Regeneration nach einem Herzinfarkt - Bilden sich neue Muskelzellen nach einem Herzinfarkt?

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Der Herzinfarkt ist eine der häufigsten Ursachen für einen plötzlichen und unerwarteten Tod.

Doch nicht nur deswegen ist die Akut-Erkrankung so gefürchtet, sondern auch wegen der dauerhaften Schädigung des Herzmuskels. Die mangelnde Durchblutung durch eine verstopfte Arterie führt zum Zelltod und zu bindegewebigen Vernarbungen. Andere Muskeln sind in der Lage, durch Zellteilung neues, aktives Muskelgewebe zu bilden. Ob das Herz diese Fähigkeit auch besitzt, ist umstritten.

2001 kam aus den USA eine frohe Botschaft für Infarkt-Patienten. Dr. Piero Anversa, der am New York Medical College arbeitete, fand im Herzmuskel Hinweise auf mitotische Aktivität in der Region um das Infarkt-Geschehen. In den Gewebs-Proben von Patienten konnte der Wissenschaftler verstärkte Zellteilungen mikroskopisch nachweisen. Bis zu 70 mal mehr Zellen in der Infarkt-Region waren im Vergleich zum gesunden Gewebe im Stadium der Teilung begriffen. Auch biochemische Parameter für intensivierte Mitose-Intensität wie das Protein Ki67 waren erhöht. Die Schlussfolgerung der Forscher war, dass im Herzmuskelgewebe Stammzellen beheimatet sind, die neue Muskelzellen hervorbringen können.

Die Suche nach den Stammzellen verlief bislang allerdings ergebnislos. Prof. Dr. Hans Clevers und sein Team von der Universität Utrecht versuchten 2018, solche pluripotenten Zellen im Mäuseherz ausfindig zu machen. Zwar konnten die Wissenschaftler die erhöhte Zellteilungsrate nach einem Infarkt bestätigen, doch bildeten sich dabei keine Muskelzellen. Daher gibt es nach dem aktuellen Stand (2019) der Forschung keine echten Stammzellen im Herzmuskel. Tröstlich dabei: auch das Narbengewebe hat eine stärkende Funktion für das zentrale Kreislauf-Organ.

Dieser Beitrag wurde am 20.1.2019 erstellt.