Herr Reitschuster ist und bleibt für mich eine rechte Socke, dessen Meinung ich nur in Bezug auf die Genspritzen teile.
Er schreibt, 1,32 Millionen Ausländer zogen im Jahr 2021 ins gelobte Einwanderungsland, darunter knapp 500.000 von Ländern außerhalb Europas, was schon in sich eine Provokation darstellt.
Er schreibt nicht, dass es im gleichen Zeitraum eine hohe Auswanderungszahl auch von Ausländern gab.
2021 wurden 1.323.466 Zuzüge und 994.303 Fortzüge erfasst.
Es gab eine Nettoeinwanderung von +329.163 Personen, die deutlich höher ausgefallen als die im Vorjahr (+220.251).
Unter den Fort- und Zuzügen waren sowohl Deutsche, als auch Europäer, als auch Asiaten, als auch Afrikaner, als auch Amerikaner.
Türkei und Russland zählen hierbei unter andere europäische Länder.
Im Jahr 2021 wurden mit 148.233 wieder deutlich mehr Erstasylanträge verzeichnet. Asylanten dürfen meines Wissen nicht arbeiten. Ist nicht ihre Schuld. Und das sind überwiegend Menschen aus den Ländern, gegen die mit unserer Hilfe Krieg geführt wurde und wird, oder in dem wir Jahre stationiert waren, um unsere Ressourcen zu schützen.
Insgesamt wurden 81.705 Aufenthaltserlaubnisse aus familiären Gründen an Personen erteilt. Ca. 1/3 dürften Kinder sein.
Die Zahl der Bildungsausländerinnen und Bildungsausländer, die ihr Studium in Deutschland aufgenommen haben, ist im Jahr 2021 auf 102.549 gestiegen.
Im zweiten Pandemiejahr 2021 konnte wieder ein Zuwachs der Erwerbsmigration auf 40.421 Zuwandernde verzeichnet werden.
Im Jahr 2021 stieg die Anzahl der zugewanderten Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler wieder auf das Niveau von 2019 an (7.052, +63,7 %).
Die EU-Binnenmigration betrug 581.699. Das Migrationsgeschehen nach bzw. aus Deutschland ist seit Jahren vor allem durch Zuwanderung aus bzw. Abwanderung in andere europäische Staaten gekennzeichnet. So kamen im Jahr 2021 63,8 % aller zugewanderten Personen (2020: 69,1 %) aus einem anderen europäischen Land nach Deutschland, davon 46,7 % aus Staaten der EU (ohne das Vereinigte Königreich). 17,2 % der Zugezogenen wanderten aus einem asiatischen Staat zu. Lediglich 4,2 % zogen aus afrikanischen Ländern nach Deutschland und 4,4 % aus Amerika, Australien und Ozeanien (zusammengefasste Kategorie).
Dabei ist klar, dass ein großer Teil der Menschen, die aus Europa nach Deutschland einwandern, abgesehen von Ukrainern die aber auch sofort hier arbeiten können, dies wegen der Arbeit tun, nicht Beihilfefähig sind und wenn sie sich niedergelassen haben, auch ihre Familie nachholen.
Einen Fall habe ich in der Brexitzeit kennengelernt.
Ein Lehrer für Haustechnik an einer angesehenen londoner Schule hatte Sorgen, dass er und seine Familie aufgrund der neuen Gesetzeslage aus UK ausgewiesen werden könnten. Er hat sich dann von London aus bei verschiedenen Firmen beworben und ist in den Sommerferien bei uns in der Firma gelandet. Die Menschen haben keinen Anspruch auf Hilfeleistungen und wollen die auch gar nicht.
Und wie viele Osteuropäer arbeiten bei uns für wenig Geld in der Landwirtschaft, am Bau, in der privaten Pflege.
Und jetzt der wichtigste Punkt:
2021 waren fast drei Viertel (74,9 %) der Zuziehenden unter 40 Jahre alt; bei der Gesamtbevölkerung lag dieser Anteil dagegen bei nur 43,0 %. Bei den älteren Personen stellt sich die Situation umgekehrt dar:
Nur 1,9 % der Zugezogenen waren 65 Jahre und älter gegenüber 22,1 % der Gesamtbevölkerung.
Der Migrationsbericht sagt nur etwas zur Völkerwanderung. Wer etwas zur Beschäftigung, Diskriminierung, rechtsradikalen Straftaten und so weiter wissen will, der muss sich mit den Daten von Malteser beschäftigen, die das erfasst haben. Die schreiben aber auch von Sklavenähnlichen Verhältnissen, Menschenhandel und sexuellem Missbrauch/sexueller Ausbeutung in D. Fakten statt Stimmungslage https://www.malteser.de/migrationsbericht.html