Guenter, ich muss dir widersprechen. Ich kann das nicht so einseitig sehen.
Zwar ist die Bibel für mich das Buch der Juden, denn alle Beteiligten wie die Propheten, die Jünger und dieser Jesus sind Juden und in der Offenbarung kommen die 12 Stämme der Juden am Ende in die Ewigkeit. Wie das ein Glaubenswerk für die Welt werden konnte, ist also eigentlich eine spannende Frage.
Denn die einzigen Europäer dieser Bibel waren die bösen Römer.
Wiedergeburt ist eigentlich kein Thema, auch wenn es Hinweise auf Wiedergeburt in der Bibel gibt. Aber es gibt einen Totenreich.
Vieles in der Bibel und dem katholischen Glauben ist identisch mit dem ägyptischen Glauben. Vor allem aus der Zeit, als erfolglos eine Gottheit die vielen Götter ersetzen sollt.
Ägypten hatte ja eine Menge Götter, die für die Toten zuständig waren. Aber nicht nur.
Im antiken Ägypten war der Glaube an das Jenseits und die Wiedergeburt nach dem Tod tief verwurzelt. Dies manifestierte sich in der Verehrung verschiedener Totengötter, die eine entscheidende Rolle spielten und das Verständnis der Ägypter von Leben und Tod prägten.
Wenn wir andere Religionen betrachten, dann hat Indien mit dem Hinduismus ca. 50.000 Götter. Wie ich durch mein kurzes Studium im Bereich Nahtoderfahrungen gelernt habe, gibt es auch einen indischen Gott, der die Seelen der Toten abholt und Götter der Toten. Es gibt ein Totenreich und zudem ist der indische Glaube durch Wiedergeburt und den unvergänglichen Kreislauf von Leben und Tod geprägt.
Bei den Maya war es das Gleiche. Auch wenn es hier, manche denken zur Bevölkerungskontrolle, einen Gott ab, dem regelmäßig Menschen zu opfern waren.
Judentum und Islam: https://www.yoga-vidya.de/reinkarnation-…der-geschichte/
Und ich würde mich sehr wundern, wenn es bei den germanischen, keltischen und anderen alten Religionen anders war.
Was man von der Wiederauferstehung des Königs Olaf Gjerstadalf in der Gestalt König Olafs des Heiligen hört, deutet aber sogar darauf hin, daß es die Vorstellung von der Wiedergeburt der Einzelseele gab (Ynglinga saga 48, 49) . Auf ähnliches weisen auch die eddischen Helgilieder hin. Wenn ein Mann so viel Heil an sich gebunden hat, daß er das Gewicht einer ganzen Sippenseele in sich vereinigt, dann scheint offenbar auch seine Seele als solche zur Wiederverkörperung zu finden.
Das Wort Seele (urgermanisch *saiwalō) scheint mit dem Wort See verwandt zu sein. Demnach war die Seele den frühen Germanen als mit einem der See entstammtem Einzeltropfen vergleichbar, wobei die See als nächtliche Heimat der Sonne mit der Unterwelt gleichzusetzen ist. Daher wird auch die Sonne auf alten Abbildungen auf einer Barke reisend dargestellt. Von Tacitus hören wir zudem, daß ein Teil der Sueben eine von ihm als die ägyptische Isis gedeutete Göttin verehrt, deren heiliges Zeichen “wie ein Liburnerschiff gestaltet” sei (Germania, 9).
Die Nacht wird hier mit dem Tod gleichgesetzt. Ein Wassertropfen verschwindet zwar nicht, wenn er in das größere Ganze der See übergeht, er verliert aber seine eigene Gestalt; und so verliert die Seele ihr eigenes Bewusstsein und Erinnerungsvermögen. Wenn sie wiedergeboren wird, steigt sie wie die Sonne nach Nacht und Schlaf wieder ins Leben herauf.
Heute finden wir diese Vorstellungen bestätigt. Wenn zur Seele unser Erbgut gehört (das die neuere Wissenschaft vor allem an der menschlichen DNS festmacht), dann müssen wir ebenso davon ausgehen, daß die Seele wiedergeboren wird.
Zumindest sind wir aus dem Erbgut unserer Vorfahren zusammengesetzt, je nachdem was unsere Eltern davon an uns weitergegeben haben. Dabei können sie auch Merkmale an uns weitergeben, die bei ihnen selbst nicht ausgebildet wurden, sondern vielmehr nur bei den Großeltern oder Urgroßeltern zutage traten. Es handelt sich also um eine Ansammlung von Erbgut, das wir mit uns durchs Leben tragen – vergleichbar dem genannten Seelensee. Weitergegeben wird dieses Erbgut, indem wir eine Gattenwahl treffen und unsere Seele mit der unseres Gegenstückes verschmelzen. Damit entsteht eine dritte Seele, die des Kindes, die aber aus dem ganzen Seelensee schöpft.
Man sollte annehmen, daß es sich beim Tod so verhält wie beim Grundsatz der Kräfte, daß nämlich eine Kraft nicht entsteht oder vergeht, sondern nur ihren Zustand wechselt. Soweit war der Seelensee vor allem ein Sinnbild, weil die menschliche Seele gewissermaßen dem Wasser entspricht. Doch unser Wesen mit seiner besonderen Gestalt entspringt allgemein nicht dem Nichts, sondern ist bedingt durch die Umwelt, der es entwachsen ist, also den Pflanzen, Tieren, Steinen, und Gewässern des Landes, darüber hinaus auch dem Lauf der Gestirne und den Wettererscheinungen. So gesehen hat unsere Seele auch mit all dem Verwandtschaft und man stellte es sich auch in der Tat so vor, daß die Ahnenseelen an diesen Orten wohnen. Sie sind nach dem Tod wieder verschmolzen mit dem Land, aus dem sie hervorgingen. Viele Steinsetzungen in Skandinavien sind bezeichnenderweise in Gestalt eines Schiffes angeordnet. Die seit alters her auf Gräbern platzierten Steine sind wohl nicht nur geistige Denkmäler.
Offenbar wurde auch geglaubt, daß Steine der Seele des Toten durch ihr Wesen eine Brücke ins Jenseits bauen. So heißt es auch auf dem drachenförmigen Runenband auf dem Sigurdfelsen von Ramsund (Schweden), der weiter oben abgebildet ist:
Sigrid, Alriks Mutter, Orms Tochter, machte diese Brücke für die Seele Holmgers, ihres Mannes, des Vaters von Sigröd.
: https://iwobrand.wordpress.com/2020/09/12/wie…ahnenverehrung/
Das ist ja nur ein sehr kleiner Ausschnitt zu Religion und Glauben.
Aber unzählige auch vom Christentum völlig unabhängige ältere Religionen haben/hatten die Vorstellung der menschlichen Seele , eines Reichs der Toten und oft auch der Wiedergeburt integriert. Das kann man nicht auf das Christentum reduzieren.
Es scheint eher so zu sein, dass sich die neuen Religionen in der Regel auf den alten Religionen aufgebaut haben.
Das ganze Thema kann man mit dem Titel eines deiner Threads versehen. Mensch, wohin gehst Du?
So wie die Germanen an Donar als Erzeuger von Blitz und Donner glaubten, da sie es nicht besser wussten, sind die Menschen bei Dingen, die sie nicht wissen, schnell bereit an alles Mögliche oder Unmögliche zu glauben.
Das macht sich ja auch jeder zunutze. Sonst hätte die Sache mit den Genspritzen und dem Klimawandel nicht funktioniert.
Ich für meinen Teil kann den Wunsch nach einer ewig lebenden Seele nicht einmal ansatzweise nachvollziehen.
Ich frage mich höchstens, wie viel Wichtigkeit und Wert diejenigen, die sich das wünschen, sich selbst geben müssen. Das ist mir einfach fremd.
Selbst als ich einen anthroposophisch geprägten freien christlichen Glauben hatte, habe ich nicht geglaubt, weil mir der Gedanke an eine ewig lebende Seele wichtig war. Nö.