch Reizung an Größe zunehmen bzw. den Darmausgang
verengen), z.B. durch zu harten Stuhl. Fissuren entstehen daneben vermehrt im Zusammenhang mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (z.B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa). Ebenfalls häufiger
liegen Infekte (durch Parasiten, Bakterien, Viren), Divertikel (Ausstülpungen der Darmwand)
oder Polypen (meist gutartige Vorwölbungen) des Darms vor.
Das Kolonkarzinom ist ein bösartiger
Tumor im Bereich des Dickdarms (und des Rektums), der
vermehrt infolge entzündlicher Darmprozesse oder Polypen entsteht. Eher selten sind Missbildungen der Gefäße des
Darms (Dysplasien), Blutkrankheiten oder
Gefäßentzündungen Ursache für eine Blutung im
Darm.
Wesentlich häufiger als frisches Blut sind alte Blutauflagen, die aus Blutungsquellen des oberen
Verdauungstraktes stammen (ca. 80 Prozent aller Blutungen). Die dunkle Färbung entsteht durch den Kontakt mit
Magensäure.
Häufigste Blutungsursache ist ein Geschwür im Bereich des Magens oder des Zwölffingerdarms (Ulcus
ventriculi, Ulcus duodeni). siehe auch: Magengeschwür
Daneben führen vor allem Verletzungen und Bruchpforten sowie Varizen (Krampfadern) und Tumoren im Bereich der Speiseröhre zu massiven Blutungen, die sich
als Teerauflagen bemerkbar machen.
Weitere Ursachen für Blut im Stuhl sind unter anderem Erosionen oder Tumoren im Magen, Invaginationen
(Einstülpungen von Darmanteilen in andere Darmabschnitte), Milzbrand (Anthrax, durch Bakterien verursachte
Infektionskrankheit, die mit Gewebeuntergang
einhergeht), Cholera (durch Bakterien verursachter Brechdurchfall) und Amöbenruhr (führt zu blutig-schleimigen
Defäkationen, zum Teil bis zu 40 Mal pro Tag).
In einigen Fällen kann auch durch die medikamentöse Therapie mit Antikoagulantien eine Blutung ausgelöst werden.
Die ärztliche Abklärung dient vor allem dem Ausschluss einer tumorösen Entartung.
Diagnose durch den Arzt oder Mediziner
Zu Beginn wird bei der Anamnese nach dem Defäkationsverhalten, bestehenden Erkrankungen und einzunehmenden
Medikamenten gefragt.
Primär wird anschließend die mögliche Blutungsquelle aufgesucht. Dazu stehen verschiedene Untersuchungsmethoden
zur Verfügung. Der Hämoccult-Test wird genutzt, wenn der Verdacht einer Blutung besteht, diese sich aber nicht in
der Ausscheidung zeigt.
Der Bauchraum wird abgetastet, der Enddarm digital untersucht. Daneben können Magenspiegelung und Darmspiegelung
weitere Erkenntnisse liefern, hierbei werden auch Gewebeproben zur histologischen Abklärung gewonnen.
Durch eine Sonographie lassen sich unter anderem veränderte Organe darstellen, die Szintigraphie dient der
Gefäßdarstellung mithilfe von Kontrastmittel. Je nach vorliegender Diagnose können einfache Hilfsmittel bereits das
Leiden lindern oder beseitigen.

Therapiemaßnahmen
Hämorrhoidalleiden oder Fissuren
werden unter anderem mit speziellen Zäpfchen, Tinkturen oder Salben behandelt. Daneben können auch
Kamille-Sitzbäder die Heilung unterstützen. Ausgedehnte Blutungen der Schwellkörper müssen unter Umständen verödet
oder ligiert werden. Bei Entzündungen kann vielfach medikamentös therapiert werden.
Bruchpforten, Polypen, Geschwüre und Entartungen bedürfen meist der operativen Behandlung, zum Teil mit
anschließender Bestrahlung oder Chemotherapie. Je eher dabei Gewebewucherungen
entdeckt werden, desto besser gestaltet sich die Prognose.
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