Ohrenschmerzen - Ursachen, Symptome und Therapie

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Das menschliche Ohr besteht aus der Ohrmuschel, dem äußeren Ohr, dem Mittel- und dem Innenohr.

Ohrenschmerzen können in jedem dieser Bereiche auftreten. Dabei gehen die Beschwerden entweder vom Ohr selbst aus oder werden durch benachbarte Strukturen verursacht. Der Schmerz kennzeichnet keine isolierte Erkrankung, er ist Symptom einer Veränderung des Organismus.

Während bei Erwachsenen vor allem Gehörgangsentzündungen (Otitis externa) auftreten, sind Kinder vielfach von einer Mittelohrentzündung (Otitis media) betroffen. Der sich dabei entwickelnde Schmerz ist sehr variabel und führt zu unterschiedlichen Wahrnehmungen und Darstellungen der Betroffenen.

Symptome

Ohrenschmerzen können sehr verschieden ausgeprägt sein. Sie sind dumpf, spitz, drückend, pochend stechend, quälend oder verursachen ein lebensbedrohliches Gefühl. Dabei kann auch nur ein Ohr betroffen sein.

Begleitend kommt es oft zu:

  • Schwindel,
  • einer Minderung des Hörvermögens,
  • Rauschen (Tinitus),
  • einem Fremdkörpergefühl und dem
  • Austritt von verschiedenen Flüssigkeiten (Eiter, Sekret, Blut).

Das Ohr schwillt vielfach an, weist Rötungen und eine Überwärmung auf.

Auch eine Temperaturerhöhung des Körpers (subfebrile Temperatur, Fieber) ist zum Teil feststellbar.

Ursachen

Ohrenentzündungen sind aber die häufigste Ursache für Ohrenschmerzen.

Die Otitis externa entwickelt sich durch einen Bakterienbefall (selten auch Pilzbefall oder allergisch bedingt) der Gehörgangshaut.

Hier bieten vor allem kleine Risse oder Verletzungen (z.B. durch Manipulation mit einem Wattestäbchen) einen idealen Nährboden, wobei der Erreger von außen eindringt und sich anhaftet.

Die Otitis media (Mittelohrentzündung) ist eine häufige Begleiterkrankung von Erkältungen und grippalen Infekten. Hierbei dringt das verursachende Bakterium über die Rachen- oder Nasenschleimhaut zum Ohr vor und führt dort zu Entzündungen mit Schwellung, Rötung und Schmerz.

Ohrenschmerzen können daneben durch eine Vielzahl anderer Störungen und Erkrankungen verursacht werden.

Eine Überproduktion von Ohrenschmalz (Zerumen) in Verbindung mit einer unzureichenden Pflege des Gehörgangs kann zu einem Verschluss führen. Dieser entsteht daneben auch vermehrt bei Kleinkindern durch Fremdkörper (z.B. kleine Kugeln oder Erbsen), die sich diese ins Ohr stecken und nicht mehr herausbekommen.

Abszesse in den verschiedenen Bereichen des Gehörs führen zu einer starken Volumenzunahme, der zunehmende Druck verursacht Schmerzen.

Durch das Trommelfell (Membrana tympani) wird das Ohr nach innen hin geschützt, es schließt das Mittelohr ab und dient daneben auch der Übermittlung von Schallwellen auf die Gehörknöchelchen (durch die Druckwelle des Schalls). Durch Manipulationen (z.B. mit einem spitzen Gegenstand, Watteträger), Verletzungen oder Riss bei lautem Knall kann das Trommelfell erheblich beschädigt werden, so dass die Weiterleitung von Gehörtem nicht mehr störungsfrei funktioniert. Hierbei können auch starke Schmerzen auftreten, zum Teil in Verbindung mit dem Austritt seröser Flüssigkeit oder von Blut.

An der Ohrmuschel selbst führen z.B. Verletzungen (unter anderem Riss oder Knorpelschaden) oder Erfrierungen zu Schmerzen.

Durch Quetschungen entstehen Hämatome, die Schwellung verursacht Beschwerden.

Ein Wundliegen mit offenen Stellen (Decubitus) wird vor allem bei immobilen, bettlägerigen Menschen beobachtet, die über einen längeren Zeitraum auf einer Stelle liegen. Durch den andauernden Druck wird die Zirkulation gestört, das Gewebe unter der Hautschicht reagiert mit Zerfall.

In sehr seltenen Fällen kommt es auch zu einer Entartung (Krebs) in einem Bereich des Ohres. Durch die Wucherung des Tumors entsteht Druck auf benachbarte Strukturen, umgewandeltes Gewebe reagiert zum Teil mit blutenden Ulzerationen.

Neben den das Ohr betreffenden Erkrankungen können auch Strukturen des Organismus zu Schmerzen im Ohr führen, die auf den ersten Blick keinen Zusammenhang bilden.

Die Mandelentzündung (Tonsillitis) verursacht zum Teil starke Beschwerden im Ohr.

Weitere Störungen sind unter anderem:

Eine Veränderung des Luftdrucks (z.B. beim Aufsteigen eines Flugzeugs oder beim Tauchen in großen Tiefen) kann, neben einer kurzfristigen Hörminderung, ebenfalls zu Schmerzen führen (durch den zunehmenden Druck auf das Trommelfell).

Therapie

Der HNO-Arzt wird nach dem Gespräch das Ohr eingehend inspizieren. Zur genaueren Betrachtung des Gehörganges und des Trommelfells nutzt er dazu die Ohrenspiegelung (Otoskopie). Durch verschiedene Testverfahren lassen sich Störungen oder Hörminderungen feststellen.

Die Röntgenaufnahme stellt Veränderungen der knöchernen Strukturen dar und kann auch Läsionen im Bereich des Kiefers oder der Zähne ermitteln. Entzündliche Prozesse lassen sich im Blutbild nachweisen. Daneben kann ein Abstrich aus Rachen, Nase oder von Flüssigkeiten aus dem Ohr der Identifizierung des Erregers dienen.

Entzündliche Prozesse im Gehörgang oder Mittelohr lassen sich lokal behandeln. Hierzu dienen verschiedene Cremes, Salben oder Ohrentropfen, die bei Bakterienbefall auch ein Antibiotikum enthalten. Daneben besitzen die verschiedenen Präparate eine entzündungshemmende, abschwellende und schmerzlindernde Wirkung. Fremdkörper oder Pfropfen durch Zerumen werden durch feine chirurgische Instrumente (geminderte Verletzungsgefahr) von außen entfernt. Abszesse werden eröffnet, um die darin befindliche Flüssigkeit abzulassen und das gespannte Gewebe zu entlasten.

Mögliche Trommelfellverletzungen können zum Teil selbständig verheilen. Die Läsion darf dabei nur sehr klein sein. Kommt es innerhalb der folgenden zwei bis drei Monate zu keiner Ausheilung, muss das Trommelfell ersetzt werden (Tympanoplastik). Bei Erkrankungen, die nicht unmittelbar mit dem Ohr zusammenhängen, müssen diese vorrangig behandelt werden, um eine Schmerzlinderung erzielen zu können.

Lesen Sie mehr unter: http://www.yamedo.de/symptome/schmerzen-ursachen.html oder http://www.yamedo.de/symptome/schmerzen-merken.html 

 

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 19.07.2012 aktualisiert