Ich sehe mit großem Bedauern, daß nicht nur Zeit, sondern auch die Entwicklung der Technik immer schneller vorangeht. Vielleicht hängt dies ja zusammen.
Wenn ich überlege, daß ich noch vor 15 Jahren einen Computer mit irgendwie 500MB Festplatte hatte, wo die Programmentwickler auch noch darauf bedacht waren, den kostbaren Speicherplatz nicht unnötig zuzumüllen. Und jetzt gibt es zum einstecken in den Fotoapparat kleine Speicher mit 34Gb, und für den Computer Festplatten mit wasweißichwieviel Speicher, und da tut man ein Spiel installieren, das schonmal 70Gb wegfrißt. 
Ganz so schnell ging es nach meiner Erinnerung nicht. Unser erster Osborne von Anfang der 80er Jahre hatte 64kB Speicher. Erweitert auf 128 kB Arbeitsspeicher. Es gab ein 10 MB Festplatte dafür. Er hat aber auch ohne Festplatte schon um die 10.000 DM gekostet.
Dann gab es irgendwann 286er PCs. Meine CAD-Ausbildung hab ich 88 an einem solchen PC gemacht. Dann kamen die 486er.
Die 500 MB gab es ca. 1994 und 1999 gab es schon 20 GB Festplatten und größere.
Da wir unsere Computer immer selbst gebaut und aufgerüstet haben und ich auch mal einen PC-Kurs gegeben habe, sehe ich vordergründig vor allen Dingen wie schnell sich die ganzen Systeme insgesamt verändert haben.
Während die Entwicklung vorher in kleineren Schritten voranzuschreiten schien, gab es ab einem bestimmten Punkt irgendwann vor ca. 25 Jahren mit rasanter Geschwindigkeit ständig neue Mainboards, PC-Speicher, Prozessoren, Grafikkarten, Arbeitsspeicher von verschiedenen Herstellern. Oft musste man das gesamte System neu aufbauen, weil man mit dem neuen Prozessor auch den Rest erneuern musste. Man kam kaum noch mit der Entwicklung mit und was heute neu war, war kurz darauf schon veraltet. Durch die schnelle Entwicklung gab es auch einen schnellen Preisverfall bei den Komponenten.
Das war auch der Zeitpunkt, als sich etliche PC-Firmen, die selbst PCs bauten, verabschiedet haben. Wobei die Firmen, die Komponenten verkauften, zunahmen. Während ich einige Jahre lang PC-Magazine als Lektüre am Bett hatte, habe ich dann schlagartig das Interesse verloren. Für was noch sollte ich das verfolgen.
Ich kann mir zwar nicht vorstellen, welches Spiel 70GB Speicherplatz benötigt. Aber Spiele-PCs stellen schon immer in jeder Beziehung die höchsten Anforderungen. Da braucht es mehr Arbeitsspeicher, Speicherplatz, besonders gute Grafikkarten, schnelle Prozessoren, etc.
Aber heutzutage gibt es unendliche viele Möglichkeiten den Speicher zu erweitern. TB Festplatten, Einbau mehrerer bis 14 TB Festplatten, USB-Speichersticks mit bis zu 512 GB (USB-Sticks mit bis zu 1 MB gab es schon vor schätzungsweise 15 Jahren als Werbegeschenke),
externe Festplatten ab 14 TB- bis 4 TB für unter 100 Euro und auch die Möglichkeit der Auslagerung von Daten in eine Cloud.
Was sind heute schon 70GB? 1 TB = 14.336GB= 14.680.064 MB
Ich vermute ja, dass sie das alles auch deshalb scheibchenweise immer weiter entwickelt auf den Markt bringen, damit sie den maximalen Umsatz machen können. Denn zu viele Menschen rennen wie die Bekloppten den neuen Entwicklungen hinterher und wollen immer das Maximale.
Aber wer nicht spielt und keine aufwändige PC-Anwendung wie CAD auf dem Rechner hat, der braucht das alles eigentlich sowieso nicht.
Dem reicht ein einfacher Laptop aus dem Angebot für derzeit unter 200 Euro mit 64GB Festplatte schon total aus. Und dann hat er die x-fache Leistung des Osborne und ungefähr 6.800x soviel Festplattenkapazität, als die Festplatte des Osborne für 10.000 DM vor 40 Jahren hatte. Denn 1 GB sind 1.064 MB.
Also eigentlich könnte man schauen, was man braucht und danach einen PC kaufen.
Also an der schnellen PC-Entwicklung liegt es sicher nicht, wenn wir das Gefühl haben, die Zeit rast. Diese Entwicklung ist schon lange sehr schnell. Auch wenn sie noch schneller geworden ist. Aber das braucht den Privatuser eigentlich gar nicht besonders zu interessieren,
Es liegt eher an der Zeit, die man am PC und im Internet verbringt, an unserem Alter und am Leben allgemein.