Gesundheitsrisiken durch synthetische Duftstoffe?

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Duftstoffe und Aromen begleiten uns durch unser ganzes Leben, sei es in Form von Parfums und Deodorants, Weichspüler, Waschpulver oder Duftkerzen, ja sogar im Supermarkt wird Marketing mittels Duftstoffen betrieben. Der Dauerberieselung können wir uns kaum entziehen. Und gerade in der Vorweihnachtszeit wird noch einmal ordentlich nachgelegt, verspricht sich doch so manches Unternehmen mit dem Duft-Marketing steigende Umsätze.

Doch wie wirken sich die synthetischen Duftstoffe auf den Menschen und dessen Gesundheit aus?

Zwar gibt es bereits erste Erkenntnisse und Untersuchungen, doch sind diese oft nur auf einzelne Duftstoffe, nicht aber auf den Cocktail aus unzähligen verschiedenen Stoffen abgestellt. Fakt ist aber, dass sich immer mehr Verbraucher von der dauerhaften Duft-Berieselung geschädigt fühlen, immer häufiger zeigen sich auch ernsthafte gesundheitliche Probleme, die sich genau auf diese Aromen zurückführen lassen.

Wie sieht es in der Praxis aus?

Die Praxis ist erschreckend, wenn man sich einige aktuelle Studien ansieht. In der Duftstoffindustrie werden derzeit 3.500 (!) verschiedene Duftstoffe hergestellt. Nur 26 von ihnen müssen dabei bei der Verwendung in Produkten tatsächlich angegeben werden. Schon seit Jahren warnen Verbraucherschützer und Toxikologen vor den möglichen gesundheitlichen Folgen, denn der aktuelle Stand der Wissenschaft kann nur unzureichende Ergebnisse liefern, wie sich Duftstoffe auswirken.

So gelten Duftstoffe, die synthetisch hergestellt wurden, heute als wichtiger Allergie-Auslöser. In einer Statistik zu Kontaktekzemen wird angeführt, dass Nickel die Substanz ist, die am häufigsten zu einer Allergie folgt. Gleich danach folgen synthetische Duftstoffe. Nicht erfasst werden dabei jedoch Allergien, die nicht durch den direkten Hautkontakt ausgelöst werden.

Immer mehr Verbraucher von Duftstoffallergien betroffen

Zu den Duftstoffen zählen vor allen Dingen Chemikalien und Stoffe, wie

  • flüchtige organische Verbindungen (VOCs),
  • Terpene,
  • Aceton und
  • Alkohole,

um nur einige zu nennen. Und diese Stoffe sind in der Medizin schon seit langem dafür bekannt, dass sie

  • Kontaktekzeme,
  • Allergien,
  • Asthma,
  • Duftstoffallergien,
  • Krebs

und viele weitere Erkrankungen auslösen können. In einem einzigen bedufteten Produkt werden oft mehrere Hundert verschiedene chemische Substanzen verarbeitet. Diese sind zwar hinsichtlich ihrer Wirkweise einzeln untersucht worden, doch wie sie im Zusammenspiel miteinander wirken, ist bisher unklar. Selbst das Umweltbundesamt in Berlin hat sich mit dem Thema beschäftigt und eine Studie in Auftrag gegeben. Darin heißt es, dass schon jetzt mehr als eine halbe Million Menschen in Deutschland unter einer Duftstoffallergie leiden. Raumsprays, Duftlampen, Räucherstäbchen, aber auch vermeintlich gesunde und entspannende Anwendungen, wie die Aromatherapie, sollten daher nur mit äußerster Vorsicht genossen werden.

Wie werden gesundheitliche Probleme durch Duftstoffe ausgelöst?

Die Duftstoffe gelangen aber nicht nur über die Haut in unseren Körper, sondern ebenso durch die Atemluft. Hier gelangen sie über die Atemorgane in den Organismus. Über das Blut können sich synthetische Duftstoffe im gesamten Körper verteilen. Mögliche Folgen können Entzündungsprozesse an einzelnen Zellen sein, wodurch Allergien gefördert oder bestehende Allergien noch verstärkt werden können. Auch sind viele der Duftstoffe fettlöslich: diese können sich ideal im menschlichen Fettgewebe einlagern. Die Duftstoffe wirken zudem nicht nur auf den Menschen, sondern auch auf Umwelt und Tiere, so dass sie sich in unserem gesamten Lebensraum zunehmend anreichern können.

Keine übermäßige Verwendung von Duftstoffen

Ich rate dazu mit Duftstoffen im eigenen Heim sehr sparsam und vorsichtig umzugehen und wo möglich diese zu vermeiden. Duftstoffallergie oder auch Multiplen Chemikalien Sensititvität (MCS) sind für Betroffene sehr unangenehm. Diese können weitreichende Folgen haben. Oft können kaum noch herkömmliche Produkte verwendet, das Haus nicht mehr verlassen werden und auch der Arbeit muss aufgegeben werden.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 07.01.2014 aktualisiert