Blut im Stuhl - Ursachen, Symptome und Therapie

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Bei der normalen Defäkation ist der Stuhl weich, geformt und in der Regel ohne zusätzliche Auflagen, zum Teil finden sich auch unverdauliche Nahrungsbestandteile.

Der Gang zur Toilette wird durch den Druck ausgelöst, den man in der Afterregion spürt, der Vorgang selbst ist schmerzfrei und ohne Kraftanstrengung möglich.

Bedingt durch die Standardisierung der Toilettenbecken (Tiefspüler anstelle von Flachspülern) ist es den Menschen heute kaum mehr möglich, ihre Ausscheidung nach Auffälligkeiten hin zu beobachten. So ist es häufig eher ein Zufallsbefund, wenn Blutbeimengungen diagnostiziert werden.

Nicht immer ist Blut im Stuhl ein Grund zur Besorgnis, das Symptom sollte jedoch immer ärztlich abgeklärt werden, um weitere Risiken für die Gesundheit möglichst früh erkennen und behandeln zu können. Blut im Stuhl wird in der Medizin mit verschiedenen Fachbegriffen beschrieben.

Symptome

Die Hämatochezie kennzeichnet frische, hellrote Blutauflagen, die aus einer aktuellen Blutungsquelle im Bereich des unteren Darmabschnitts oder von gereizten Schwellkörpern am Darmausgang stammen. In selteneren Fällen führt auch eine starke Blutung aus oberen Anteilen des Verdauungstraktes zu einer Hämatochezie.

Schwarzer, übel riechender Stuhl, der in Aussehen und Konsistenz an Teer erinnert, wird mit dem Begriff Meläna gekennzeichnet. Das Blut befindet sich schon länger im Organismus, hat eine längere Passage hinter sich (z.B. bei Blutungen im Bereich der Speiseröhre oder des Magens). Ist das Blut nicht mit bloßem Auge erkennbar, sondern wird durch Testverfahren (z.B. Hämoccult-Test) nachgewiesen, handelt es sich um okkultes Blut. Daneben kann es auch zu Mischformen kommen, die sich durch helle und dunkle Blutauflagen auszeichnen. siehe auch: Blutwerte

Die Blutungen sind zum Teil verbunden mit Krämpfen, Blähungen, stechenden oder drückenden Schmerzen, Fieber, einer veränderten Defäkation (z.B. Verstopfung oder Stuhlverhalt) und allgemeinen Krankheitssymptomen (unter anderem Übelkeit, Brechreiz, Appetitlosigkeit, körperliche Schwäche, Müdigkeit). Frische Blutungen stammen hauptsächlich aus den unteren Darmabschnitten, nur drei bis fünf Prozent aller Hämatochezien sind auf Blutungen im Bereich des Dünndarms zurückzuführen. Hauptursache für frische Blutauflagen ist eine Verletzung im Bereich des Afters oder der Ampulle.

Hier kommt es vor allem zu Fissuren (feine Risse) oder aber ein Aufreißen der Schwellkörper (natürlich vorkommende Hämorrhoiden, die sich im Bereich des Schließmuskels befinden, und durch Reizung an Größe zunehmen bzw. den Darmausgang verengen), z.B. durch zu harten Stuhl. Fissuren entstehen daneben vermehrt im Zusammenhang mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (z.B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa). Ebenfalls häufiger liegen Infekte (durch Parasiten, Bakterien, Viren), Divertikel (Ausstülpungen der Darmwand) oder Polypen (meist gutartige Vorwölbungen) des Darms vor.

Das Kolonkarzinom ist ein bösartiger Tumor im Bereich des Dickdarms (und des Rektums), der vermehrt infolge entzündlicher Darmprozesse oder Polypen entsteht. Eher selten sind Missbildungen der Gefäße des Darms (Dysplasien), Blutkrankheiten oder Gefäßentzündungen Ursache für eine Blutung im Darm.

Wesentlich häufiger als frisches Blut sind alte Blutauflagen, die aus Blutungsquellen des oberen Verdauungstraktes stammen (ca. 80 Prozent aller Blutungen). Die dunkle Färbung entsteht durch den Kontakt mit Magensäure.

Häufigste Blutungsursache ist ein Geschwür im Bereich des Magens oder des Zwölffingerdarms (Ulcus ventriculi, Ulcus duodeni). siehe auch: Magengeschwür

Daneben führen vor allem Verletzungen und Bruchpforten sowie Varizen (Krampfadern) und Tumoren im Bereich der Speiseröhre zu massiven Blutungen, die sich als Teerauflagen bemerkbar machen.

Weitere Ursachen für Blut im Stuhl sind unter anderem Erosionen oder Tumoren im Magen, Invaginationen (Einstülpungen von Darmanteilen in andere Darmabschnitte), Milzbrand (Anthrax, durch Bakterien verursachte Infektionskrankheit, die mit Gewebeuntergang einhergeht), Cholera (durch Bakterien verursachter Brechdurchfall) und Amöbenruhr (führt zu blutig-schleimigen Defäkationen, zum Teil bis zu 40 Mal pro Tag).

In einigen Fällen kann auch durch die medikamentöse Therapie mit Antikoagulantien eine Blutung ausgelöst werden. Die ärztliche Abklärung dient vor allem dem Ausschluss einer tumorösen Entartung.

Diagnose durch den Arzt oder Mediziner

Zu Beginn wird bei der Anamnese nach dem Defäkationsverhalten, bestehenden Erkrankungen und einzunehmenden Medikamenten gefragt.

Primär wird anschließend die mögliche Blutungsquelle aufgesucht. Dazu stehen verschiedene Untersuchungsmethoden zur Verfügung. Der Hämoccult-Test wird genutzt, wenn der Verdacht einer Blutung besteht, diese sich aber nicht in der Ausscheidung zeigt.

Der Bauchraum wird abgetastet, der Enddarm digital untersucht. Daneben können Magenspiegelung und Darmspiegelung weitere Erkenntnisse liefern, hierbei werden auch Gewebeproben zur histologischen Abklärung gewonnen.

Durch eine Sonographie lassen sich unter anderem veränderte Organe darstellen, die Szintigraphie dient der Gefäßdarstellung mithilfe von Kontrastmittel. Je nach vorliegender Diagnose können einfache Hilfsmittel bereits das Leiden lindern oder beseitigen.

Therapiemaßnahmen

Hämorrhoidalleiden oder Fissuren werden unter anderem mit speziellen Zäpfchen, Tinkturen oder Salben behandelt. Daneben können auch Kamille-Sitzbäder die Heilung unterstützen. Ausgedehnte Blutungen der Schwellkörper müssen unter Umständen verödet oder ligiert werden. Bei Entzündungen kann vielfach medikamentös therapiert werden.

Bruchpforten, Polypen, Geschwüre und Entartungen bedürfen meist der operativen Behandlung, zum Teil mit anschließender Bestrahlung oder Chemotherapie. Je eher dabei Gewebewucherungen entdeckt werden, desto besser gestaltet sich die Prognose.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 19.07.2012 aktualisiert